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Keynote-Vortrag I: Braune Comics?! Bilder vom rechten Rand der Gesellschaft

Rechte Comics - gibt es soetwas überhaupt? Lange war die Meinung weit verbreitet, rechtsextreme Comics gäbe es gar nicht, der Neo- und sonstige Nazi würde Comics im Zweifel als "undeutsch" empfinden und ablehnen. Wie Ralf Palandt, Organisator der Tagung, in seinem Vortrag zeigte, ist das jedoch ein Irrtum. In Publikationen aus der rechten Szene finden sich durchaus Comics, von Strips in Fanzines oder den Booklets von Rechtsrock-CDs bis zu ganzen Comicbänden mit einschlägiger Botschaft.

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In diesem Comics findet man längst nicht nur den "doitschen" Helden, der den üblichen Feindbildern wie Punks (immer stinkend, gerne besoffen und/oder drogenabhängig), den USA, der angeblichen jüdischen Weltverschwörung oder allgemein dem (demokratischen) Staat wortwörtlich eines auf die Nase gibt. Der überraschte Betrachter findet auch vertraute Figuren, die schlicht geklaut und für rechte Zwecke umgedeutet wurden. Da wirbt Donald Duck plötzlich für einen Rechtsrock-Plattenversand, Superman verteidigt die "arischen Werte" oder ausgerechnet Rudi fordert zu Gewalt gegen Linke auf. Andere Beispiele sind Asterix oder Hägar.

Eine systematische Auswertung rechtgerichteter Medien im Bezug auf Comics gibt es bisher nicht, was aber, so Palandt, ein lohnenswertes Unterfangen wäre. In anderen Ländern gibt es solche Untersuchungen bereits, wie es natürlich auch in anderen Ländern Comics gibt, die braunes Gedankengut transportieren. Auch hierfür zeigte Palandt diverse Beispiele.



Daten dieses Berichts
Bericht vom: 29.03.2010 - 15:05
Kategorie: Tagebuch
Autor dieses Berichts: Henning Kockerbeck
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Der französische Comic zwischen Nazi-Ideologie und Widerstand 1940 - 1944