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"Myre" von Claudya Schmidt - eine Entstehungsgeschichte
„Myre“, der Fantasycomic von Claudya Schmidt alias Alector Fencer, besticht durch sehr start ausgearbeitete und fantastische Bilder. Wir hatten die Gelegenheit, uns direkt von der Autorin und Zeichnerin einen Überblick über die Entwicklung der Artwork und der Entstehung des Comics geben zu lassen. Hier eine Übersicht.

Für Claudya Schmidt hat damals alles mit einem Traum angefangen, in dem sie besonders beeindruckende Bilder gesehen hatte. So beeindruckend sogar, dass sie ihr auch lange nach dem Aufwachen noch klar im Kopf waren und sie sie unbedingt aufmalen wollte. Damit hat sie auch direkt angefangen, aber zur wirklichen Ausarbeitung der beiden Charaktere, die sie auch gesehen hatte, fehlte ihr damals die Muße, und nach eigener Aussage war Charakterdesign auch nicht „ihres“ – obwohl sie zu der Zeit bereits als Freelancer gearbeitet hat. Darum blieb das Projekt erst einmal liegen.

Dennoch haben die Bilder und Ideen dazu sie nie losgelassen, und im Laufe der Zeit hat sie immer wieder Bilder und Zeichnungen zu dem Thema angefertigt und weiterentwickelt. Parallel reifte in ihr langsam die Idee heran, einen Comic aus dem Stoff zu machen.

Bis es allerdings so weit war, war es noch ein langer Weg. Um sich die Zeit nehmen zu können, das Charakterdesign fertig auszuarbeiten, ein Storyboard anzulegen und natürlich den Comic schließlich ins Reine zu zeichnen, hat sie beschlossen, sich um ein Crowdfunding zu bemühen. Dazu hat sie sich mit einem befreundeten Filmemacher in Holland getroffen und einen mehrminütigen Imagefilm gedreht, zu dem der Soundtrack lief, den ein anderer Freund für Myre komponiert hatte. Den seht ihr auch im Filmmitschnitt!

Um das große Foto zu sehen, bitte hier klicken!
Claudya Schmid: Myre
Um das große Foto zu sehen, bitte hier klicken!
Claudya Schmid: Myre

Schließlich hatte sie nach einer intensiven Zeichenzeit alle Bilder zusammen, die sie beim Crowdfunding präsentieren wollte, und musste trotzdem noch von einem Freund überredet werden, die Kampagne 2014 dann auch wirklich online zu bringen – und ab dann stand ihr Handy nicht mehr still, erzählte sie verwundert. Sie erhielt jede Menge Anfragen von Künstlern, die ihr bei der Erstellung eines Computerspiels helfen wollten, da vielen aus irgendeinem Grund nicht klar war, worum es sich bei einer Graphic Novel handelt.

Die Finanzierung ist geglückt und so konnte sie sich endlich daran machen, das Projekt voran zu treiben. Auch ihr Co-Autor Matt W. Davis aus den USA kam dann offiziell mit ins Boot. Er hat sowohl bei der Story mitgeholfen als auch den englischen Text „zurechtgeschliffen“, um ihm den richtigen Anstrich zu geben (je nach Charakter passend).

Während der Zeit bis zur Veröffentlichung hat Schmidt einen Blog geführt und auch einen Zähler für ihre Fans und Unterstützer, um zu zeigen wie weit das Projekt vorangeschritten ist. Pro Seite hat es manchmal bis zu 50 Stunden gedauert, bis sie mit dem Ergebnis zufrieden war, und es kam sogar vor, dass sie im Nachhinein selbst fertige Seiten wieder verworfen hat. Mit zunehmender Dauer der Vorbereitung wurde es für sie sogar nötig, sehr frühe Seiten nochmal komplett zu überarbeiten, da sich ihr Stil im Lauf der Zeit geändert bzw. verbessert hat. Besonders wichtig ist ihr eine realistische Darstellung von Mimik und Bewegungen, darum hat sie an ihrem Arbeitsplatz einen Spiegel, mit dem sie so viel gearbeitet hat, bis ihr das Gesicht schmerzte. Mit der Veröffentlichung von Bildern hat sie sich in der Zeit allerdings sehr zurückgehalten.

Schmidt hat ihren Comic dann schließlich selbst und in englischer Sprache veröffentlicht. Nach ein paar Monaten hat sie ihren Mut zusammengenommen und den Splitter Verlag angesprochen, ob sie Interesse an der Story haben, und tatsächlich hat Splitter den Comic ins Deutsche übersetzen lassen und veröffentlicht. Sie selbst hat den Text nicht übersetzt, weil sie neugierig war wie Splitter den Text umsetzen würde, und sie ist mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

Seit April dieses Jahres ist der erste Band des Comics nun auf Deutsch zu kriegen, aber Schmidt hat uns schon ein paar Charakterstudien von zukünftigen Charakteren gezeigt – wir können uns auf mehr freuen!

PS: Auch wenn der Comic zuerst auf Englisch erschienen ist: Myre wird "Mürre" ausgesprochen :-)



Daten dieses Berichts
Bericht vom: 08.06.2018 - 13:55
Kategorie: Tagebuch
Autor dieses Berichts: Skrollan Kannengieer
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