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Das Werkstattkino
Ist es nun ein Keller oder doch ein Kino? Was es sicher einmal war, das steht fest: Ein Keller. Denn hier hauste ein gewisser Rainer Pongratz. Und der wollte ein Kino gründen und verkündete dies im Jahr 1974 bei einem Treffen der Biertrinker-Regionalliga. War es nun eine Bier- oder Schnapsidee? Das wussten die Beteiligten zu diesem Zeitpunkt nicht und belächelten das Vorhaben vermutlich sehr milde.

Ein paar Leute glaubten aber wohl an diese Idee, denn sie wollten Pongratz helfen. Der wollte sein Kellerloch, in dem er hauste, zum Vorführraum machen und die Kegelbahn des Fraunhofer zum Kinosaal. Sehr einfach war das wohl nicht, denn es dauerte zwei Jahre bis die Idee umgesetzt war. Ziegelwände standen im Weg, aber auch die Behörden. Die hatten nämlich Parkplatzauflagen und diese mussten mit 16.000 Mark abgelöst werden.

Hinter dem Werkstattkino stand ein Verein und dem gehörten mal mehr, mal weniger Mitglieder an und es gab dann vor der Eröffnung am 03.04.1976 noch etliche Diskussionen über die Vereinssatzung hinter sich zu bringen. Dabei wurde wohl auch viel Frust über die Bundeswehr abgebaut, denn die Gründer mussten bei Zapfenstreich wieder in der Kaserne sein. Wehrdienstverweigerung in den Siebziger Jahren und dann auch noch in Bayern? Das gab es damals dann doch nicht.

Pongratz lebte immerhin ein Jahr im Vorführraum. Das Programm des Kinos wird nicht immer im Vorfeld festgelegt. Manch unbelegter Tag wird durch Wunschfilme belegt und so werden dann auch ungewöhnliche Filme in diesem Kino gezeigt. Sensible Dokumentarfilme aus Hinterkasachstan werden ebenso gezeigt wie japanische Monsterfilme, deutsche Bordellfilme der frühen 70er wie Filme, die einst so verlacht und verspottet wurden, dass sich der Regisseur umbringen musste, wie im Fall von "Robot Monster" und Phil Tucker.

Wenn es dem Kino mal nicht gut genug geht, um neue Filme zu beschaffen, kann man sich immerhin in einem ziemlich großen Archiv bedienen. Fast 1.000 Filme lagern dort inzwischen. Und dabei werden auch gerne mal kritische Themen aufgegriffen. So versteht sich das Werkstattkino auch weiterhin als rebellisch und so manches Mal musste man einen Aufpasser im Kino stationieren, um sich vor Attentaten durch verschiedenste Gruppieren zu schützen.

Und hier nun das Kinoprogramm während des Comicfestivals:

Donnerstag, 11.06.2009, 22:30 Uhr
PERRY RHODAN - SOS aus dem Weltall
mit Vorfilm "SCHWEINEVOGEL - Es lebe der Fortschritt!"

Freitag, 12.06.2009, 22:30 Uhr – Wiederholung Montag, 15.06.2009, 22:30 Uhr
SÜPERMEN DÖNÜYOR (aka Turkish Superman aka Superman Returns)

Samstag, 13.06.2009, 22:30 Uhr - Wiederholung Dienstag, 16.06.2009, 22:30 Uhr
3 DEV ADAM (aka 3 Mighty Men aka Captain America and Santo vs. Spider-Man)

Sonntag, 14.06.2006, 22:30 Uhr - Wiederholung Mittwoch, 17.06.2009, 22:30 Uhr
DEMIR YUMRUK: DEVLER GELIYOR (aka Iron Fist: The Giants Are Coming)


Daten dieses Berichts
Bericht vom: 07.06.2009 - 14:52
Kategorie: Tagebuch
Autor dieses Berichts: Bernd Glasstetter
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