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The question of the artistic judgment about comics [Die Bewertung der Comics in der Kunst]

Thierry Groensteen hat den künstlerischen Wert von Comics untersucht. Was macht einen Comic zu einen Kunstwerk? Welche objektiven Kriterien gibt es um stilistisch so unterschiedliche Arbeiten in künstlerischer Hinsicht zu beschreiben. Dafür geht bis in die Geschichte des Comics zurück und sogar einen Schritt weiter, wenn er zum Beispiel mit Rodolphe Töpffer einen direkten Vorläufer der Comics als Beispiel herausgreift, um in kunstphilosophischer Hinsicht dessen Konzeption von „Schönheit“ aufzeigt.

Wie kann der Schönheit von Comics auf den Grund gehen? Na, indem man hässliche Comics zeigt! Aber jeder würde dazu nach seinem persönlichen Geschmack urteilen. Trotzdem könne man hässliche Zeichnungen grundsätzlich leichter in Abenteuercomics finden. Positive Beispiele findet der Wissenschaftler mit Lorenzo Mattotti und Art Spiegelman, wobei er auch hier darauf verweist, wie schwer es ist, Comics objektiv zu bewerten, weil auch die beiden Zeichner völlig verschiedene Stile verwenden.

Groensteen kommt zu dem Schluss, dass es nicht unbedingt auf den Stil ankommt. Er hat sich auf seiner Suche nach der Antwort mehrere Kriterien unterschiedlicher Wissenschaftler angeschaut. Jean-Louis Dufays führt neben „Schönheit“ auch Werte wie „Authentizität“, „Moral“, „Information“ und „Emotion“ auf. Danach hat er Kriterien für einen guten Film auf die Welt der Comics übertragen und folgerte, dass dies nicht eins zu eins möglich ist – ein Beispiel war dabei der kommerzielle Erfolg eines Films, der andere Dimensionen erreicht als das bei Comics der Fall ist.

Letztlich kam Groensteen zu keinem eindeutigen Fazit, sondern verwies darauf, dass die Zeichnungen unabhängig von ihrem Text Kunst sein könnten und es auch stark auf die Interpretationsfähigkeit des Lesers ankommt, der vielleicht Bildung besitzen muss, um eine bestimmte Zeichnung überhaupt lesen zu können. Der Erfolg von Comics hängt nicht nur von den Zeichnungen ab, was seiner Meinung nach exemplarisch am Erfolg von „Watchmen“ und „From Hell“ sichtbar ist. Denn der erste Comic hat im Vergleich zu dem zweiten keine herausragende künstlerische Gestaltung. Konkrete Kriterien hat er am Ende seiner Untersuchung nicht gefunden.



Daten dieses Berichts
Bericht vom: 06.06.2010 - 16:30
Kategorie: Tagebuch
Autor dieses Berichts: Marco Behringer
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