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Specials Eventspecials Comic-Salon Erlangen 2018

Die Geschichte hinter den Geschichten - Comic-Sekundärliteratur heute
Von Gerald Berse moderiert stand am Samstagnachmittag das Thema "Die Geschichte hinter den Geschichten  - Comic-Sekundärliteratur heute" auf der Tagesordnung.

Dazu hatten sich fünf Experten versammelt, die allesamt zum Thema Comic bereits Artikel verfasst, geforscht oder einfach berichtet hatten. Den Anfang machte nach Einleitung von Berse Alexander Jakubowski. Der Fernsehjournalist von ARD und ZDF hatte im letzten Jahr mit seiner Bilddokumentation zu Don Rosa und einige Zeit vorher mit seinem Buch über Comicsammler für Aufsehen gesorgt. Wie er selbst betonte geht es ihm nicht um akribische Recherche, sondern mehr um die eigentliche Reportage. "Oral History" nannte er seinen Stil. Der Fotoaspekt sei entscheidend.

Bevor das Gespräch zum nächsten Gast überging stellte Gerald Berse mögliche Infoquellen als Grundlage die Sekundärliteratur vor. Den Anfang machten hier Sachbücher, die sich mit Comics beschäftigen.

Sebastian Otten war dann der zweite Autor, der zu Wort kam. Mit seinem "Corben-Index" dürfte er manchen schon lange ein Begriff sein. Der Jurist, der über die Beschäftigung mit einem Indizierungsantrag zum Thema Comic-Sekundärliteratur kam, hatte sich vor einiger Zeit dem "Mike"-Comic der Volksbanken vorgenommen. Er knüpfte Kontakt zum Texter und zum Zeichner, führte mit ihnen Interviews, arbeitete Wissenswertes über drei Dekaden Serien-Historie heraus und veröffentlichte den Band dann im Verlag von Gerald Berse, der Edition Comicographie.

Die ausführliche Vorstellung wurde anschließend wieder vom Moderator unterbrochen, der das nächste Kapitel hinsichtlich Grundlagenforschung aufschlug und sich mit Comiczeitungen an sich beschäftigte. Reich bebildert wurde einzelne Publikationen vorgestellt, so dass der Zuschauer einen Eindruck zur Quellenlage im deutschsprachigen Raum bekam.

Der dritte Autor im Bunde war anschließend Detlef Lorenz. Dieser setzte seinen Forschungsfokus auf die Comics der 50iger und 60iger Jahre. Er knüpfte Anfang der 70iger Jahre Kontakt zur INCOS, wo er quasi als Experte für "Tarzan" Comics unter anderem Vorträge hielt. Zudem hat er aufwendig über Tibor und Akim von Hansrudi Wäscher geforscht. Nach seiner Aussage gibt es über die Comics der 50iger und 60iger Jahre noch viel Grundlagenforschung zu betreiben.

Im Anschluss referierte Berse über den Comiccode in der USA. Obwohl dies natürlich auch ein Gebiet ist, mit dem sich die Sekundärliteratur beschäftigen kann, so wirkte der Vortrag dennoch thematisch fehl am Platz.

Besser hingegen passte Holger Valinga ins Bild. Der Tausendsassa forscht und schreibt über alle möglichen Comicthemen. Er ist Mitarbeiter bei der „HIT-Chronik“ und bei der „Sheriff Klassiker Chronik“. Er betonte anhand eines Beispiels, dass es manchmal Zufälle benötigt, um Informationen ans Tageslicht zu locken.
In einer lockeren Diskussion meinte Sebastian Otten, dass viele ältere Comiclisten fehlerhaft sind, und diese, obwohl bereits korrigiert, sicher noch in mehreren Jahren auftauchen werden. Die Fehler und Falschinfos werden folglich noch lange in der Welt verweilen.

Gerald Berse berichtete anschließend wie ein Fachmagazin aufgebaut ist und wie es gelayoutet wird. Wie stellt man die gefundenen Infos zusammen, war die Grundsatzfrage.

Zu guter Letzt bei einer Podiumsdiskussion ohne Diskussion kam Tillmann Courth zu Wort. Er betreibt die Seite fifties-horror.de, wo er sich mit eben jenen Comics auseinandersetzt. Er betonte, dass Recherche und Datensammeln wirkliche Kleinstarbeit ist und wie er und seine Kollegen stellenweise vorgehen, um an Informationen für ihre Publikationen zu kommen.

An und für sich eine informative Runde war dieses Podium mangels Diskussion und Interaktion zwischen den Gästen auf der Bühne etwas eintönig. Die Thematik wurde von Berse sehr umfassend erläutert, was den Gästen aber leider viel Zeit für ihre eigenen Gedanken nahm. Als Zuschauer wurde man zu den Hintergründen der Sekundärliteratur jedoch gut informiert.



Daten dieses Berichts
Bericht vom: 04.06.2018 - 07:05
Kategorie: Tagebuch
Autor dieses Berichts: Christian Recklies
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