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Mecki und Konsorten: Illustrierten-Comics der Nachkriegsjahre
Um zu begreifen, was Mitte des 19. Jahrhunderts das Faszinierende an illustrierten Zeitschriften war, muss man sich vor Augen führen, dass die Landbevölkerung zu der Zeit prinzipiell keine Bilder zu sehen bekam, es sei denn, sie wurden als „Bilderbögen“ bei fahrenden Händlern gekauft oder eingetauscht.

Bis ca. 1950 bestanden Zeitungen nur aus Text, bis die Verleger die technischen Möglichkeiten hatten, auch Holzstiche mit abzudrucken. Diese bildeten meist mehr oder weniger aktuelles Geschehen ab – allerdings waren die Künstler normalerweise nicht Augenzeugen des Geschehens gewesen, so dass sie ihre Auftragsarbeiten mit einer gehörigen Portion Fantasie ausführten. Immerhin waren die mit Dampfdruck betriebenen Druckereien mittlerweile in der Lage, Holzdrucke einigermaßen beweglich in die Satzkästen einzufügen, so dass sich die Abonnenten (denn zu diesem Zeitpunkt gab es für Zeitungen noch keinen Straßenverkauf) immerhin eine halbwegs konkrete visuelle Vorstellung von den Geschehnissen machen konnte. Damit waren dann auch die technischen Voraussetzungen für die ersten „Comics“ in Zeitungen geschaffen. Einer der bekanntesten Vertreter dieses Genres war übrigens Wilhelm Busch. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts konnten dann auch Fotos gedruckt werden, was interessanterweise mitnichten die Zeichnungen aus den Illustrierten verdrängte, sondern sie wurden dann zur leichten Unterhaltung und als auflockerndes Gegengewicht zu Fotos und Text benutzt. Allerdings war diese Art von Comics ausschließlich für Erwachsene gedacht.

Nach dem Ende des 2. Weltkrieges herrschte großer Papiermangel, und einfach eine Zeitung zu drucken war nicht erlaubt. Verleger mussten erst eine Lizenz erwerben, und das Geschäft lief zunächst so gut, dass es hieß, eine Lizenz zum Zeitung drucken sei eine Lizenz zum Geld drucken. Doch sobald wieder „richtiges“ Geld vorhanden war, konnten sich nur noch ein paar Illustrierten halten, darunter u.a. die Hörzu, Stern oder Revue. In ihnen wurden viele Bildergeschichten abgedruckt, die aber häufig ohne Text waren und in der Regel auch keine besonders große Qualität an den Tag legten. Natürlich gibt es hier Ausnahmen, wie etwa die Vater und Sohn-Geschichten von e.o.plauen, Nick Knatterton von Manfred Schmidt oder Julio und Jimmy von Roland Kohlsaat (aus dem sich dann Jimmy das Gummipferd entwickelte).

Zu diesem Zeitpunkt trat auch Reinhold Escher mit Mecki auf den Plan. Mecki, der eigentlich das Maskottchen der Hörzu war, war ursprünglich auch nur als Comic für Erwachsene gedacht. Geschaffen nach dem spätromantischen Vorbild Hermann Vogel-Plauens, wurde er erst dann zur Kinderfigur, als die ersten Bücher mit seinen Geschichten erschienen. Dies führte auch dazu, dass eine eigene Kinderseite in der Hörzu eingerichtet wurde, auf der die Mecki-Strips dann veröffentlicht wurden. Viele andere Illustrierte haben versucht, an den Erfolg von Mecki und der Hörzu anzuknüpfen, aber da sie nicht die große Verbreitung der Hörzu hatten, war dieser Versuch nicht von Erfolg gekrönt. Allerdings war dies der Beginn von eigenen Comicstrips für Kinder, die etwa in Hausfrauenzeitschriften oder in der Kinderbeilage „Sternchen“ des Sterns abgedruckt wurden.

Zu dieser Zeit etwa wurden auch die ersten ausländischen Comics in Zeitungen veröffentlicht, wie etwa Hal Fosters Prinz Eisenherz in der Badischen Illustrierten von 1950-56. Diese Comics etablierten sich übrigens nicht so leicht in der deutschen Zeitungslandschaft, da es vor dem Krieg, anders als in anderen Ländern, noch keine ausländischen Comics gegeben hat und sich bisher keine Zielgruppe gebildet hatte.

Übrigens haben diese Zeitungscomicstrips wenig Interesse bei Sammlern hervorgerufen. Man hätte die einzelnen Strips aus den Zeitungen ausschneiden und als Loseblattsammlungen aufbewahren müssen, ein Aufwand, der höchstens von Einigen für Meckicomics betrieben wurde.

Daten dieses Berichts
Bericht vom: 05.06.2010 - 08:42
Kategorie: Tagebuch
Autor dieses Berichts: Skrollan Kannengieer
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