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Kulturelles Erbe Comic? Vom Umgang mit der grafischen Literatur in Deutschland

„Wegen den Marsianern“! Das ist der Grund warum Cuno Affolter aus der Stadtbibliothek in Lausanne überhaupt Comics sammelt und archiviert. Zukünftige oder außerirdische Kulturen sollen unsere Welt durch die Bücher verstehen können. Dafür stehen dem Bibliothekar Geldmittel zur Verfügung, wodurch er in Lausanne die zweitgrößte Comicsammlung nach Angouleme beherbergt. Die internationalen Comics, die man teilweise sogar leihen kann, stehen ungewöhnlicherweise zwischen literarischen Klassikern. Affolter stellt momentan einen richtigen Comicforschungs-Boom fest, weil das Interesse der Studenten und Wissenschaftler ungebrochen hoch ist. Insgesamt betont der Schweizer den Wert des Comics als historisches Zeugnis, das man problemlos hernehmen kann um kulturgeschichtliche Fragen zu beantworten.

Der Kunsthistoriker und Sammler Alexander Braun sieht den Comic allein als Kunstform schon sammelwert, wobei ihn der Stellenwert des Mediums innerhalb der Kunstgeschichte interessiert. Er sammelt vor allem künstlerisch anspruchsvolle Arbeiten. In einer Ausstellung präsentierte er eine Zeitungsstrip-Ausstellung und plant für das nächste Mal eine Comic-Book-Ausstellung. Ihm geht es vor allem darum mehr Öffentlichkeit für das Medium zu schaffen und Außenstehende an Comics heranzuführen.

Der Germanist Bernd Dolle-Weinkauff verweist auf die Lücken in der Deutschen Nationalbibliothek, die immerhin den Auftrag hat alle Bücher zu sammeln und sich idealerweise fast nebenan befindet. Das Institut für deutsche Kinder- und Jugendbuchforschung, das der Wissenschaftler leitet, verfolgt weder einen Auftrag noch bekommt er dafür ein Budget, was inzwischen zu einem Platzproblem geführt hat. Dolle-Weinkauff wünscht sich mehr öffentliche Sammlungen, damit für mehr Menschen solche Sammlungen zugänglich sind. Dafür wäre allerdings mehr staatliche Hilfe nötig, weil die Unterstützung durch private Sammler allein oft nicht ausreicht. 



Daten dieses Berichts
Bericht vom: 07.06.2010 - 16:06
Kategorie: Tagebuch
Autor dieses Berichts: Marco Behringer
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