| In der Datenbank befinden sich derzeit 27 Events. Alle Events anzeigen... |
| Specials | Eventspecials | Gratis Comic Tag 2012 |
| Gehören Tim und Mecki auf den Index? Comic-Klassiker und Political Correctness | |||
|
Ein aktueller Kinder- und Jugendschutzfall in Frankreich zeigt die Brisanz, die Comicinhalten annehmen können. Dabei steht unter anderen eine stereotype oder rassistische Darstellung von Zigeunern in „Mecki“ im Mittelpunkt der Anklage. Aber auch in „Tim und Struppi“ wird vorgeworfen unterschiedliche Volksgruppen stereotyp darzustellen. Bernd-Dolle Weinkauff (Germanist) stört sich daran, dass man dann konsequenterweise noch unzählige weitere Bücher durchforsten. Auch Michael Lachner sieht der Debatte eher entspannt entgegen, weil er die Durchschlagskraft der umstrittenen Bilder sehr begrenzt sieht. Nur in faschistischen Familien fänden derartige Stereotype auf Zustimmung. Auch Ralf Kaiser (Verleger von Carlsen) meinte, dass man die Urteilsfähigkeit des Comiclesers nicht unterschätzen dürfe, denn dieser könne mit Distanz selbst urteilen, dass die stereotypen Darstellungen nicht der Wahrheit entsprächen, sondern ohnehin völlig überzogen dargestellt wären. Dolle-Weinkauff erinnert außerdem noch daran, dass Reprintausgaben wie „Mecki“ sowieso nicht an Kinder, sondern an Erwachsene gerichtet sind. Von Künstlerseite gab es auch bedenken Hergé selbst distanzierte sich schon früh von seinem Band „In Kongo“ und stempelte ihn als Jugendsünde ab, den er aufgrund von kommerziellen Gründen trotzdem veröffentlichte. Der Moderator Christian Gasser führte demgegenüber ein, dass man bei aller Entschärfung immer noch eine kritische Auseinandersetzung mit den Bildern machen sollte. Den Rassismus-Vorwurf wehrt Dolle-Weinkauff mit dem Argument ab, dass die Comics keine politische Propaganda im eigentlichen Sinne beinhalten würden, sondern auf den Zeitgeist des Entstehungszeitraums zurückzuführen wäre. Auch Michael Lackner (Sinologe) sieht die Darstellungsweise in der Rollenverteilung von „Gut und Böse“ und in der Notwendigkeit eines Feindbilds verankert. Ralf Kaiser attestiert Hergé keine rassistische Einstellung. Vielmehr wäre er nur naiv, unbedacht und leichtsinnig gewesen. |
|||
| Daten dieses Berichts | |||
| Bericht vom: | 07.06.2010 - 16:01 | ||
| Kategorie: | Tagebuch | ||
| Autor dieses Berichts: | Marco Behringer | ||
|
|||


























