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How to Cosplay
Samstag war der erste Tag der Buchmesse, der für die Allgemeinheit geöffnet war, und wie es mittlerweile Tradition ist, tummelten sich dort auch jede Menge Cosplayer. Wer sich jetzt fragt was Cosplay ist, dem sei erklärt, dass der Name eine Abkürzung für Costume Play ist und den Trend benennt, sich – so originalgetreu wie möglich - als bestimmte Comic-, Manga- oder Animecharaktere zu verkleiden. Man versucht, den Charakter in allen Facetten „richtig“ darzustellen, also sowohl Kleidung als auch Zubehör und Ausdruck des Charakters genau zu treffen.
Dieses Jahr haben die Cosplayer einen eigenen Bereich im Messegelände bekommen, um zum einen eine Sammelstelle zu haben, als auch um die Comic-Ecke ein bisschen zu entlasten, wo in den vergangenen Jahren teilweise kaum noch duchzukommen war. An diesem Ort hat auch Sonntag das von uns allen mit Spannung erwartete Finale der Cosplay-Deutschlandmeisterschaft stattgefunden, und so habe ich mich bereits Samstag schon mal in der Cosplay-Corner eingefunden, um mich schon mal mental (und visuell!) auf den nächsten Tag einzustimmen, und um dem Vortrag „How to Cosplay“ beizuwohnen, um mal etwas tiefer in die Materie zu schnuppern.
Der Vortrag wurde von den beiden Gewinnerinnen der Meisterschaft von 2007 und 2008 gehalten, Laura Birnbaum und Karen Heinrich, die anhand von Requisiten und aus ihrer reichen Erfahrung schöpfend eine Einführung in die praktischen Aspekte des Cosplays gaben. Der rote Faden der Veranstaltung hangelte sich entlang der äußerlichen Merkmale eines Kostüms, und ich werde jetzt die wichtigsten Punkte einfach mal aufzählen. Mehr zum theoretischen Aspekt des Cosplays gibts im Beitrag "Cosplayer sind auch Menschen".


Perücke:
- mit viel starkem Geld die Haare am Ansatz zurück gelen.
- bei längeren Haaren mind. 2 Zöpfe machen, mit Haarnadeln lose flach am Kopf feststecken.
- eine Perückenkappe aufsetzen (oder eine kleine Strumpfhose), die losen Haare mit einem Stielkamm drunter schieben (und bei Strumpfhose die abgeschnittenen Beine um den Kopf wickeln und feststecken). Wenn es sich um eine schwere Perücke handelt, diese am besten auch am Kopf oder an der Kappe feststecken. Vorsicht: das Ganze nicht zu eng machen, sonst besteht Gefahr von Kopfschmerzen.
- Styling: Starkes Haarspray ist alles! Die Perücke frisiert man am besten auf einem Perückenkopf. Mit einem Fön kann man die Plastikhaare weich machen und formen. Merke: Je teurer die Perücken sind, desto besser sind sie in der Regel. Beim Transport unbedingt drauf achten, dass die Haare nicht verfilzen.


Make-Up:
- Grundierung wichtig, denn der darzustellende Charakter hat ja in der Regel keine Hautunreinheiten!
- Kajal kommt immer gut, vor allem, wenn die Farbe dem Kostüm angepasst wird. Um das Auge zu betonen, macht sich weißer Lidschatten als Grundierung auf dem Oberlid gut.
- Will Frau einen Mann darstellen, tönt sie am besten die Lippen ab und betont die Wangenknochen.
- Als Mann sollte man sich auch schminken, sonst ist man viel zu blass. Vor allem auf der Bühne!
- Um das Make-up für längere Zeit zu fixieren, kann man sich Fixierspray (oder sonst Haarspray) ins Gesicht sprühen. Aber nicht einatmen!


Schmuck / Waffen:
- immer gut: Billige Sachen zweckentfremden, z.B. Pappmaché, Fimo, Draht, Moosgummi (mit Pattex drauf), Heißkleber, Efaplast, Moltofill, Dämmplatten, Bauschaum, Holz…
- Vorsicht bei echt aussehenden Waffen, es gibt starke Verbote, vor allem auf Messen etc.


Körper:
- Falls Frauen sich abbinden wollen um einen Mann darzustellen: Keinesfalls Gaffa-Tape benutzen, auch nicht mit Klamotten dazwischen! Abgesehen von vielen Unannehmlichkeiten kann das auch zu ungleichem Abbinden führen und sieht dann auch von außen unfreiwillig komisch aus… Auch Kompressionswesten schneiden nicht gut ab.
- Besser: enge „Leibchen“ aus festem Stoff nähen, am besten mit Reißverschluss oder zum schnüren, oder einen Stoffgürtel mit Gummibändern benutzen. Vorteil: Bei Atem- oder Kreislaufproblemen kann man den schnell runterziehen.
- Bei einem Korsett: Die Stäbe am besten aus Metall, Futter aus doppelter Baumwolle. Wenn man etwas ausstopfen möchte, geht gut mit Socken oder eingenähten BH-Cups.


Beine:
- Lieber Strumpfhose als Cellulite. Am besten sind stützende oder Tanzstrumpfhosen. Auch hier: Je teurer je besser. Eine Laufmasche auf der Con ist ärgerlich.
- Bei exotischen Charakteren gehen Strumpfhosen auch gut als Schminkersatz für die Arme, dann einfach den Zwickel rausschneiden, über den Kopf ziehen und Übergänge an Hals und Handgelenken kaschieren.


Schuhe:
- Schuhüberzieher nähen ist recht einfach.
- Geht auch: „Abpausen“ und dann das Material direkt auf die Schuhe draufkleben. Dabei kann man auch gut nach oben verlängern und Stiefel basteln (ggf. Plastikstäbchen zur Stabilisation einsetzen).
- Bei Overknees kann man oben gut einen Gummizug oder Strapse anbauen.


Posen:
- Am besten überlegt man sich zu Hause schon ein paar gute Posen, um nicht von schnellen Fotografen überrascht zu werden. Auch überlegen: Wie würde der Charakter stehen, wie sich bewegen?
- Generell: Gerade stehen, Schultern zurück, Kopf nicht zu tief. Gerne etwas schräg zur Kamera stehen und mit dem Körper eine schöne Linie bilden. Arme bitte nicht an den Körper pressen.
- Aufpassen bei kurzen Röcken und bestimmten Posen. Im Zweifelsfrei immer einen Freund als Blickschutz hinter sich postieren. Auch gut: eine blickdichte Strumpfhose oder schwarze Hotpants drunter anziehen.


Grundsätzlich:
- Proportionen lassen sich im Zweifelsfall etwas angleichen: Rock länger machen, Stiefel kürzer.
- Auf Plateauschuhe besser verzichten, sieht komisch aus und die Beweglichkeit ist eingeschränkt.
- Zu guter letzt sollte man bei der Auswahl des Kostüms die eigene Größe und den Körperbau im Auge behalten. Bei gewisser „Unkompatibilität“ sollte man sich vorher auf gewisse Reaktionen der ignoranten Umwelt gefasst machen.


Daten dieses Berichts
Bericht vom: 21.10.2009 - 00:52
Kategorie: Tagebuch
Autor dieses Berichts: Skrollan Kannengieer
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