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25 Jahre Manga bei Carlsen
1991 erschien mit „Akira“ von Katsuhiro Otomo der erste Manga im  Verlagsprogramm von Carlsen, damals noch, wie auch in anderen europäischen Ländern, in westlicher Leserichtung und komplett koloriert. Das Science-Fiction-Epos, bis 1996 in 19 Bänden veröffentlicht, stellt die erste komplette Mangaserie auf dem deutschsprachigen Markt dar.

„Akira“ bereitete den Weg für den Manga-Boom, den dann „Dragon Ball“ von Akira Toriyama 1997 In Deutschland auslöste. Toriyamas Serie wurde erstmals originalgetreu in japanischer Leserichtung und als preisgünstiges Taschenbuch herausgebracht und eroberte in den darauffolgenden Jahren den Comic- und Buchmarkt. Mit über 8 Millionen Exemplaren ist „Dragon Ball“ bis heute die meistverkaufte Manga-Serie auf dem deutschen Markt. Ab 1999 sollten ihr weitere Serien wie „Neon Genesis Evangelion“ von Yoshiyuki Sadamoto folgen. Zu Manga-Dauerbrennern entwickelten sich die Shonen-Manga „One Piece“ von Eiichiro Oda mit 4,5 Millionen Exemplaren und „Naruto“ von Masashi Kishimoto mit über 4 Millionen Exemplaren. Sie bilden bis heute das Rückgrat des Carlsen Manga!-Programms. Anders als im klassischen   Comicbereich ist das deutschsprachige Manga-Publikum in der Mehrzahl weiblich. Daher gehören beispielsweise Kaori Yuki und Matsuri Hino mit ihren Shojo-Serien „Angel Sanctuary“ und „Vampire Knight“ seit Anfang der 2000er-Jahre zu den beliebtesten Zeichnerinnen bei Carlsen.

Carlsen setzte in den vergangenen 25 Jahren immer wieder innovative Impulse für den Mangamarkt: ob mit den Manga-Magazinen „Daisuki“ (2003-2012) und „Banzai“ für Jungs (2001-2005) oder als erster deutscher Verlag, der Boys-Love-Geschichten („Zetsuai“, 2001) und mit der „Chibi“-Reihe Manga für die Hosentasche veröffentlichte (2007-2009).  Mit inzwischen über 30 Eigenproduktionen von Zeichnerinnen wie Christina Plaka, Melanie Schober oder Martina Peters hat Carlsen maßgeblich zum Aufbau der deutschsprachigen Mangaszene beigetragen, die sich heute umtriebig, kreativ und selbstbewusst präsentiert.

Die Qualitäten des Mediums spiegeln sich auch im Programm wider, das in den vergangenen    25 Jahren an thematischer und zeichnerischer Vielfalt gewonnen hat. Die Veröffentlichung von  Titeln wegweisender Manga-Autoren ist Carlsen dabei ein besonderes Anliegen. Ob Osamu   Tezuka (u.a. „Buddha“), Keiji Nakazawa („Barfuß durch Hiroshima“), Jiro Taniguchi (u.a. „Vertraute Fremde“) oder Satoshi Kon („Opus“) – sie alle beweisen mit ihren Arbeiten in besonderem Maße, dass Manga nicht nur gute Genre-Unterhaltung für Teenager sind, sondern auch anspruchsvolle Geschich-ten für ein erwachsenes Publikum erzählen können.

Der deutschsprachige Manga-Markt zählt spätestens seit fünf Jahren zu den entwicklungsstärksten weltweit und weist deutlich steigende Umsätze von jährlich um 10% und mehr auf.  Die Fans werden älter und mit ihnen wächst das Angebot von Titeln mit Altersempfehlung „ab 16 Jahren“; mit „Attack On Titan“ von Hajime Isayama stammt auch die aktuell umsatzstärkste Manga-Serie im deutschsprachigen Raum aus diesem Segment.


Und diese Manga-Künstler sind entweder in Persona oder mit Ausstellungen vertreten:

Jiro Taniguchi wurde 1947 in Tottori, Japan, geboren. Seine Karriere als Comic-Zeichner startete er 1972 mit dem Manga „Kareta Heya“.
An der Serie „Botchan no Jidai Kara“ (dt. etwa „In der Zeit von Botchan“), einem Werk über das intellektuelle Leben in Japan gegen Ende des 19. Jahrhunderts, arbeitete der Zeichner ab 1986 und wurde dafür mit dem Osamu-Tezuka-Culture-Award geehrt.
In den 1990er-Jahren begann Taniguchi seinen Geschichten einen persönlichen Ton zu geben und vom Alltäglichen zu erzählen. So entstand neben „Inu o Kau“ (dt. „Träume von Glück“), einer einfühlsamen Schilderung des Sterbens eines Haustieres, die Kurzgeschichtensammlung „Aruku Hito“ (dt. „Der spazierende Mann“)
1997 erschien der Band Harukana Machi-E (dt. „Vertraute Fremde“), für den er auf dem internationalen Comicfestival in Angoulême 2003 als bester Szenarist ausgezeichnet wurde. Dieses Schlüsselwerk wurde in Deutschland als „Comic des Jahres 2007“ sowie 2008 mit dem Max-und-Moritz-Preis als „Bester Manga“ prämiert.
Auf dem Comic-Salon 2016 wird Taniguchi in der Ausstellung „Der träumende Mann“ geehrt.

Neu-Tokio im Jahr 2030: Nur noch ein Krater    erinnert an die atomare Katastrophe vom Ende des 20. Jahrhunderts. Hier werden greisenhafte Kinder mit übernatürlichen Fähigkeiten in künstlichem Tiefschlaf gehalten. Als Akira, der Mächtigste von ihnen, aus seinem Kälteschlaf erwacht, kommt es zu einem Desaster von ungeahntem Ausmaß.
Mit Katsuhiro Otomos Meisterwerk „Akira“ wurde 1991 der Grundstein für den hiesigen Manga-Boom gelegt. Zum Jubiläum - 25 Jahre „Akira“, 25 Jahre Manga bei Carlsen - legt Carlsen die lange vergriffene Farbausgabe der Serie in einer edlen Edition neu auf: In sechs dicken Telefonbüchern auf schönem Papier, als Klappenbroschuren mit neuem Cover-Design und mit Extras - in einer auf 1.991 Exemplare limitierten Sammlerbox. Erscheinungstermin ist 27.09.2016.

Satoshi Kon (1963-2010) zählt zu den renommiertesten Anime-Regisseuren der Gegenwart. Seine Filme überzeugen durch ihre virtuose Umsetzung und das geschickte Spiel mit Fiktion und Realität. Genau diese Qualitäten offenbart auch sein zweiteiliger Manga „Opus“: Hier wird der Protagonist, ein Manga-Zeichner, förmlich in sein Werk hineingezogen und ist plötzlich mit den Geschehnissen und Charakteren der von ihm kreierten Welt konfrontiert.
Das actionbetonte Epos brilliert sowohl grafisch als auch erzählerisch durch verblüffende, bisweilen philosophische Ideen.
„Opus“ ist für den Max und Moritz-Preis 2016 nominiert.



Kan Takahama, Jahrgang 1977, zählt zur jungen Zeichner-Avantgarde Japans. Ihre Geschichten von den Unwägbarkeiten der Liebe werden seit 2003 international veröffentlicht. Mit „Stille  Wasser“ erscheint nun ihr erster Titel für das deutschsprachige   Publikum. Wir freuen uns, die japanische Künstlerin auf dem Comic-Salon Erlangen begrüßen zu dürfen. Neben täglichen Signierstunden tauscht sich Kan Takahama mit deutschsprachigen Mangazeichnerinnen auf der Bühne über ihre Arbeit aus und spricht über ihr    Storytelling.

Warm beruhigt es, kalt erfrischt es, still verbirgt es, tief verführt es, zart berührt es: Wasser als Sinnbild des Lebens. „Stille Wasser" enthält acht Episoden um das Lebens- und Liebesgefühl einer modernen Generation, deren Darsteller jeweils an einem Wendepunkt des Lebens stehen: Eine Frau, die sich von ihrem verheirateten Liebhaber trennt und ihr Schicksal selbst in die Hand nimmt; ein Ehepaar, das leidenschaftlich voneinander Abschied nimmt; Eltern, die ihren erwachsenen Kindern Überraschendes eröffnen; eine Nachbarin, die beim Lauschen durch die dünne Badezimmerwand angeregt wird, ihre Beziehung zu überdenken.
Mit zarter Melancholie, echter Freude, viel Leidenschaft und subtilem Humor zeigt Autorin & Zeichnerin Kan Takahama die Kraft zwischenmenschlicher Beziehungen auf − direkt aus dem Leben gegriffen.

Veranstaltungen
Samstag, 28.05.2016, 12:30-13:30 Uhr
Kan Takahama im Gespräch mit deutschen Mangaka
Großer Ratssaal

Sonntag, 29.05.2016, 15:00-16:00 Uhr
Show and Tell: Storytelling
NH Hotel, Taurus I, Beethovenstraße 3, 91052 Erlangen

Signierstunden siehe Agenda.

Im Anschluss an den Comic-Salon ist Kan Takahama für eine Signierstunde in Nürnberg zu Gast: Montag, 30.05.2016, 16:00 - 17:00 Uhr
Ultra Comix, Vordere Sterngasse 2, 90402 Nürnberg, www.ultra-comix.de



Daten dieses Berichts
Bericht vom: 20.05.2016 - 12:00
Kategorie: Tagebuch
Autor dieses Berichts: Bernd Glasstetter
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