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Reinhard Kleist führt durch seine Ausstellung
Auch dieser Bericht stammt aus der Feder unseres Gastautors Andreas Alt

"Die Geschichte, auf die ich gewartet hatte": Reinhard Kleist führt durch seine Ausstellung "Im Herzrhythmus der Welt"

"Ich habe ihn bewundert, weil er so cool war, ‘the man in black’, aber seine Musik war nicht so mein Fall", gestand Reinhard Kleist bei einem Empfang anlässlich einer Ausstellung "Im Herzrhythmus der Welt" im Museumswinkel. Gezeigt werden hier während des Comic Salons viele Originalseiten aus Kleists neuestem Album "Cash – I see a darkness", Entwürfe und aquarellierte Farbseiten.

Zwei Auslöser gab es für die Arbeit: Bei einem Essen mit Carlsen-Redakteur Michael Groenewald und seiner Frau, Carlsen-Öffentlichkeitsarbeiterin Claudia Jerusalem-Groenewald, entstand die Idee, einen Comic zu zeichnen, "bei dem Musik eine Rolle spielt". Ein Freund gab ihm schließlich die Cash-Biographie von Franz Dobler zu lesen – "das war die Geschichte, auf die ich gewartet hatte", schwärmte Kleist. 2006 ist "Cash – I see a darkness" bei Carlsen erschienen.

Der Berliner Comic-Autor und Illustrator verbiss sich in die Bilderwelt von Johnny Cash, wie die Ausstellung eindrucksvoll zeigt. Er arbeitet Cashs Ambiente mit einem zugleich harten, expressiven Schwarz-weiß-Stil als auch nervösen feinen Linien meisterhaft heraus. Dabei legt Kleist die gesamte Zeichnung per Hand auf ein und demselben Zeichenkarton an. Die Bleistiftvorzeichnungen fallen nach dem Inken dem Radiergummi zum Opfer. Auch Farbe wird direkt auf den Tuschezeichnungen angelegt. Einen Computer setzt Kleist dabei nicht ein. Die Farbseiten entstanden nach Aussage von Kleist als CD-Coverentwürfe im Auftrag von Plattenfirmen, die auf seine Cash-Arbeit aufmerksam geworden waren.

Der Nürnberger Journalist Herbert Heinzelmann, der als Mitglied der Max und Moritz-Preis-Jury in diesem Jahr das "Cash"-Album mit zum besten deutschsprachigen Comic gekürt hatte, gab eine kurze Einführung in das Werk Kleists. 1996 hatte er für "Lovecraft" erstmals den Max und Moritz-Preis gewonnen. 1998 gab es beim Comic Salon eine Ausstellung zu seinem Album "Dorian". 2002 folgte eine weitere Ausstellung. Heinzelmann nannte "Cash" "eines der schönsten Alben, die ich gelesen habe". Dabei begeisterte ihn nach eigenen Worten vor allem die dichte, epische Erzählweise. Anfangs sei es Kleist noch mehr um den Rhythmus der Bilder gegangen.

Für den Rhythmus der Ausstellungspräsentation zeichnete die Rock’n’Roll-Band "Mr. Fingers and the Shifters" verantwortlich. Sie spielte den klassischen Rock’n’Roll, mit dem Cash am Beginn seiner Karriere bei Sun Records in Memphis auch in Berührung gekommen war.

Daten dieses Berichts
Bericht vom: 27.05.2008 - 16:04
Kategorie: Tagebuch
Autor dieses Berichts: Henning Kockerbeck
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