Oder besser auch nicht. Zweimal habe ich in den vergangenen Wochen das Abenteuer Bahn auf mich genommen. Zweimal ist es gründlich daneben gegangen. Im September ging es noch nach München. Auf der Rückfahrt blieb der Regional Express auf offener Strecke durch Defekt 20 Minuten stehen. Und heute...
Die Fahrt sollte von Singen nach Tiengen gehen. Ein IRE, Abfahrt um 20:01 - laut Onlinefahrplan auf Gleis 1. Laut der Durchsage auf einmal auf Gleis 4. Kaum dort angekommen traute ich meinen Augen nicht. 30 Minuten später sollte er kommen. Aus 30 Minuten wurden kurze Zeit später 45 und als dann ein Zug einfuhr, witzelten wir in der inzwischen entstandenen Gruppe, ob der vielleicht bei unserem Glück durchfahren würde. Das tat er nicht, er war aber auch nicht unser Zug. Ganz im Gegenteil. Wir wurden auf Gleis 3 beordert. Da stand ein Zug, der um 21:05 abfahren sollte. Obwohl der als Endziel Erzingen, das ca. 15 Kilometer von Tiengen entfernt liegt angab, stiegen wir ein. Irgendwie sollte der doch einspringen, oder nicht? Nun gut, er fuhr los. Und da dies ein Bummelzug ist, stand er zwei Stationen mal wieder, als unser eigentlicher Zug an uns vorbei preschte. Aus Ankunftszeit 20:38 war danach 21:57 geworden. Zugfahren: Nein Danke! Jedenfalls ist man in ländlichen Regionen wirklich aufgeschmissen.
Doch die Geschichte ist nicht zu Ende: Denn auf der Fahrt zwischen Darmstadt und Singen hatte ich zwei Bücher unter meinem Sitz vergessen. Mir fiel das noch vor Weiterfahrt des Zuges in Singen ein. Aber die nette Dame wollte trotz zehn Meter Fußweg zu meinem Platz nichts mehr davon wissen mir die Bücher herauszugeben. Sie habe Abfahrt - die aber sowieso schon seit Zugstart immer mit zehn Minuten Verspätung verbunden war. Immerhin: Meine Bücher sollen mir noch zugeschickt werden. Adresse habe ich in Singen hinterlegt. Ob ich meine Bücher je wieder sehe?
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