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Die letzten Tage der Menschheit - Film

Es waren sicher nicht die letzten Tage der Menschheit (sonst könntet Ihr diesen Bericht jetzt ja gar nicht lesen), aber der letzte Tag des Comicfestivals München 2015 war es bestimmt. Am Sonntag vormittag stellten Reinhard Pietsch und David Boller ihre Graphic Novel-Adaption von Karl Kraus' "Die letzten Tage der Menschheit" vor.

Das Werk des Satirikers ist im Original nicht so ganz einfach zu lesen. Unter anderem verzichtet Kraus meist auf Absätze und formuliert oft sehr lange, verschachtelte Sätze. Das musste Pietsch für die Graphic Novel-Version kürzen. Glücklicherweise ist Karl Kraus aber auch ein großer Aphoristiker. Auf diesen kurzen Sentenzen konnte Pietsch aufbauen, um den Kern des Werks herauszukristallisieren.

Kraus arbeitet stark mit den Mitteln der Realsatire und dokumentierte, was er im zeitgenössischen Wien sah und hörte. Im Gegensatz zu beispielsweise Tardi zeigt Kraus nicht das Grauen der Front direkt, sondern erweist sich eher als scharfer Beobachter des Lebens im Hinterland. Ganz im Gegensatz zum Zweiten Weltkrieg war Wien (wie übrigens auch Berlin) im Ersten Weltkrieg von direkten Kriegszerstörungen ja weitgehend verschont geblieben.

Der Vortrag befasste sich mit vier Themenkomplexen: Mit der Rolle der Presse, mit der damals verbreiteten Technoromantik, mit der Frage, wem der Krieg nützte und dem Verrat der Intellektuellen. Was sich hinter diesen Stichworten verbirgt, was Reinhard Pietsch dazu zu sagen hatte und wie David Boller zeichnerisch an "Die letzten Tage der Menschheit" heranging, könnt Ihr in unserem Filmmitschnitt der Veranstaltung erfahren.



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Bericht vom: 11.06.2015 - 17:28
Kategorie: Filmmitschnitte
Autor dieses Berichts: Bernd Glasstetter
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