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Künstlergespräch mit Posy Simmonds und Barbara Yelin - Film

Der Freitag abend hatte bei der British Invasion mit geballter Englishness geendet, der Samstag begann mit einer internationalen Begegnung: Paul Gravett unterhielt sich mit Posy Simmonds und Barbara Yelin. Dabei zeigte sich, dass es doch so manche Parallelen zwischen den beiden Zeichnerinnen gibt.

Gravett betrachtet die verstärkte Beteiligung von weiblichen Zeichnern als "evolutionäre Stufe", die eine Comickultur durchlaufen müsse, um über einen bestimmten Punkt hinweg zu reifen. Japan ist dort offensichtlich einer der Vorreiter, aber auch Deutschland und Großbritannien sind auf gutem Weg.

Simmonds zeichnet bereits seit ihrer Kindheit Comics. Dabei waren einige der damaligen Inhalte nicht unbedingt geeignet für eine Neunjährige, ging es doch um Mord und Totschlag. Später ging sie als "Lückenfüllerin" zur britischen Zeitung The Guardian. Dort sollte sie Zeichnungen liefern, um eben die Löcher zwischen den Artikeln zu füllen und die Seiten aufzulockern. Ein solches Loch tat sich auf der "Frauenseite" des Guardian auf, und daraus entstanden die Geschichten um Mrs Weber. Später zeichnete sie unter anderem kurze Portraits von Politikern, die gerade zur Wahl standen.

Bekannt dürfte Simmonds vor allem sein für ihre Literaturadaptionen, die ebenfalls seitenweise auf der Frauenseite des Guardian erschienen: Zunächst "Gemma Bovery", in der die Zeichnerin Anleihen an Flauberts Madame Bovary mit der Ästhetik von Lady Di verband. Später folgte Tamara Drewe, wofür ein Roman aus dem 19. Jahrhundert von Thomas Hardy als Basis diente.

Barbara Yelin ist wohl am bekanntesten ebenfalls für eine Adaption, allerdings keine aus der Literatur: "Gift", das sie zusammen mit Autor Peer Meter herausbrachte, greift eine reale Serienmörderin aus der Bremer Geschichte auf. Stark geprägt wurde nicht nur Yelin, sondern eigentlich eine ganze Zeichnergeneration, von Anke Feuchtenberger, die Yelins Dozentin an der Universität war. Die Kooperation mit Meter war für die Zeichnerin sehr wichtig, da "Gift" seinerzeit ihr erstes längeres Projekt war und sie sich vieles erst noch erarbeiten musste.

Das neue Projekt von Barbara Yelin hat sozusagen ebenfalls realistische Hintergründe: "Irmina" ist inspiriert von Tagebüchern und Briefen, die die Zeichnerin von ihrer Großmutter gefunden hat. Die Geschichte war aber nie als Biografie, sondern immer eher als Comicroman gemeint.

Was dieser Comicroman mit der Südseeinsel Barbados zu tun hat, welchen Zusammenhang Posy Simmonds zwischen Graphic Novels und Filmen sieht und vieles andere könnt Ihr in unserem Filmmitschnitt der Veranstaltung erfahren.



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Bericht vom: 10.06.2015 - 13:05
Kategorie: Tagebuch
Autor dieses Berichts: Bernd Glasstetter
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