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Independent Publishing in China
In der Orangerie im Erlangener Schlossgarten fand am Donnerstag ein Gespräch über die Veröffentlichung von Independent Comics in China statt. Auf dem Podium hatten folglich nicht Künstler von Verlag „China Books“ Platz genommen, sondern vielmehr Comic-Verleger, die eher der Indie- und Underground-Szene zuzuordnen sind. Zudem standen mit Christopher Schuler vom "Strapazin" und Andreas Seifert zwei ausgewiesene Experten der chinesischen Comicszene zur Verfügung.

Nach einer kurzen Einleitung zum Thema von Seifert berichtete Peter Chen über die Stadt Shenzhen, welches auch als eine Art Silicon Valley angesehen werden kann. Dort existieren viele junge Künstler, die aber leider keinen Wert auf chinesische Tradition als Grundlage der Comics legen. Dies hat seiner Meinung nach einen Ursprung in der fehlender kulturellen Ausrichtung der chinesischen Politik.

Als nächstes kam Zhang Yizhi zu Wort. Sie bringt deutsche Underground- bzw. Indie-Comics nach China und anders herum. Dabei legt sie Wert darauf, dass nach China nur Stoffe kommen, die sich von den dortigen Comics markant unterscheiden, so dass sie für die Käufer etwas Besonderes darstellen.

Auf die Frage, welche Bevölkerungsschicht die Comics liest antwortete Peter Chen, dass Comics überwiegend in den großen Ballungszentren konsumiert werden, da es für den Verleger dort auch einfacher ist eine entsprechend Logistik aufzubauen.

Beim brisanten Thema der Restriktionen in China wurden auch Zhang Xuns Comicpreis in Angouleme angesprochen. Hier wurde er gefragt, ob dies für ihn in China Vor- oder Nachteile gebracht hat. Er betonte vor allem Vorteile aus dem Preis ziehen zu können, da es viele Nachfragen zu seiner Comic-Reihe "Special Comics" gibt.

Näher führt er aus, dass "Special Comics" immer ein Hauptthema pro Ausgabe hat. Es gibt Hauptautoren, wobei diese eine Mischung aus alten Hasen und Newcomern darstellen. Die Verbreitung bzw. News zu seiner Reihe werden in China in einem speziellen Messenger-Dienst, ähnlich WhatsApp, gestreut. Diese Newsgroup hat 10-20.000 Follower.

Xun beurteilte noch die Zukunft von Indie-Comics in China. Durch seine Professur an einer Universität hat er engen Kontakt zu den Studierenden. Hier sieht er großes Potential für eine unabhängige Kunst und sofern sich China weiter öffnet, wird sich auch der Markt für derartige Publikationen weiter vergrößern. Momentan ist zum Beispiel "Special Comics" als unabhängiges Medium "illegal" in China.

Nach einer dreiviertel Stunde wurde das Podium mit diesem exotischen, aber interessanten Thema beendet.



Daten dieses Berichts
Bericht vom: 04.06.2018 - 12:17
Kategorie: Tagebuch
Autor dieses Berichts: Christian Recklies
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