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Specials Eventspecials Comic-Salon Erlangen 2018

9/11 im Comic, oder: Bedrohte Ordnung der Bilder
Eigentlich hört man selten, dass sich Comics im Gegensatz zu anderen Medien mal positiv hervortun. Doch bei der medialen Aufarbeitung der Ereignisse vom 11. September 2001 ist genau das der Fall, wie Dr. Lukas R.A. Wilde in seinem Vortrag zeigt. (Tut mir leid, wegen technischer Probleme beginnt das Video erst kurz nach dem Anfang des Vortrags)

Ich behaupte mal, dass sich jeder noch genau an die Bilder und Videos erinnert, die bei den forcierten Flugzeugabstürzen auf die Twin Tower des World Trade Centers in New York City entstanden. Und ich bin sicher, dass sich jeder, der damals schon alt genug war, auch noch genau erinnert, wo man damals war und was man gerade gemacht hat, als die westliche Welt plötzlich ins Zeitalter des Terrorismus gebombt wurde. Wie viel krasser muss es für die US-Amerikaner gewesen sein? Und dennoch, obwohl das Thema monatelang täglich die Medien beschäftigte, taten sich amerikanische Kinofilme und TV-Serien lange äußerst schwer damit, 9/11 zu thematisieren. Zunächst wurden erstmal fast alle Referenzen an die Anschläge aus den Aufnahmen getilgt und die Twin Towers aus bestehenden Produktionen wegretuschiert. Obwohl es sonst zu jedem einschneidenden Ereignis binnen weniger Jahre Hollywoodproduktionen gibt (man denke hier nur an den Anschlag auf den Boston Marathon von 2013: Drei Jahre später kam der erste Kinofilm, ein Jahr später der zweite Film zu dem Thema in die Kinos), dauerte es diverse Jahre, bis sich die ersten amerikanischen Kinofilme abseits von Reportagen mit der Aufarbeitung der Geschehnisse beschäftigten.

Anders die Comics! Binnen kurzer Zeit nach den Anschlägen wurden Anthologien zu 9/11 veröffentlicht, die viele verschiedene Herangehensweisen an die Aufarbeitung hatten: Von der Frage, wie wäre der 11. September verlaufen, wären Superhelden anwesend gewesen, bis zur Wiedergabe von realen Erfahrungen war alles dabei. Eine der ersten literarischen Aufarbeiten war auch der Comic „In The Shadow Of No Towers“ von Art Spiegelman („Maus“). Interessanterweise ist dieser Comic allerdings erst als Strip in der deutschen Zeitung „Die Welt“ gelaufen, bis er schließlich von einem britischen Verlag als Sammlung herausgebracht wurde.

Woran liegt diese so unterschiedliche Aufarbeitung und Darstellung von Comics bzw. Büchern auf der einen, und Filmen auf der anderen Seite? Wer dem auf den Grund gehen und sich der medienkomparatistischen Beleuchtung und kurzen Geschichte des filmischen Re-Enactments stellen will, schaue sich den Filmbeitrag an (nochmal sorry wegen der fehlenden Einleitung), es ist wirklich interessant und beleuchtet das Thema auf hohem Niveau.



Daten dieses Berichts
Bericht vom: 08.06.2018 - 13:58
Kategorie: Tagebuch
Autor dieses Berichts: Skrollan Kannengieer
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