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Der Geister-Experte - Mizuki Shigeru und seine Geisterwelt: Gegege no Kitarô
Auch hier handelte es sich um einen vom Lehrstuhl für Japanologie Erlangen-Nürnberg initiierten Vortrag, der sich allerdings nur am Rande mit dem Manga Gegege no Kitarô beschäftigte. Tatjana Pankovets gab einen knappen Überblick über die Biografie des bekannten Zeichners, der 1922 geboren wurde und schon als Kind, im Gegensatz zu seinen Geschwistern, immer großen Wert darauf gelegt hat, morgens erst auszuschlafen und dann in aller Ruhe zu frühstücken.

Überhaupt ist dies ein Charakterzug, der sich durch Shigerus ganzes Leben zu ziehen scheint, der Wunsch nach einem entspannten und stressfreien, selbstbestimmten Leben. Diese Einstellung hat es ihm immer schwer gemacht, einen Job zu finden und danach auch zu behalten. Oft hat er versucht, einen Studienplatz in Kunsthochschulen zu bekommen, was aber nie geklappt hat, obwohl er schon als Kind erstaunliches Talent offenbart hatte. Beim Militärdienst hatte er es sehr schwer und wurde schließlich nach Australien versetzt, wo er den linken Arm verlor. Er war sehr von der Lebensweise der Aborigines fasziniert. Eigentlich wollte er dort bleiben, durfte allerdings nach einem nur kurz geplanten Besuch bei seiner Familie nicht wieder aus Japan ausreisen.

Schließlich bekam er dort Arbeit als Hausmeister in einem Mietshaus, in dem ein Mieter sich Shigerus normalen Namen nicht merken konnte und ihn immer als „Misuki-san“ ansprach, angelehnt an den Namen des Mietshauses. Hieraus hat Shigeru seinen Künstlernamen abgeleitet. Zu der Zeit lernte er die Tätigkeit als Geschichtenerzähler kennen und arbeitet schließlich selbst als einer. Später fängt er an zu zeichnen und schrieb einen Roman, erhielt einen Preis für ein Kindermanga und war vor allem für seine Kriegsmanga bekannt. Seine eigentliche Vorliebe galt allerdings schon immer dem Übernatürlichen und der Geschichte. In diesem Zusammenhang verfasste er eine „Enzyklopädie“ der Yôkai, japanischer Geisterwesen, die nachhaltig die visuelle Vorstellung Japans bestimmter Geister prägte (obwohl er sich selbst oft an sehr bekannten Vorbildern orientiert hat).

Aus dieser Vorliebe entstand auch schließlich sein berühmtestes Werk: Gegege no Kitarô greift die Sage des Kindes auf, das auf dem Friedhof von einer bereits gestorbenen Mutter geboren wird. Der „Unglücksjunge“ ist selbst ein halber Yôkai, denn sein Vater war einer, während die Mutter ein normaler Mensch war. Diese Figur hat Shigaru eigenständig weiterentwickelt, und der Stoff wurde so populär, dass er ständig wieder neu aufgelegt und verfilmt wird. Hierbei zeigt sich, dass die Figur des Gegege immer weiter verändert wird, weg vom Unglückskind und schlechtem Vorbild hin zum niedlichen Jungen, dem aktiven Kämpfer für Gerechtigkeit und das Gleichgewicht zwischen der Menschen- und Geisterwelt. Beständig bleibt allerdings die Titelmusik des Animes, in dem betont wird, wie toll so ein selbstbestimmtes Leben ist – ein Leben, wie Shigeru es sich selbst immer gewünscht hat.

Shigaru zeichnet übrigens immer noch ab und zu; ihm wurde eine Straße gewidmet, in der einige der von ihm erschaffenen Charaktere als Skulpturen aufgestellt wurden.

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Bericht vom: 05.06.2010 - 08:26
Kategorie: Tagebuch
Autor dieses Berichts: Skrollan Kannengieer
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