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Elefantenrunde – Was geht ab am deutschen Comic-Markt?

Nach vier Jahren gibt es wieder eine Elefantenrunde. Lutz Göllner (freier Autor) und Martin Jurgeit (Comixene) leiten das Zusammentreffen einer guten handvoll der wichtigsten deutschen Comicverlage: Alexandra Germann (Egmont Verlagsgesellschaften mbh), Ralf Keiser (Carlsen Verlag), Steffen Volkmer (Panini), Dirk Rehm (Reprodukt) und Dirk Schulz (Splitter Verlag).

Ehapa hat sich jüngst von der Mischfinanzierung verabschiedet und den Albenmarkt nach hagelnder Kritik in der Vergangenheit für sich wieder entdeckt, der für den Konzern zwar keine Gewinne, aber dafür den Respekt der Szene einbringt. Carlsen kann sich im Comichandel nicht beklagen. Auch Panini ist zufrieden mit der Gesamtsituation und plant sein Sortiment mit Klappbroschuren und anderen aufwendigeren Ausstattungen zu erweitern. Reprodukt legt sehr viel Wert und Arbeit auf das Format, das oft stark variiert, und die Qualität des Papiers. Die guten Verkaufszahlen geben dem Splitter Verlag mit seiner Politik Recht. Hardcoveralben in hoher Qualität haben sich bewährt.

Apropos Comicfachhandel: Stichwort Gratis Comic Tag. Die Aktion wurde gemütlich in Köln auf Anstoß von Max Müller (Panini) in die Wege geleitet. Die Idee war, dass alle mal an einem Strang ziehen wollten, die Medien einzuspannen, neue oder alte Leser (wieder) zu gewinnen und den GCT als Institution fest zu etablieren.

Die Digitalisierungstendenzen lässt die Verlage in Blick auf die Zukunft verunsichern. Noch kann sich keiner so richtig vorstellen wie sie mit iPad, E-Book und Playstation umgehen sollen. Noch wird auf Foren wie MyComics.de ausprobiert, was geht und wo die Chancen und Möglichkeiten stecken. Die kleineren Verlage wie Reprodukt und Splitter beobachten das Ganze noch zurückhaltend und warten ab, was die Experimente ergeben. Carlsen und Ehapa sammeln in ihren Buchsektoren bereits erste Erfahrungen mit E-Books und werden das mittelfristig auch auf den Comicbereich übertragen.

Auch der Trend zur Graphic Novel wurde diskutiert. Schulz hält den Begriff für unpassend, weil er viele Bereiche ausschließt, die seiner Meinung nach aber dazugehören. Er wirft Carlsen indirekt ein "Kleinmachen" eines Genres und Labelpolitik vor. Keiser widerspricht dem, weil er mit seinen Veröffentlichungen sehr wohl eine möglichst breite Entwicklung der Inhalte anstrebe. Rehm und Germann sehen mit dem Begriff überhaupt kein Problem, weil er neue Leser gewinnen könne, die Comics bisher gar nicht beachtet hätten. Volkmer fasst den Begriff weitaus breiter auf, als Jurgeit das gut finden kann – Grund dafür ist der schlüpfrig-derber Comic "Horst".



Daten dieses Berichts
Bericht vom: 07.06.2010 - 16:13
Kategorie: Tagebuch
Autor dieses Berichts: Marco Behringer
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