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Resümee – Ein Salon wie jeder Andere? Mitnichten!
Eigentlich ist es erstaunlich, dass ich immer wieder zu hören bekommen habe, dass in diesem Jahr der große Superstar fehlte. Da stellt sich doch die Frage, ob einfach niemand richtig hingesehen hat, denn es gab sehr wohl einen Superstar auf dem diesjährigen Salon: Hansrudi Wäscher. Ein Mann, der die Comicwelt in Deutschland geprägt hat, wie kaum ein Anderer, hat diesen Superlativ mit Sicherheit verdient. Mir persönlich gefiel besonders seine lakonische Art der Gesprächsführung. Andere hätten auf die Frage, wie es ihnen denn geht mit einer Arie angefangen. Ein simples „Gut“ reichte aber Wäscher, um beim Max und Moritz-Preis nicht nur Lacher auf seiner Seite zu haben, sondern den ganzen Saal für sich einzunehmen.

Wenn wir beim Max und Moritz-Preis sind, dann kann, nein darf auch nicht das Telefonat mit Preisträger Alan Moore unerwähnt bleiben. Ein Hauch von Welt, eine der großen Seelen der Comicliteratur weilte zumindest stimmlich unter uns armen Würmern, die wir des großen Meisters sowieso nicht würdig waren. Einmal davon abgesehen, dass der Salon etwas geschafft hatte, was wohl nur wenigen zu Teil werden wird: Ein Telefonat, eine technisch iniziierte Kontaktaufnahme mit einem Menschen, dem Technik ein großer Dorn im Auge ist. Eine Glanzleistung der Organisation, die man nicht genug würdigen kann.

Fehlten nun die Superstars? Nein, sie fehlten nicht. Was mit Sicherheit auch daran lag, dass geradezu Hundertschaften an Künstlern in Erlangen eingefallen waren und signierten, zeichneten und skizzierten, was das Zeug hielt. Bei einer so reichhaltigen, wie auch abwechslungsreichen Angebotspalette blieb kaum ein Wunsch übrig. Der Salon braucht – und das hat dieses Jahr bewiesen – nicht die großen Namen.

Für mich persönlich gab es einige Highlights:
Das Fantreffen mit Eiki Eiki. Sie ist eine supernette junge Frau und machte dieses – für sie sicher etwas ungewohnte – Konzept der Kontaktaufnahme sehr gerne mit.
Das Fantreffen mit Marko Djurdjevic. Es hat einfach allen Beteiligten Spaß gemacht und das ist einfach die Hauptsache.
Das Interview mit Marco Rota. Mit ihm hätte ich noch Stunden weiter machen können. Ein Star ohne Allüren und ganz unproblematisch im Umgang.

Was wir hätten besser machen können:
Auch wenn wir uns größte Mühe gegeben haben, haben wir während des Salons nicht das komplette Material online gebracht. Wir bräuchten im Prinzip einen Mitarbeiter, der den Salon im Büro verbringt und nur den Schnitt der Filme mit einer entsprechend starken Maschine durchführt. Durch viele Termine ging immer wieder Zeit verloren.

Was wäre ein Salon ohne negative Erlebnisse, von denen es aber nur sehr wenige gab. Um ganz genau zu sein, war es Eines: Die Hälfte meines Arbeitsspeichers gab während des Salons den Geist auf. Das verursachte unnötige Probleme, wo doch der Terminkalender sowieso schon sehr voll war.

Dass im Vorfeld hatte Melinda Gebbie abgesagt hatte und damit ein geplantes Interview schon von vorne herein flach fiel, war sicher nicht positiv, aber die Gesundheit geht vor. Genauso wie bei Eiki Eiki, der es am letzten Tag des Salons nicht mehr gut ging. Wir mussten hier ein weiteres Interview streichen, wobei sie auch alle Veranstaltungen absagen musste. Von unserer Seite aus gehen die besten Wünsche an beiden Akteure.

Man muss aber Fairerweise gestehen, dass es nur sehr wenige negative Erlebnisse gab und dass die positiven Erlebnisse ein erhebliches Übergewicht mit sich brachten. Es war ein unterhaltsamer Salon, bei dem wir zum allerersten Mal auch die Partyseite kennen lernten und somit auch Eindrücke über das berühmt-berüchtigte Nachtleben einfangen konnten. Es war ein Salon der großen Gefühle, der schönen Erinnerungen und dem Bewusstsein, dass man zu einer Veranstaltung gegangen ist, die weit davon entfernt ist zum alten Eisen zu gehören. Man muss Bodo Birk und seinem Team ein großes Kompliment machen. Es ist eine Messe auf die Beine gestellt worden, die seinem Wunsch der Integration aller Elemente ein sehr großes Stück näher gekommen ist. Erlangen ist – was die Bedeutung in Deutschland anbelangt – ein deutsches Angoulême. Da kann man nur sagen: Weiter so!

Daten dieses Berichts
Bericht vom: 26.05.2008 - 19:23
Kategorie: Tagebuch
Autor dieses Berichts: Bernd Glasstetter
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