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Die Gesellschaft für Comicforschung (ComFor) präsentiert: Comic und Politik II - Erinnern und erziehen. Über "Maus" hinaus - Holocaust und NS-Verbrechen im Comic: Von Berni Krigsteins "Master Race" bis Mikael Holmbergs "26. November"

Martin Frenzel nimmt die mehrfache Erwähnung von Holocaustcomics in den Feuilletons der Zeitungen als Grund dieses Genre näher zu betrachten. Neben dem klassischen Holocaustcomic „Maus“ (Art Spiegelman) oder dem Schulcomic „Die Suche“ (Eric Heuvel) vergessen die meisten, dass es daneben jede Menge andere Titel zu dem historischen Thema gibt.

Die schiere Menge macht es sogar nötig, Kategorien einzuführen, damit man nicht „Äpfel mit Birnen“ vergleicht. Der Holocaust wird in Mangas, Kindercomics, Jugendcomics, Schulcomics oder Graphic Novels dargestellt. Es gibt autobiografische oder Holocaustcomics. Daneben ist auch der Zeichenstil wichtig – ist es ein Semi-Funny oder realistischer Strich, ist er schwarzweiß oder farbig? Zeigt der Comic den Holocaust aus der Sicht des Täters oder der Opfer?

Viele Vorläufer wie „Wash Tubbs“ von den 1920er Jahren und auch neuere Titel wie die herausragende Graphic Novel „Yossel“ (Joe Kubert) oder der vielfach kritisierte Jugendcomic „Auschwitz“ (Pascal Croci) zeigen eindrucksvoll, dass lange Zeit vor „Maus“ und noch bis heute der Terror des Nationalsozialismus in Comics auftaucht.

Frenzel zeigte Beispiele aus allen Ecken Europas, Amerika und mit Osama Tezukas „Adolf“ auch Japan. Es gibt auch mehrere schlechte Beispiele – so genannte Holocaust-Exploitation-Comics. Diese Comics wie „Kann denn Liebe Sünde sein?“ beuten den Holocaust als interessante historische Kulisse für ihre Erzählung kommerziell aus.

Außerdem gibt es unzählige Comics, die thematisch mit Holocaustcomics verwandt sind, wie der geschichtliche Comic „Rendsburg Prinzessinstraße“ (Elke Steiner) über die jüdische Kultur. Zum Schluss stellte Frenzel auf den Kurzcomic „Meisterrasse“ (Berni Krigstein), der auf künstlerisch anspruchsvolle Weise schon in den 1950er Jahren überzeugen konnte. Außerdem würde sich der Wissenschaftler über einen deutschen Beitrag freuen – er hat sich mit Isabel Kreitz auch schon seine Wunschzeichnerin ausgesucht.



Daten dieses Berichts
Bericht vom: 07.06.2010 - 15:50
Kategorie: Tagebuch
Autor dieses Berichts: Marco Behringer
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