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Großes Interesse und guter Umsatz in Lörrach

Der frühe Vogel fängt den Wurm. Eine halbe Stunde vor Ladenöffnung manifestieren sich die ersten Interessieren vor dem Laden. Als es dann los geht, wird sogar spontan ein Countdown gezählt. Zehn, neun, acht, sieben, sechs, fünf, vier, drei, zwei, eins, yeah-geil-wow-boah-bwahahaha!!!

So geschehen in Lörrach am Gratis-Comic-Tag 2010 als Joachim Kammerer, seine Frau und eine Handvoll zusätzlich einberufener Helfer die Ladentüre des Comix-Time aufsperren. Das war zuvor nicht abzusehen und gibt den Machern den nötigen Adrenalin-Kick, um den Tag durchzustehen. Der Wettergott meint es nämlich gut. Bis zum Freitag davor hat es die ganze Zeit geregnet. Am Samstag bietet sich jedoch wohltuendes, sonniges Frühlingswetter mit Temperaturen, bei denen man sein Comic-T-Shirt und sogar kurze Hosen zur Schau stellen kann.

Die Ladencrew ist gut gerüstet. 2000 Comics hatte man für das Ereignis bestellt. Für eine Stadt wie Lörrach ist das mächtig mutig, besonders wenn man bedenkt, dass alleine das Grundpaket mit allen 30 Heften in hohen Stückzahlen geordert wurde. Das Schlimmste wäre, wenn man nach einer kurzen Zeit schon nicht mehr die komplette Auswahl der Hefte verteilen könnte. Das war schon im Vorfeld  die Maxime und passt zur generellen Einstellung des Ladens, ein Vollsortiment anzubieten.

Die Szenerie ist einladend. Vor dem Geschäft ist ein großer Tisch aufgebaut. Darauf liegt jeweils ein Ansichtsexemplar von jedem Gratiscomic ausgestellt. Dort kann man sich die einzelnen Comics in Ruhe anschauen. Die eigentlichen Hefte sind gut verstaut in Stapeln in einem Raum im hinteren Teil des Laden sortiert. Ein wildes Abgreifen ist so nicht möglich. Das gibt das Gefühl der Kontrolle über diesen schlichtweg nicht planbaren Tag. Das Werbematerial, wie Poster, wird ebenfalls genutzt. Es gibt zusätzlich Aufsteller auf dem Gehweg und eine riesengroße Heliumflasche kommt zum Einsatz. Zischend füllt man bedruckte Luftballons, die unter Passanten und Käufern verteilt werden. Bald darauf kann man in der Innenstadt von Lörrach über den Köpfen der Menschen diese blauen GCT-Ballons schweben sehen, die sicherlich für einiges Interesse, lockeren Gesprächsstoff und weitere Laufkundschaft sorgen.

Als es schließlich 16 Uhr ist und er Laden normalerweise die Pforte dicht macht, sind immer noch Kunden da. Keinesfalls nur die üblichen Verdächtigen, die quasi zum Inventar gehören. Gerade kommt ein Vater mit seinem kleinen Sohn daher und fragt nach den Gratiscomics. Das große Plakat mit den Titelbildern aller Gratiscomics ist schon ziemlich mit einem schwarzen Edding bearbeitet worden. „Alles was nicht durchgekreuzt ist, kannst du dir aussuchen“, sagte die Inhaberin zu dem Jungen. Beim Anblick der Motive (Stichwort: Horrorschocker), zögert der Mann: „Ist da auch was für Kinder dabei?“ – Simpsons, Cubitus oder Spirou sind schon weg. Dann nehmen sie die beiden Mosaik-Titel mit.

Joachim Kammerer ist sichtlich erschöpft, aber glücklicherweise noch so redebereit wie sonst auch. Der Tag ist ein voller Erfolg. Der Laden war zeitweise bumsvoll. Wenn es mal abgeflachte Phasen gab, so waren da immer noch jede Menge Comicfans und Interessierte anwesend, sagt er. Auffällig war, dass sehr viele neue Gesichter vorbeigeschaut haben. Es waren auch viele Familien und Kinder darunter. Es gab viele Mitnahmeeffekte, da man auch Fantasy- und Science Fiction-Bücher im Angebot hat, wurde auch hier mehr verkauft als sonst. In der Tat, so manche Lücke im Regal ist ein stummes Zeichen dafür, dass dort ein Buch war oder mehrere Comicalben standen. Wie viele Comics gibt man pro Person ab? Drei Hefte darf sich jeder Besucher aussuchen. Durch eine Quiz-Aktion, in Intervallen über den Tag verteilt, kann man zusätzliche Hefte oder Einkaufsgutscheine gewinnen.

Die Intention das Gratis Comic Tags hat sich auf Anhieb durchgesetzt. Die Sammler und Stammkundschaft haben sich gar nicht mal so verstärkt blicken lassen. Über 500 Hefte wurden von guten Kunden vorab reserviert. Diese werden in den nächsten Tagen im Laden vorbeischauen und die Comics abholen. „Diese Reservierei muß fürs nächste Mal überdacht werden“, sagt Kammerer mit etwas Sorge. Als die beliebtesten Titel, wie Spirou, Micky Maus, Star Wars, Simpsons, Iron Man und Konsorten offiziell vergriffen waren, kamen immer noch Comicfans, die ein Heft davon wollten. Ein Junge ist sogar in Tränen ausgebrochen, als er sein Star Wars-Comic nicht bekam. Das ist besonders bitter, weil in den Reservierungstüten noch einige Exemplare stecken. Das sollte durchaus offen in den Diskussionsforen diskutiert werden. Muss ein Händler hier reservieren? Wenn ja, kann er es wie die im Kino machen. „Reserviert bis 12 Uhr“. Wenn sie bis dann nicht abgeholt sind, gehen die Comics an die Allgemeinheit über. Sinn und Zweck ist es, an diesem Tag Besucher in die Läden zu locken.

Als der Laden von zufriedenen Gesichtern geschlossen wird, sind zwar noch Comics übrig. Doch kann man diese in den nächsten Tagen an Kunden zusätzlich abgeben. Hefte wie Donjon oder die vier Splitter-Titel sind geradezu prädestiniert dafür. Auch eine Serie wie Mosaik, die in Lörrach kaum Käufer findet, kann man der entsprechenden Zielgruppe so gratis schmackhaft machen. Wenn das auch nichts fruchtet, kann man sich überlegen, ob sie ganz aus dem Sortiment herausfliegt, wenn man nichts remittieren kann. Wer findig ist, kann also auch nach dem GCT brauchbare Effekte für sich erzielen.

Das Fazit fällt positiv aus. Die genaue Umsatzzahl liegt noch nicht vor, aber vom Gefühl her war der Tag wie ein guten langer Samstag vor Weihnachten. Der Aufwand hat sich gelohnt. In den nächsten Tagen wird Bilanz gezogen. Dass dies keine einmalige Aktion war, ist man sich sicher. Der Gratis Comic Tag 2011 kann kommen.  Dem Comichandel steht er gut zu Gesicht.







Daten dieses Berichts
Bericht vom: 09.05.2010 - 11:43
Kategorie: Tagebuch
Autor dieses Berichts: Matthias Hofmann
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