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Comics aus Flandern (und den Niederlanden)
Die Niederlande und Flandern (der Niederländisch-sprachige Teil von Belgien) sind dieses Jahr Gastland auf dem Comicsalon. Aus diesem Grund kamen zu diesem Gespräch die Belgier Brecht Evens ("Panter", Reprodukt), Simon Spruyt ("Junker", Carlsen) und Ben Gijsemans ("Hubert", Verlagshaus Jacoby & Stuart) um mit Christian Maiwald ein Gespräch über ihre Comics zu führen. Eigentlich sollte auch der Niederländer Guido van Driel dabei sein, aber leider hat er es nicht geschafft. Auf dem Comicsalon bringen sie gemeinsam mit anderen flämischen/niederländischen Künstlern jeden Tag ein Magazin namens "Parade" heraus, von denen es nur eine Auflage von 500 Stück täglich gibt, und im Erlanger Kunstmuseum kann man Originale der Zeichner ansehen.

Evens erzählt über seinen Comic "Panter", dass es um ein kleines Mädchen geht das mit ihrem Vater zusammenlebt. Eines Tages wird sie von Panter besucht. Evens meint, dass es ein bisschen wäre wie eine Mischung aus Calvin und Hobbes und Where the wild things are… Der Panter scheint sich absichtlich wie ein Kinderbuchcharakter zu verhalten, allerdings umspielt ihn immer auch eine dunkle, bedrohliche Seite. Die Bilder sind sehr bunt, und so entsteht eine Verwirrung zwischen Genuss und bedrohlicher Dunkelheit...

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Es gibt viele unterschiedliche Stile in Evens Arbeit. Aber er hat sich nicht absichtlich einen bestimmten Stil zugelegt. Er überlegt sich sowohl was für ihn am besten geht und wie man den Leser am besten führt, als auch wie der Leser die Figuren am besten wiedererkennen kann. Außerdem experimentiert er noch herum.

Gijsemans "Hubert" ist ein Mann der gerne in Museen geht. Im langsam erzählten Comic geht es um das Auftauchen von Romantik in Huberts Leben. Es handelt sich um Gijsemans ersten Comic, denn eigentlich kommt er aus der Animation. Er kannte sich noch nicht mit dem Comiczeichnen aus und hat hier quasi learning by doing angewendet. Gijsemans versucht eine Geschichte ähnlich zu erzählen, wie er es auch in einer Animation machen würde. Und er sagt, dass ihm eine große leere Seite Angst einflößt, darum zeichnet jedes Panel einzeln. Auf diese Weise kann er die Panels aber auch immer wieder neu anordnen und schauen wie sie am besten zusammen passen.

"Junker" von Spruyt handelt von zwei Brüdern in Preußen, die zwischen Tradition, dem Kriegstrauma des Vaters und der Propaganda aufgerieben werden, wie Carlsen die Story beschreibt. Spruyt erzählt, dass er zufällig über den Stoff gestolpert ist und das Thema sehr spannend fand. Er sieht ihn nicht wirklich als Kriegscomic.

Über ihre Ausbildung haben die drei Belgier auch gesprochen: Gijsemans hat einen Master in Comics und einen in Illustration gemacht, sagt aber dass es nur wenige schaffen, damit Geld zu verdienen. Spruyt hat das gleich Studium wie Gijsemans abgeschlossen, hinterfragt aber die Sinnhaftigkeit dieser Ausbildung. Nach einem Schreibkurs sei man ja auch kein erfolgreicher Autor. Er findet dass das Studium einen motiviert und dass man dort konkrete Sachen diskutieren kann, während auf der anderen Seite die Gefahr groß sei, dass man sich einen gewissen Stil aneignet und man am Ende am Stil erkennen kann, wer auf welcher Schule war. Evens weiß nicht wie sinnvoll es ist, einen Uni-Abschluss im Comiczeichnen zu machen, findet es aber ein gutes Argument um die Eltern von der Wahl des Karriereweges zu überzeugen. Für ihn ist es wichtiger, sich auf das tatsächliche Zeichnen zu konzentrieren. Er selbst hat nichts über Comics gelernt.

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In Belgien ist die Comickultur je nach Sprache unterschiedlich, haben wir noch erfahren. Die französischsprachigen Künstler sind untereinander besser vernetzt. Nationale Comictreffen gibt es mittlerweile kaum noch, man trifft sich meist auf ausländischen Treffen. Wie also auch auf dem Comicsalon, wo sie mit den anderen flämischen und niederländischen Künstlern in einem Raum zusammen arbeiten und die Zeitschrift "Parade" herausgeben. Zur Abwechslung sei es nett, finden sie, aber eigentlich arbeiten sie lieber allein. Gijsemans ist am liebsten isoliert, weil er sich sehr konzentrieren muss. Die Leute würden meinen dass man so verrückt wird, sagte er, aber er bekommt so die besten Ideen. (Das muss sich ja nicht widersprechen, finde ich.)

Am Ende der Gesprächsrunde kam zwischen den Künstlern noch die Frage auf, ob es sich denn überhaupt um Comics handelt, die sie schaffen, oder ob es doch eher Illustrationen sind. Man einigte sich darauf, dass sie improvisieren. Die Ergebnisse ihrer Improvisationen kann man im Kunstmuseum in der Ausstellung bewundern und sich ein eigenes Bild machen.



Daten dieses Berichts
Bericht vom: 02.06.2016 - 08:39
Kategorie: Tagebuch
Autor dieses Berichts: Skrollan Kannengieer
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