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Der vierte Tag
Die Buchmesse ist unterteilt in zwei verschiedene Sektionen. Die ersten drei Tage sind den Fachbesuchern vorbehalten, während der Samstag und der Sonntag allen Besuchern geöffnet ist. Diese Tage werden somit auch Publikumstage genannt. Nun ist es so, dass die Fachbesuchertage auch nicht gerade schlecht besucht sind, ganz im Gegenteil. Aber man kann durchaus sich noch von A nach B bewegen ohne gewaltig viel Zeit zu verlieren. Denn das ist bei den Publikumstagen sehr extrem. Die Wegstrecke von unserem Büro bis zum Comiczentrum ist an Fachbesuchertagen eine Sache von maximal einer Minute. An Publikumstagen kann das schon einmal fünf Minuten ausmachen.

Nun bin ich heute mit Andreas Dierks und seiner Frau Marina im Fahrstuhl in unser Büro gefahren und nachdem wir uns durch volle Gänge gekämpft hatten, tat ich meinem Empfinden freien Lauf und sagte zu Andreas: „Ich mag die Fachbesuchertage lieber.“ Ohne den Zusammenhang zu kennen, benannte mich auf einmal ein Herr, der mit uns fuhr folgendermaßen: „Arroganter Schnösel.“ Ich bin nicht auf den Mund gefallen und habe eigentlich oft eine entsprechende Reaktion auf den Lippen, aber mir blieb das Wort im Halse stecken. Wir stiegen aus dem Fahrstuhl aus und erst nach und nach wurde mir klar, dass das kein Scherz gewesen war, dass ich gerade eben wirklich beleidigt worden war. Das ist eigentlich recht schade, denn ich hatte noch kurz davor dafür gesorgt, dass eben jener Herr nicht aus dem Fahrstuhl raus musste, als wir im Zwischenstockwerk ausstiegen. Denn er fuhr bis in Halle 3.1 hoch und ich hatte noch nachgefragt und ihm den Tipp gegeben, dass er am Besten in den hinteren Bereich gehen sollte, da wir bald aussteigen würden. Bin ich ihm schon in diesem Moment arrogant vorgekommen? Bin ich es vielleicht sogar? Ich habe lange darüber nachgedacht. Es war ein privates Gespräch zwischen mir und Andreas und seiner Frau. Es war zwar im öffentlichen Raum erfolgt, aber ich hatte diesen Mann ja gar nicht angesprochen.

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Doch nun zu den interessanteren Dingen des Tages. Noch nie habe ich das Comiczentrum dermaßen voll gesehen, wie zu den Terminen mit Bill Morrison, der in einer ersten Veranstaltung einen kleinen Zeichenworkshop zu den Simpsons zum Besten gab. In einem zweiten Termin erzählte er aus der Produktion der Comics. Schlussendlich musste er dreimal die Frage beantworten, wer sein Lieblingscharakter sei (Homer Simpson) und er gab etlichen Fans die Chance auf eine Signatur. In beiden Fällen waren die Nummern, die dafür ausgegeben wurden, innerhalb von Sekunden vergriffen und es bildeten sich lange Schlangen. Ich hab den Gesichtsausdruck von Männern gesehen, die Väter wurden, von Frauen, die in der Lotterie gewonnen hatten und von Menschen, die einen Unfall überlebt haben. Aber der Gesichtsausdruck beim Satz „Ich habe eine Nummer“ schlägt alle um Längen. (Zitat: Michael Waniek)

Viel länger als Bill Morrison war aber Joscha Sauer im Einsatz. Es müssen weit über 200 Fans gewesen sein, die er mit einer Zeichnung glücklich machen konnte und er bekam auch einiges zurück. Darunter eine selbst gebastelte Figur des Mannes in der Wand. Wir haben seinen Marathon begleitet und werden in Kürze einen Zeitraffer-Film präsentieren. Beneidenswert der Mann.

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Marina Juchheim (Teil des supernetten Aufsichtspersonals der Faszination Comic) und Kostja Rohe (Der Tonmann der Faszination Comic)

Irgendwie kann man uns im Comiczentrum vielleicht auch beneiden. Wir machen das Ganze ja nun seit zwei Jahren als Partner der Buchmesse. Aber viel wichtiger ist doch, dass wir uns hier wohl fühlen, dass es eine kleine Gemeinschaft, fast schon eine Familie ist, die sich hier gefunden hat. Es macht einfach Spaß mit all diesen wundervollen Menschen zusammen zu arbeiten. Und so verfliegen auch die Strapazen der letzten Tage ganz von alleine.

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Bericht vom: 19.10.2008 - 00:09
Kategorie: Tagebuch
Autor dieses Berichts: Bernd Glasstetter
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