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Atomkraft in niedlich - Japanische Maskottchen
Hello Kitty kennt ja jeder, aber dass es in Japan quasi für jeden Scheiß ein bestimmtes Maskottchen gibt, war mir dann doch neu. Maskottchen sind allerdings fest verwachsen mit der japanischen Kultur, erklärte heute Katharina Biskup vom Lehrstuhl der Japanologie Erlangen-Nürnberg, die sichtlich von der Maskottchenkultur begeistert ist und es in Wort und Bild geschafft hat, das stark überfüllte Trauzimmer des Erlanger Rathaus für dieses Thema zu faszinieren. Der Sinn dieser Maskottchen ist in erster Linie, mit ihren Marken, Produkten, Events assoziiert zu werden und ein Symbol für alle Aspekte des Produkts oder der Idee zu sein. Dazu müssen sie bestimmte Merkmale aufweisen: Vor allem müssen sie niedlich, prägnant und einprägsam sein. Interessanterweise stellen die häufigsten Formen von Maskottchen entweder Tiere (auch in Deutschland immer quotenstark) – oder Essen dar. Man stelle sich eine Schale mit Reis in Form eines Kätzchens vor...

Einige japanische „Maskottchenarten“ erscheinen für uns Mitteleuropäer noch nachvollziehbar (Maskottchen für offizielle Institutionen wie z.B. Museen oder das Militär), andere sind eher ungewöhnlich:
  • Maskottchen für den Begriff der „Ernährungserziehung“: Die sehen freundlich aus, haben glänzende Augen, und unvermeidlich irgendwas mit Reis zu tun.
  • Maskottchen für offizielle Kampagnen wie z.B. für den „Anstieg der Krebsuntersuchungsrate auf 50%“. Oder wie für die der Yamagata Präfektur für saubere/rauchfreie Luft. Oder sogar dafür, seine eigene Tüte zum Einkaufen mitzubringen.
  • Maskottchen als Werbeträger für eine Stadt, das an einen Kriegsherr aus dem 14. Jahrhundert angelehnt wurde. Und für das extra ein paar Freunde- Maskottchen erfunden wurden. Auch sehr beliebt als Merchandise.
  • Und natürlich auch als Firmenmaskottchen, wie z.B. für die Kette „Mr. Donut“, wo jedes der Konzernmaskottchen für ein Backwerk steht, das man dort verzehren kann.
Es gibt allerdings noch eine andere große Sorte von Maskottchen, und das sind die, die nicht unbedingt für ein bestimmtes Produkt stehen, sondern rein als Merchandise vertrieben werden, also mit anderen Worten als Kuscheltiere zum Selbstzweck. Diese werden hauptsächlich von den beiden großen Ketten San-rio und San-x vertrieben. Diese Maskottchen kann man in großen, mehrstöckigen Kaufhäusern in jeglicher Art von Merchandise erstehen. Sie stehen für eine nationale Lebenseinstellung und stellen ein Kulturobjekt (merke: Nicht Kultobjekt!) dar. Seit 2008 ist Hello Kitty übrigens offizieller Botschafter für Japan als Urlaubsland.

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Bericht vom: 05.06.2010 - 08:05
Kategorie: Filmmitschnitte
Autor dieses Berichts: Skrollan Kannengieer
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