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Last days of Apocalypso
„`Last days of Apocalypso´ is a dark, end times tale chartering the life of Harry Hux, a schizophrenic secret service agent on the trail of a terrorist mastermind.” Dies ist der Anfang der internen Beschreibung dieses Comics, dessen erster Teil „Goodnight my Love“ mir auf der Buchmesse über den Weg gelaufen ist. Beziehungsweise wäre es eigentlich richtiger zu sagen, dass ich den beiden Machern über den Weg gelaufen bin, die sich mit einem kleinen Ständchen auf der Buchmesse platziert hatten, um ihren Comic zu promoten.
Die beiden Londoner Jungs, die diesen Comic hervorgebracht haben, sind Marco Terrinoni (Autor) und David Ramsbottom (Zeichner), die beiden Köpfe hinter Mularam Productions. Sie haben mir nicht nur ihren Comic gezeigt und die darin angefangene Geschichte erklärt, sondern mir auch noch Schokokekse gegeben, was sie eindeutig als gute Menschen ausweist, soweit ich betroffen bin. Somit hab ich also die Gelegenheit ergriffen, ihnen zu helfen, den Comic mal ein bisschen unter Leute zu bringen. David Ramsbottom lebt übrigens zur Zeit in Köln, deswegen findet die Zusammenarbeit der beiden momentan hauptsächlich online statt, allerdings war es auf diese Weise möglicherweise auch leichter, sich einen Platz auf der Buchmesse zu sichern…
In einem Gespräch über den Comic habe ich schon recht viel über zukünftige Ereignisse im Comic erfahren, die ich aber erstmal für mich behalten werde, um nicht zum Spoiler zu werden. Soviel sei aber verraten: Ein höchst erfolgreicher Terrorist, eine tote Stripperin und eine Insel mit Leuten, die sich für die einzigen Menschen der Welt halten, werden noch eine große Rolle spielen.

Zur Vorgeschichte des Comics: Im Jahr 2012 sind die USA praktisch von einen Tag auf den anderen bankrott. Der Dollar ist nichts mehr wert, der Präsident und der Vizepräsident werden mitsamt ihren Familien gekidnappt, Anschläge werden verübt, Tausende sterben, die Weltwirtschaft bröckelt, das Ende der westlichen Welt scheint bevorzustehen. China hingegen bleibt solvent und bietet den USA schließlich einen Ausweg aus der finanziellen Katastrophe: Die USA werden an China verkauft, Chinesen bekommen freie Einreise und Aufenthaltserlaubnis in den USA, und alle Produkte, die nicht aus China importiert werden, werden mit heftigen Aufschlägen beladen. Die hastig aufgestellte Übergangsregierung stimmt schließlich zu, doch die Stimmung im Volk ist gespalten; Hass auf ihre Regierung und auf die Chinesen machen sich breit.
Die Geschichte in „Goodnight my Love“ beginnt beim Flug der Air Force One nach Peking, um den Verkaufsvertrag abzuschließen. Man lernt die Hauptperson Harry Hux kennen, den desillusionierten Piloten des Flugzeugs, und ist Zeuge, wie er sich im Cockpit verschanzt und sich direkt nach den ersten Seiten in den Kopf schießt. Ein kurzer Auftritt für eine Hauptperson; allerdings offenbart das Ende des ersten Teils, wie Harry von einer geheimnisvollen Person wieder hergestellt wird, während der Leser herausfindet, dass der sich ebenfalls an Bord befindliche Übergangspräsident offenbar keine wirkliche Macht im bröckelnden politischen Apparat besitzt, da die Fäden von anderen gezogen zu werden scheinen…

Die Geschichte von „Goodnight my Love“ scheint auf den ersten Blick im leeren Raum zu hängen, allerdings passt dies ins Konzept der Erzählung, die nämlich nicht nur in Comicform stattfindet, sondern erst durch die passende Internetpräsenz vervollständigt wird: Auf www.apocalypso.co.uk findet man Hintergrundinformationen zu den Geschehnissen der letzten 5 Wochen vor Beginn der Geschichte, man erfährt mehr über die auftretenden Charaktere, und vor allem kann man dort den Comic komplett nachlesen!

Noch ein kurzes Wort zum Zeichenstil: Mularam Productions hatten zuerst geplant, diese Geschichte als Trickfilm zu produzieren. Mit der Änderung der Veröffentlichungsform sind die Figuren komplett überarbeitet worden, dennoch erinnern sie mich irgendwie an Figuren der Serie „American Dad“. Der Comic ist farbig, jedoch nicht bunt sondern in der ganzen Stimmung eher bedrückend gezeichnet. Auch wird teilweise krasse Gewalt gezeigt.

Zusammenfassend kann man sagen: Der Comic ist gut, die Charaktere einleuchtend (wenn auch teilweise ein bisschen klischeehaft, wie z.B. der durchtriebene General mit seinen eigenen Gesetzen), und die Geschichte interessant gestrickt, vor allem wenn man die weiteren Ereignisse berücksichtigt, die man im ersten Teil noch nicht erahnen kann. Der zweite Teil wird bereits auf der Rückseite des ersten Heftes angekündigt: Ab Winter erscheint „The Puppet Master“.
Allerdings muss man auch deutlich sagen, dass der Comic für Erwachsene geschrieben wurde, zum einen wegen der Komplexität der Story, vor allem aber wegen krasser Gewaltszenen wie Vergewaltigung und Mord (die zwar mit der Story selbst nichts zu tun haben, aber die Situation des Chinesen-Hasses in den USA deutlich machen).

Last Days of Apocalypso ist ein interessantes Projekt, und ich freue mich schon auf den nächsten Teil – der allerdings, zumindest was das Ankündigungsbild verspricht, nicht weniger blutig wird. Also: Alles Gute an die Jungs von Mularam, und an meine Leser die Erinnerung an die Apocalypso-Website!

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Mularam Productions aus London im Gespräch mit unserer Mitarbeiterin Skroll
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Mularam Productions aus London im Gespräch
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Zeichner David Ramsbuttom (Mularam Productions aus London)


Daten dieses Berichts
Bericht vom: 26.10.2009 - 23:49
Kategorie: Tagebuch
Autor dieses Berichts: Skrollan Kannengieer
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