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Comic plus Film plus Game plus... – Zauberwort: Cross Media Publishing
Ein Schlagwort wie Cross Media Publishing hätten viele (nicht nur) deutsche Medienmacher noch vor einiger Zeit wohl höchstens beim Bullshit Bingo verortet. Inzwischen zeigt sich aber immer mehr, dass es ein Erfolgsrezept sein kann, Inhalte in mehreren Medien anzubieten und diese Angebote untereinander zu verknüpfen. Darüber unterhielt sich AnimaniA-Chefredakteur Thomas Webler mit Vertretern von Verlagen und anderen Medienunternehmen.

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Pascal Schmidt von Nintendo Deutschland kann beispielsweise berichten, dass sein Arbeitgeber als japanische Firma schon länger Erfahrung damit hat, Inhalte in unterschiedlichste Formen zu gießen. Neben den "klassischen" Spielen verlangen die Fans in Japan auch nach Manga, Anime, Merchandise und mehr mit ihren Helden. Bisher hat Nintendo hier vor allem auf seine eigenen Figuren zurückgegriffen, sogenannte Third Party-Projekte mit von anderen entwickelten Charakteren werden jedoch immer häufiger.

Dr. Joachim Kaps hält es sogar für eigentlich gar nicht mehr möglich, nicht cross-medial zu denken. Als Chef eines Manga-Verlags kann er bestätigen, dass die japanischen Comics grundsätzlich auf mehrere Medien ausgerichtet sind. Allerdings kommt von den bereits erwähnten Anime, Merchandise und anderen Umsetzungen von aus Manga bekannten Figuren (oder umgekehrt) nur ein Bruchteil im deutschen Markt an. Der in Zusammenarbeit mit Nintendo realisierte Zelda-Manga sei mit Abstand das erfolgreichste Tokyopop-Thema des Jahres, so Kaps.

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Das französische Unternehmen Ankama erledigt viele cross-mediale Umsetzungen direkt selbst im eigenen Haus. Dabei war die Erfolgsgeschichte von Dofus und Wakfu so gar nicht geplant, wie der deutsche Übersetzer von Ankama, Stephan Grondel, sich erinnert. Ursprünglich war Ankama ein Dienstleister, der für seine Kunden Flash-Animationen erstellte. Um auch mal eigene Inhalte zu haben, kreierten die Entwickler ein kleines Spiel namens Dofus. Das fand bald so viele Fans, das die Welt von Dofus immer weiter erweitert wurde. Zuerst folgten Übersetzungen in andere Sprachen, später mit Wakfu ein weiteres Spiel im gleichen Universum. Die nächste Stufe waren dann Comics und eine Anime-Serie. Erstere erscheinen in Deutschland bei Tokyopop, letztere läuft in einigen Wochen auf RTL2 an.

Aber nicht nur im Anime- und Manga-Bereich spielt Cross Media Publishing eine immer stärkere Rolle. Cross Cult-Verleger Andreas Mergenthaler hat bereits einige Erfahrungen mit US-Comics gesammelt, die den Sprung auf die große Kinoleinwand schafften. Dabei bringt eine kommerziell erfolgreiche Verfilmung nicht immer auch die Verkaufszahlen der Comics zum Abheben. Denn, so Mergenthaler, nicht immer respektierten die Filme die etablierten Figuren und Hintergründe. Es könne sogar vorkommen, dass die Filme eher störten. Auch die Zusammenarbeit mit den Film-Distributoren gestalte sich sehr unterschiedlich. Einige ignorierten die Comics regelrecht, andere suchten bewußt die Anknüpfung und die Kooperation. In einigen Fällen wird sogar ausdrücklich darauf geachtet, dass es – beispielsweise bei den Namen der Charaktere – keine Diskrepanzen zur deutschen Ausgabe der Comics gibt.

Bei Ninento, so kann Pascal Schmidt ergänzen, steht eher der Wunsch im Vordergrund, die Kunden zu unterhalten. Mit welchem Medium man das tut, sei eher zweitrangig. Er stellt den Dreisatz "Charaktere – Geschichte – Universum" ins Zentrum.

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Joachim Kaps hat in seiner langjährigen Karriere in der deutschen Comicbranche erfahren müssen, dass es in Deutschland schwerer als in anderen Ländern sei, Netzwerke für cross-mediale Produktionen zu knüpfen. Viele Unternehmen gingen davon aus, dass sie genug von ihrem jeweiligen Gebiet verstünden, und nähmen keine Rücksicht auf die bereits etablierte Arbeit von anderer. Als Beispiel erwähnt er die Schlümpfe, die seinerzeit in Deutschland beispielsweise als Comics oder Sammelfiguren erfolgreich waren. Die TV-Serie jedoch gab den einzelnen Schlümpfen andere deutsche Namen und verunsicherte damit die Fans. Dadurch hätten die Macher der Serie, wie Kaps es formulierte, die Welt der Schlümpfe zumindest für Deutschland "kaputt gemacht".

Diesen Respekt vor der kreativen Arbeit anderer sieht auch Stephan Grondel von Ankama als sehr wichtig an. Obwohl bei seinem Arbeitgeber viele unterschiedliche Inkarnationen ihrer Inhalte im eigenen Haus entwickelt werden, achte man bewußt darauf, dass die unterschiedlichen Ideen der unterschiedlichen Abteilungen und Teams sich sinnvoll in die Gesamtwelt einfügen. Besonders wichtig sei die übergreifende Zeitlinie, an der die Ereignisse im Dofus-Universum eingeordnet sind.

Eine interessante Geschichte steckt auch hinter dem Comic "Die Wolke" nach dem Roman von Gudrun Pausewang im Programm von Tokyopop. Das war eigentlich ein Projekt des Buchverlags Ravensburger, und Tokyopop habe im Wesentlichen den Kontakt zur Zeicherin Anike Hage vermittelt. Allerdings sei die Hardcover-Ausgabe bei Ravensburger weitgehend am Manga-Publikum vorbeigegangen, berichtet Joachim Kaps. Deshalb habe man sich entschlossen, eine eigene Ausgabe zu veröffentlichen. Dabei habe man festgestellt, dass die beiden Editionen sich gegenseitig unterstützten.

Zu den cross-medialen Themen der nächsten Zeit gehört bei Tokyopop vor allem die Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern wie Ankama oder Nintendo. In Zusammenarbeit mit dem japanischen Partner steht beispielsweise eine Umsetzung der Game-Serie um Professor Layton auf dem Programm, die für Anfang 2011 geplant ist.

Bei Cross Cult können sich die Fans beispielsweise auf die TV-Serie zu "The Walking Dead" freuen, die Anfang November starten wird. Vom Steam Punk-Abenteuer "The Rocketeer" kommt eine Neuauflage, und "The Goon" wird verfilmt. Darüber hinaus plant Andreas Mergenthaler weitere Star Trek-Romane sowie Romane aus der Welt von Torchwood.

Für Ankama steht im cross-medialen Bereich insbesondere die Kooperation mit Tokyopop und RTL2 an sowie das neue Spiel "Wakfu: The Guardians", das eng mit der TV-Serie gekoppelt ist.

Nintendo hat neue Hardware in der Pipeline, nämlich den Nintendo 3DS, der ab Ende Februar in Japan erhältlich sein soll. Das Gerät soll nicht nur erstmals 3D-fähig sein, ohne dass der Benutzer dazu eine spezielle Brille tragen muss. Wichtig ist laut Pascal Schmidt auch die Online-Connectivität. Wenn sich zwei 3DS-Besitzer auf der Straße passieren, sollen sie, oder besser ihre Geräte, in irgendeiner Form miteinander interagieren.

Was genau Pascal Schmidt über die 3DS zu erzählen hatte und den Rest des Podiumsgesprächs zum Thema Cross Media Publishing könnt Ihr in unserem Videomitschnitt der Veranstaltung sehen.

Der Filmmitschnitt direkt zum Anschauen
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Daten dieses Berichts
Bericht vom: 06.10.2010 - 22:51
Kategorie: Filmmitschnitte
Autor dieses Berichts: Henning Kockerbeck
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