SplashpagesSplashbooksSplashcomicsSplashgamesComicforumImpressumEntertainweb


In der Datenbank befinden sich derzeit 43 Events. Alle Events anzeigen...
Specials Eventspecials

Lolita Fashion – Ein Phänomen der japanischen Mode und Subkultur
Wie der Titel schon vermuten lässt, war auch dieses Thema Teil der Vortragsreihe des Lehrstuhls für Japanologie Erlangen-Nürnberg. In diesem Fall erzählte uns Tatjana Kotschubey von den unterschiedlichen Stilen der so genannten Lolita-Mode und ihren Einflüssen.

Das Ganze begann offenbar damit, dass japanische Mädchen in den 70ern einen neuen Stil gesucht haben, um sich herauszuputzen. Dabei fiel ihr Blick auf die europäische Mode, und da speziell auf die Kleider des Barock und Rokoko, wobei durchaus auch traditionelle japanische Kleidungsstile aufgegriffen werden. Schon vorher wurde den Japanern von Katharina Biskup in ihrem Vortrag über japanische Maskottchen eine Vorliebe fürs Niedliche attestiert, und diese schlägt sich auch ganz deutlich in der Vorliebe für solche Art Kleider nieder. Allerdings darf man dieses Modephänomen nicht zu sehr mit dem Film assoziieren: Die Lolitas lehnen sich zwar namentlich an das gleichnamige Schulmädchen an, aber in Japan wird der Name Lolita als Bezeichnung für diese Stilrichtung benutzt, um die Niedlichkeit und Unschuldigkeit junger Mädchen zu bezeichnen.

Die große Vielfalt dieser Mode geht auch sehr auf den großen Einfluss des Visual Kei in Japan zurück. Viele Bands begannen, sich sehr auffällig zu kleiden und zu frisieren und auch barocke Elemente in ihre Kleidung aufzunehmen, und ihre Bühnenkostüme prägten den Lolitastil entscheidend.

Trotz der großen Diversität der einzelnen Lolita-Stile gibt es grundsätzliche Gemeinsamkeiten: Ein aufgebauschter Rock des Kleides, das bis zum Hals geschlossen ist, der Rumpf und die Taille werden oft von Schleifen geschmückt, und die Knie bleiben über den kniehohen Socken in der Regel unbedeckt (sowieso zeigt die Lolita kaum Haut). Auf dem Kopf trägt sie meist Hüte oder Schleifen, und die Schuhe sind oft Plateauschuhe. Diese Gemeinsamkeiten lassen es zu, dass man trotz der sehr unterschiedlichen Ausprägungen immer noch von „dem“ Lolitastil spricht, obwohl die „süßen“ und die „gothic“ Lolitas sehr unterschiedlich aussehen: Die süßen Lolitas tragen meist rosa Kleider und sind eben sehr niedlich und mit vielen Schleifchen zurechtgemacht; die „classic“ Lolitas sind generell weniger auffällig und schlichter gekleidet; und die Gothics vereinigen den Lolitastil mit Gothicelementen, also ist dort die vorherrschende Farbe schwarz.

Es gibt auch die „Jungen-Variante“, in der man dann zu den Kniestrümpfen knielange Hosen, Hemden und Jackett trägt. Übrigens, und das ist für Europäer wahrscheinlich das Ungewöhnlichste, tragen sowohl Mädchen als auch Jungen sowohl die weibliche als auch männliche Variante dieser Mode! Am Wochenende treffen sich die Fans an bestimmten Orten in den großen Städten, um dort z.B. kofferweise neue Kleidung einzukaufen (die nicht günstig ist), und um dort zu sehen und gesehen zu werden. An dieser Stelle hatte die Vortragende ein paar Fotos aus Japan mitgebracht, und ich muss zugeben, dass ich mit meinen deutschen Rollenklischees nicht in der Lage war zu erkennen, in welchen Kleidern Jungs und in welchen Mädels gesteckt haben. Im Nachhinein fühle ich mich an den Christopher Street Day erinnert... möglicherweise hat das auch die Frage einer Zuhöherin beeinflusst, die sich vorsichtig nach der Einstellung der Lolitafans erkundigte. Frau Kotschubey versicherte uns allerdings, dass diese Mode ausschließlich aus Spaß getragen wird, und dies auch nicht im Alltag, da man ja zur Schule oder zur Arbeit sowieso eine spezielle Uniform tragen muss.

Höhepunkt des Vortrages war dann der Auftritt vier waschechter Lolitas, so dass man sich ein eigenes Bild von der Niedlichkeit machen konnte.

Der Filmmitschnitt direkt zum Anschauen
Code zum Einbetten dieses Videos in Eure Website:
Daten dieses Berichts
Download als MP3-Datei: Download - 13.29 MB (5.184 Downloads)
Direkt anhören:
Bericht vom: 06.06.2010 - 10:07
Kategorie: Filmmitschnitte
Autor dieses Berichts: Skrollan Kannengieer
«« Der vorhergehende Bericht
Preisverleihung: ICOM - Independent Comic Preis
Der nächste Bericht »»
Wer ist hier der Experte? Frauke Pfeiffer vielleicht?