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Comics gegen Rechtsextremismums im DaF-Unterricht - Konzeptionelle Überlegungen
Als Einleitung eine Erklärung für alle, die nicht wissen, was DaF ist: Deutsch als Fremdsprache. Und es gibt in Deutschland sehr Viele, die für Deutsch noch einmal die Schulbank drücken, denn eigentlich sollte jeder, der sich für ein Leben in Deutschland entscheidet, auch die deutsche Sprache erlernen. Manch einer geht dafür zur Schule. Andere wiederum erlernen die Sprache nebenbei, aber natürlich ist nicht jeder als Sprachgenie geboren.

Frau Dr. Chiara Cerri von Philipps-Universität Marburg hat sich die Frage gestellt, wie das Thema Rechtsextremismus in Verbindung in den Unterricht für Deutsch als Fremdsprache integriert werden kann. Noch ist das Ganze in der Konzeptionsphase, noch steht kein Unterrichtsplan, noch sind die Unterlagen nicht perfektioniert. Doch sie hat sich der Kritik und den Überlegungen der Kollegen bei diesem Vortrag gestellt. Das verdient Lob, denn oft brüten Wissenschaftler etwas im stillen Kämmerlein aus und präsentieren dann die Ergebnisse in einer Form, die keine Einflussnahme mehr ermöglichen.

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Es ist sicherlich kein einfaches Thema, dass sie sich an sich schon einmal vorgenommen hat. Rechtsextremismus ist besonders im Ausland meistens bestenfalls eine belächelte Randerscheinung und eher kein Thema im Unterricht. Das ist auch kein Wunder, denn kein anderes Land wurde vom Rechtsextremismus derart nachhaltig geprägt, wie Deutschland. Allerdings ist es besonders für Immigranten wichtig zu wissen, wie sich die deutsche Identität in den Jahren nach dem zweiten Weltkrieg definiert hat. Erst daraus kann meiner Meinung nach in gewissem Masse Verständnis entstehen und eine Integration nachhaltig gelingen.

Cerri will den Weg über Comics gehen, das Grauen dadurch verständlich machen, die Emotionen zeigen. Dazu will sie auch Arbeitsblätter nutzen, die den grafischen Aufbau von Comics verständlich machen, die Nutzung der Freiflächen zwischen den Panels (zugegeben, deren deutschen Namen „Rinnstein“ kannte ich auch noch nicht) verdeutlichen und die Emotionen, die durch die richtige Anordnung der Panels erzeugt werden.

Das alles ist wie gesagt noch nicht perfekt, der Einblick fasziniert aber. Ein Kurs, der dies alles beinhaltet wird wohl dereinst 40 bis 50 Stunden umfassen, das ist auch Cerri klar. Dies alles kann eben nicht im Vorbeigehen erlernt werden. Ein faszinierender Ansatz ist es aber allemal und wir hoffen, dass wir über die Fortschritte zu einem späteren Zeitpunkt berichten können.

Die abschließende Diskussion war einmal mehr sehr anregend und wird Frau Cerri sicher weitere interessante Indikationen gegeben haben. Es zeigt sich auf jeden Fall eines: Comics sind gesellschaftsfähig und schulfähig geworden. Es gibt einfach genügend Publikationen, die für unterschiedlichste Einsatzzwecke geeignet sind.

Daten dieses Berichts
Bericht vom: 30.03.2010 - 22:19
Kategorie: Tagebuch
Autor dieses Berichts: Bernd Glasstetter
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Geschichte des Antisemitismus im Comic