SplashpagesSplashbooksSplashcomicsSplashgamesComicforumImpressumEntertainweb


In der Datenbank befinden sich derzeit 43 Events. Alle Events anzeigen...
Specials Eventspecials

FAZ Jim Lee Interview

Um 16 Uhr am Samstag fand am Stand der FAZ ein Interview mit Jim Lee statt. Sollte es zumindest. Allerdings verspätete sich Jim Lee etwas. Zuerst wurde er beim Signieren von den Fans nicht losgelassen, danach musste er noch verständlicherweise eine Email an seine Frau schreiben, die gerade mit seinen Kindern auf dem Weg nach Paris war.

Doch dann war es soweit und Jim Lee stand den Fragen von den beiden FAZ Redakteuren Andreas Platthaus und Dietmar Dart zur Verfügung.

Die erste Frage war, wie es sei, Batman zu zeichnen. Jim Lee meinte das Batman für ihn ein Held sei und er weltweit bekannt sei. Jede Menge Talente haben an ihm gearbeitet, und er selber sieht sich als Teil der Tradition.

Dietmar Dart fragte dann nach der Zusammenarbeit mit Chris Claremont, damals. Schließlich sei jener für seinen wortreichen Stil bekannt.

Zuerst meinte Jim Lee scherzhaft das es für ihn schmerzhaft gewesen sei, zu sehen wie all seine Zeichnungen von den Texten überdeckt worden seien. Er selber machte sogar Vorschläge, wo man Text hätte weglassen können.

Doch dann Scherz beiseite. Es war für Jim Lee eine große Ehre, da er Chris Claremont bewundert hätte, für das was er mit den X-Men angestellt hätte. Und aus der Verehrung wurde eine Freundschaft, weshalb Jim Lee auch Chris Claremont einlud, etwas für Wild.C.A.T.S. zu schreiben. Die Figuren, die Chris damals in die Serie einführte, waren sein Eigentum.

Stichwort Wild.C.A.T.S.. Andreas Platthaus fragte Lee, was die Idee hinter den Wild.C.A.T.S. gewesen sei, und Dietmar Dart ergänzte, als er nach dem Unterschied zu den X-Men fragte.

Und so erzählte Lee, das er die Figuren schon teilweise als Jugendlicher erfunden hatte. Sie wurden von dem beeinflusst, was er las, unter anderem auch den X-Men. Daher auch die Übereinstimmung, teilweise. Er selber hat jedoch das ganze noch ein bisschen weiter geführt, ein bisschen düsterer.

Er selber wird nächstes Jahr zurück zu den Wild.C.A.T.S. kehren und sie wieder zurück zu den Ursprüngen führen. Schreiber sei dabei Grant Morrison!

Auf die Frage wie es mit der Kontrolle über die Figuren und das Wildstorm Universum aussehe, meinte Jim Lee das er mehr oder weniger die Figuren kontrolliere. Sein Arbeitspensum sieht übrigens wie folgt aus:

Er verbringt 2-3 Stunden mit den Aufgaben als Redakteur und 10 Stunden als Zeichner. Er braucht beides, oder er ist gelangweilt.

Dietmar Dart fragte danach nach der Marvel Method des Schreibens.

Leider sei diese am Aussterben, so Jim Lee. Die Methode bestand ja darin, dass ein Schreiber eine Zusammenfassung schreibt, die an den Zeichner schickt, dieser diese interpretiert, zeichnet und sie dann zurück an den Schreiber schickt. Der Schreiber fügt dann die Dialoge hinzu. In diesem Fall hatte der Zeichner die Kontrolle.

Heutzutage wird immer full script geschrieben, wo der Autor exakt vorgibt wie eine Seite auszusehen hat. Der Autor hat die Kontrolle.

Andreas Platthaus fragte dann wie lange Jim Lee an einer Seite sitzt.

6 bis 16 Stunden meinte Jim Lee und fügte noch hinzu das er an der letzten Seite von ASB&RTBW 2 ½ Stunden gesessen hätte. Die letzte Seite ist ein großes R.

Dietmar Dart fragte dann nach Erfahrungen, die Jim Lee mit dem Erfolg von Image Comics gemacht hatte. Was dies für Auswirkungen auf seinen Lebensstil gehabt hätte.

im Lee meinte das er nicht der erste Superstar gewesen sei. Der erste Superstar war Neal Adams. Als normaler Zeichner verdient man eher an den Royalities, Geld das durch die Wiederabdrücke von Heften verdient wird.

Bei Image Comics hatte man die volle Kontrolle und verdiente jede Menge Geld.

Wieder fragte Dietmar Dart. Diesesmal fragte er, mit wem seiner ehemaligen Image Kollegen er noch Kontakt hätte.

Laut Jim Lee hat er mit fast allen Kontakt, bis auf einen. Den Namen nannte er jedoch nicht. (Vermutlich Rob Liefeld, der allgemein bei den meisten Image Kollegen sich unbeliebt gemacht hat). Besonders mit Todd McFarlane hat er noch Kontakt. Er besucht ihn mindestens einmal im Jahr und gemeinsam besuchen sie ein Baseball Spiel.

Nach seinen Erfahrungen mit Lizenzen erzählte Jim Lee von dem Merchandising das er mit den Wildcats hatte, darunter einen Cartoon und einen kaum gekauftes Videospiel. Er selber macht heute noch das Design für Schuhe (Batman Schuhe) und zeichnet Designs für Videospiele, da er ein großer Fan von Videospielen sei.

Auf die Frage wieso es einfacher sei, Figuren in Comics zu etablieren als in Filmen erzählte das bei den Comics es eine Hardcore Zielgruppe da sei, die sich leichter von neuen Figuren überzeugen lassen.

Auf seine Erfahrungen mit dem Fandom erzählte Jim Lee, das er auf Conventions und so der Held für einen Tag sei, zu Hause jedoch vollkommen normal sei. Natürlich seien auch sehr viele Comicfans bei den Filmemachern, wodurch er auch ab und an Sonderchancen hat. So konnte er neulich den Rough Cut von Sin City sich ansehen und war beeindruckt.

Die Abschlussfrage kam von Andreas Platthaus. Er fragte, welche Comicfiguren er noch gerne zeichnen würde.

Bei DC würde Jim Lee gerne die Legion of Superheroes zeichnen, während er sich bei Marvel auf eher unbekannte Figuren konzentrieren würde, wie Nick Fury oder die Black Widow.

Insgesamt war dieses Interview super gelungen. Jim Lee signierte und skizzierte noch gegen Ende und war freundlich und höflich.

Am Sonntag um 10 Uhr sollte noch mal ein FAZ Interview stattfinden, das ich allerdings nicht mehr mitkriegen konnte.



Daten dieses Berichts
Bericht vom: 26.10.2005 - 21:40
Kategorie: Tagebuch
Autor dieses Berichts: Götz Piesbergen
«« Der vorhergehende Bericht
Manhwa-Gewinnspiel