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Das Valentin Karlstadt Musäum
Karl Valentin ist sicher immer noch über die Grenzen Münchens hinaus bekannt. Er ist einer der größten, wenn nicht der größte Komiker Deutschlands gewesen und auch wenn er bereits 1948 starb, so ist er noch immer unvergessen.

1882 wird der Komiker als Valentin Ludwig Fey in der Münchner Vorstadt Au geboren. Anfangs eiferte er noch seinem Vater, einem Spediteur nach, erlernte sogar das Schreinerhandwerk. Doch dies hing er nach nur zwei Jahren an einen Nagel, der noch heute angeblich im Museum zu sehen ist. Mit 20 Jahren besuchte er eine Komikerschule in München. Doch als er das erste Mal auftrat starb sein Vater und er musste zunächst dessen Speditionsfirma übernehmen. Wenige Jahre später verkaufte er diese. Zwischen 1903 und 1905 hatte er einen Musikapparat erfunden, das „Orchestrion“, den er nach dem Verkauf der Firma seines Vaters 1906 fertig stellte. Er versuchte sich mit diesem Apparat auf einer Tournee, hatte aber keinen Erfolg und soll der Legende nach das Orchestrion höchstselbst zerstört haben.

Ab 1908 konnte Valentin aber erste Erfolge als Komiker feiern und lernte alsbald auch seine Frau Liesl Karstadt kennen. Erste Filme, erste Auftritte im Ausland sollten bald folgen. Dazu Erfolge mit komischen Stücken auf der Bühne. 1931 kann Valentin ein eigenes Theater eröffnen. Aber wie auch schon das Orchestrion bringt ihm diese eigene Basis kein Glück. Feuerpolizeiliche Vorschriften lassen ihn nach nur zwei Monaten entnervt aufgeben. Mehrere weitere Theater folgen, auch Verbote durch die Nazizensur (sein Film „Die Erbschaft“ darf wegen „Elendstendenzen“ nicht aufgeführt werden). Valentin muss trotz aller Erfolge immer wieder wirtschaftliche Rückschläge einstecken, muss sogar Artikel für die „Münchner Feldpost“ schreiben, um sich über Wasser zu halten. Selbst Haushaltsartikel muss er herstellen, um seine Familie über Wasser zu halten. Am 09.02.1948 stirbt Karl Valentin im Alter von nur 66 Jahren an einer Erkältung und wird am 11.02.1948 auf dem Waldfriedhof in Planegg bestattet.

In einem Brief an den Kiem Pauli schrieb Valentin: „Ich habe meine lieben Münchner und meine Bayern kennengelernt. Alle anderen mit Ausnahme der Eskimos und der Indianer haben mehr Interesse an mir gehabt als meine Landsleute." Es scheint, dass das Interesse posthum größer geworden ist. Zumindest wird dem Komiker seit dem 24.07.2008 eine Dauerausstellung gewidmet, die so hintersinnig ist, wie er einst selbst war. Da ist es auch kein Wunder, dass die Öffnungszeiten auch nicht gerade der Norm entsprechen, denn das Museum öffnet wochentags immer um 11:01 Uhr und schließt von Montag bis Donnerstag um 17:29 Uhr und von Freitag bis Sonntag um 17:59 Uhr. Wenn an jedem ersten Freitag im Monat die Abendöffnung stattfindet, wird diese freilich auch um 21:59 geschlossen.

Dass die Ausstellung ausgerechnet im Isartor untergebracht ist, hat seinen Grund, denn Hannes König weiß zu berichten, dass es Valentin war, der "Heinrich den Löwen, der damals noch auf Neuschwanstein hauste, zur Gründung eines Isartores anregte". Er war nämlich zu der Erkenntnis gekommen, "daß sich der Fortschritt nur aufhalten ließ durch entsprechendes Erbauen von Wällen, Mauern, Türmen, Toren, Stadtmauern, Wallgräben und Gräben ohne Wall, dem Sendlingertor, dem Rathaustor, dem Karlstadttor (nach Liesl Karlstadt benannt) und dem Isartor.

Wer nun das Problem hat mit dieser Beschreibung nicht zurecht zu kommen, der wird vielleicht ähnliches wie Karl Valentin fragen. Der richtete nämlich beim Kauf von Lebkuchen in der Konditorei Altmann Valentin die Frage an den Geschäftsinhaber kurz vor dem Verlassen des Ladens: "Ham´s ma die Gebrauchsanweisung mit einpackt?"


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Bericht vom: 01.06.2009 - 18:22
Kategorie: Tagebuch
Autor dieses Berichts: Bernd Glasstetter
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