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Rassistische und antisemitische Stereotypen in Asterix und Lucky Luke und ihre historischen Quellen
Asterix und Lucky Luke wurden zu Beginn sehr stark von René Goscinny geprägt. Nun war Goscinny Jude, und es fällt schwer zu glauben, dass gerade er rassistische und antisemitische Stereotypen in diese beiden Comics eingebaut haben soll. Doch glaubt man Dr. Regina Schleicher - und sie kann es durch interessante Beispiele belegen - dann ist dem so. So sei beispielsweise der Schwarze auf dem Schiff der Piraten, der noch nicht einmal ordentlich sprechen kann, und mit übermässig dicken Lippen daher kommt, von Kreolen in der Karibik abgeleitet. Und der Seher aus dem gleichnamigen Band könne mit Bildern verglichen werden, auf denen ein vagabundierender Jude zu sehen ist.

Es war sicherlich keine schlechte Idee den Vortrag kurz zu halten, denn die anwesenden Teilnehmer im Dr. Müller-Saal hatten etliche Fragen und es entspann sich eine rege Diskussion. Sollte man Asterix und Lucky Luke nicht einfach als Karikatur sehen, als Comic, der unterhalten soll und schlicht und ergreifend nichts anderes? Schließlich waren und sind beide Serien auf den kommerziellen Erfolg ausgelegt.

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Oder sollte man doch versuchen hinter die Kulissen zu schauen? Schließlich entstand zum Beispiel Asterix in einer Zeit, in der Frankreich Probleme mit Algerien bekam, das sich aus der Kolonialherrschaft loszusagen drohte. Könnte also der schwarze Mastgucker auf dem Piratenschiff doch bestimmte Ressentiments in der damaligen Zeit bedient haben?

Es gibt aber auch die Theorie, dass Goscinny ganz einfach sich selbst karikieren wollte, in dem er immer wieder Charaktere einbaute, die antisemitische Stereotypen bedienten. Pure Theorie, oder doch ein Körnchen Wahrheit? Die Zuhörer konnten sich letztendlich nicht auf einen gemeinsamen Nenner einigen.

Ob dieses Rätsel je gelöst werden können? Goscinny ist jedenfalls schon lange tot. Man wird ihn nicht mehr fragen können. Und Uderzo... Ob der auf Fragen nach rassistischen und antimetischen Stereotypen antworten kann oder will? Vielleicht liegt die eigene Interpretation ganz einfach im Auge des Betrachters.

Daten dieses Berichts
Bericht vom: 29.03.2010 - 22:14
Kategorie: Tagebuch
Autor dieses Berichts: Bernd Glasstetter
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