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Gratis Comic Tag – Die Intention
Wie der Gratis Comic Tag entstanden ist, haben wir schon berichtet. Doch was sind die Intentionen? Warum soll man überhaupt Comics für umme verschenken?

Werbung – das ist eigentlich eine Binsenweisheit – kostet Geld. Je nach Auflage einer Zeitung und Größe beispielsweise einer  Printanzeige wird man einige hundert bis einige tausend Euro in die Hand nehmen müssen, um auch nur einmal auf sich aufmerksam zu machen. Das sind Ausgaben, die man sich sehr gut überlegen muss. Oft genug ist Werbung, bei der keine weitere Aktion beworben wird, sondern einfach auf das Geschäft an sich hingewiesen wird, vergebene Liebesmüh. Denn kann eine Anzeige allein genügen Anreiz für neue Kunden sein, mal in den Laden zu gehen und sich umzuschauen?

Sicher würde eine solche Werbung höchstens Kunden ansprechen, die gerade sowieso ein solches Geschäft suchen. Doch wenn ein Comicladen seit einigen Jahren in der direkten Nachbarschaft offen hat, wird die Tendenz Comicliebhaber auf einen aufmerksam zu machen, gegen Null geht. Bleiben die Neukunden, die man potentiell ansprechen will. Doch was kann man denen bieten? Sonderangebote wären eine Idee, aber da in Deutschland die Buchpreisbindung herrscht, nur schwer umzusetzen. Signierstunden sind eine andere Idee. Und doch: Wer den Künstler nicht kennt, kommt vielleicht gar nicht erst und wer ihn kennt, gehört möglicherweise sowieso schon zur Stammkundschaft.

Und genau hier setzt der Gratis Comic Tag an. Dem Händler werden zu einem sehr günstigen Preis die Comics angeboten. Hier muss er also auch etwas zahlen, aber es sind nur die Druckkosten, die weiter gegeben werden. Lizenzkosten, Kosten für die Übersetzung und Bearbeitung bezahlen die Verlage. Im Grunde genommen teilt man sich also die Kosten für die Herstellung redlich. Das macht Sinn, denn die Hefte sind auch für die Verlage eine sehr gute Werbung. Viel besser sogar als Kataloge. In Katalogen werden wenn überhaupt, dann nur Leseproben angeboten. Hier ist in den meisten Fällen eine ganze Geschichte enthalten. So etwas nimmt man gerne mit.

Aber auch und gerade für die Comichändler ist diese ganze Sache eine sehr gute Möglichkeit, um Werbung zu betreiben und gesehen zu werden. Die Verlage bieten nämlich einen weiteren Zusatznutzen: In den Comics, die bis Mai verlegt werden, werden Werbeanzeigen geschaltet, durch eine einheitliche Pressearbeit wird bundesweit für Aufmerksamkeit gesorgt. Die Website zum Gratis Comic Tag enthält alle Adressen der teilnehmenden Händler und Interessierte können per Umkreissuche nach dem Händler in ihrer Nähe suchen.

Und jetzt sind die Händler selbst gefragt, etwas aus dem Tag zu machen und die Steilvorlage zu nutzen. Die Gratis Comics sind ein Teil, der andere Teil ist Dekomaterial, das kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Die Grundlage für eine erfolgreiche Bewerbung des eigenen Shops ist also gelegt. Denn jetzt hat jeder Leser einer lokalen Zeitung sehr wohl einen Grund eine Anzeige zu lesen und auch dorthin zu gehen. Wo es etwas gratis gibt, geht man eben auch einmal hin. Und wenn dann noch etwas mehr geboten wird, dann noch viel lieber.

Die Intention des Gratis Comic Tags liegt letztendlich in der Stärkung des Comicfachhandels, denn vor allem der kann die Comics bestellen. Einzelne interessierte Buchhandlungen können ebenfalls die Comics bestellen, aber die Aktion zielt nicht in erster Linie auf sie ab.

Wir werden im Rahmen der Berichterstattung einzelne Comicshops heraus picken, die besondere Aktionen vorhaben. Und um die Informationen über geplante Aktionen besonders gut „an den Mann“ zu bringen, läuft derzeit eine Abfrage unter den teilnehmenden Shops, was sie am 8. Mai über die Gratis-Comics hinweg vorhaben. Diese Infos werden dann auf der offiziellen Website nachzulesen sein.


Daten dieses Berichts
Bericht vom: 03.02.2010 - 16:38
Kategorie: Tagebuch
Autor dieses Berichts: Bernd Glasstetter
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