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Interview mit Heiner Lünstedt
Wir konnten mit Heiner Lünstedt, einem der zwei Organisatoren des Comicfestivals München, ein kurzes Interview per Mail führen.

Das Comicfestival München wurde in den vergangenen Jahren immer im Zentrum Münchens im Künstlerhaus und im Alten Rathaus veranstaltet. Diese Locations wurden aber nun aufgegeben zugunsten der Alten Kongresshalle in der Nähe der Theresienwiese. Wie kam es dazu und warum wurde diese Entscheidung gefällt?


Die Veranstaltung ist in den letzten Jahren so stark gewachsen, dass selbst relativ geräumige Örtlichkeiten wie das Alte Rathaus oder das Künstlerhaus zu klein sind. Die Verteilung der Verlagsmesse auf Altes Rathaus und Künstlerhaus stieß 2013 teilweise auf Kritik. Mit der Alten Kongresshalle haben wir eine Möglichkeit gefunden um alle Verlage und einen Großteil unseres Programms unter einem Dach präsentieren zu können. Allerdings war die Verlagsmesse innerhalb kürzester Zeit ausgebucht und wir mussten einigen Ausstellern leider absagen.

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Für welche Teile des Comicfestivals wird die Alte Kongresshalle genutzt werden?

Neben der Verlagsmesse mit Signierbühne, werden hier Ausstellungen gezeigt, wie etwa zu unserem diesjährigen Comicgastland Großbritannien. Außerdem gibt es in der Alten Kongresshalle Podiumsgespräche, Zeichenkurse und viele weitere Aktivitäten.

Welche Vorteile bietet die Alte Kongresshalle?

Abgesehen davon, dass es ein sehr schöner großer und etablierter Veranstaltungsort ist, passt auch die Infrastruktur. Die Alte Kongresshalle liegt an der nur zwei Stationen vom Hauptbahnhof entfernten U-Bahn-Haltestelle Schwanthalerhöhe. Direkt nebenan befinden sich mit dem Wirtshaus am Bavariapark und der Kongress Bar zwei schöne Gastlichkeiten mit erschwinglichen Preisen. (Übrigens auch Aldi ist nicht weit). Hinzu kommt ein sehr schöner Biergarten, der – soweit es das Wetter hoffentlich diesmal erlaubt! – viele Comicfreunde zum längeren Verweilen auf dem Festival einladen wird.

Die neue Location liegt etwas außerhalb vom Stadtzentrum. Wie sehen die Planungen dafür aus, damit das Festival dennoch im Zentrum präsent ist?

Wir starten vor dem Festival wieder Ausstellungen im Innenstadtbereich. Ab dem 7. Mai wird im Valentin Karlstadt Musäum die Ausstellung “Die Beatles im Comic“ gezeigt. Weitere Ausstellungen gibt es zu Will Eisner im Jüdischen Museum, Paco Roca und Jordi Lafebre werden ihre Werke persönlich im Instituto Cervantes präsentieren, im Amerikahaus wird Hansi Kraus den Münchner Comicpreis PENG! an den dort auch ausstellenden Tom Bunk überreichen, im Foyer des Volkstheater und in der Volksküche gibt es eine Ausstellung zum 100. Geburtstag von Franz Josef Strauß und auch das urige Bier- und Oktoberfest Museum ist als ältestes Bürgerhaus Münchens wieder dabei. Außerdem drucken wir unser Programmheft wieder in einer Auflage von 100.000 Exemplaren und lassen es als Beilage des Szene-Magazins IN MÜNCHEN in ganz München verteilen. Hinzu kommen noch 1000 Plakate an den Münchner Kultursäulen zu unseren Festival-Themen “Die Beatle im Comic“, Comicgastland Großbritannien und dem PENG!-Preisträger Tom Bunk!

Welche Verlage werden diesmal mit an Bord sein?

In willkürlicher Reihenfolge und ohne Anspruch auf Vollständigkeit (auch der Verlagsnamen): Carlsen, Reprodukt, Egmont, Panini, Cross Cult, Edition Moderne, Salleck, Edition 52, Mosaik, Schreiber & Leser, Avant, Knesebeck, comics-etc., Comic+, dani books, Wick Comics, Virtual Graphics, jaja Verlag, Jacoby & Stuart , Bildschriften Verlag Hannover, THE NEXTART, Holzhof, BEATCOMIX, delfinium prints, JAZAM, Mondfähre, Comic Solidarity, Krakelkomik, Comicaze, Art of Corvin, BK-Produktion, Malmling Studio, Northwest Press… Hinzu kommen noch die Stände von Künstlern wie Goran Sudžuka oder Marie Sann, Kunsthochschulen, Händler mit Original-Artwork, sowie Aussteller, die bei uns in München erstmals bei einem Comicfestival mitmachen. Wir sind sicher, dass dies eine bunte und spannende Mischung wird!

Die Ausstellungen werden zum Teil in der Kongresshalle gezeigt, zum Teil aber auch in ganz München verteilt. Was ist die Idee dahinter?

Natürlich sollen die Ausstellungen im Innenstadtbereich auf den Hauptveranstaltungsort Alte Kongresshalle aufmerksam machen. Doch darüberhinaus ist es sehr schade, wenn die Ausstellungen nur vier Tage gezeigt werden können. So lief die 2013 bereits vor dem  Comicfestival im Bier- und Oktoberfest Museum gestartete Ausstellung “Die Ducks in Deutschland“ noch bis ins nächste Jahr hinein und konnte dadurch – etwa in der Langen Nacht der Museen – zahlreiche zusätzliche Besucher erfreuen.

Die Comicbörse findet diesmal in recht großer räumlicher Entfernung zur Verlagsmesse statt. Was sind die Gründe und was sind die Vorteile dabei?

Es gibt in München leider nur noch einen Veranstalter von Comicbörsen. Dieser hat in direkter Nähe keine geeignete Räumlichkeit gefunden. Uns lagen keine alternative Angebote vor, zur ohne Umsteigen mit der U-Bahn erreichbaren und als Comicbörsen-Örtlichkeit etablierten TonHalle am Ostbahnhof.

Was ist (im Moment) Dein persönliches Highlight 2015?

Wir werden wohl wieder knapp 30 Ausstellungen zeigen, die ich alle auf ihre Art sehr spannend und als Veranstalter herausfordernd finde. Natürlich freue ich mich auch wieder darauf internationale und nationale Comickünstler kennen zu lernen. Heute z. B. habe ich den von mir schon sehr lange verehrten Karikaturisten Horst Haitzinger kennengelernt, da dieser uns bei der Ausstellung zum 100. Geburtstag von Franz Josef Strauß unterstützt. Sich mit großen Künstlern einen Augenblick über deren Arbeit unterhalten zu dürfen, das ist für mich das Salz in der Festivalleiter-Suppe.

Etwas überraschend war es, dass Michael Kompa nicht mehr bei der Festivalleitung an Bord ist, dafür aber Wolfgang J. Fuchs wieder in der Festival-Leitung vertreten ist, der das Comicfestival einst gegründet hat. Wie kam es dazu?

Michael Kompa ist weiterhin mit an Bord. Er gab und gibt dem Festival entscheidende Impulse. Überraschend hingegen ist, dass er neben seiner anspruchsvollen beruflichen Tätigkeit auch noch maßgeblich durch das Einladen von Gästen wie Robert Crumb, Miguelanxo Prado oder aktuell Dave McKean, sowie durch das Erschließen neuer Veranstaltungsörtlichkeiten dazu beigetragen hat, dass sich das Comicfestival in den letzten Jahren so stark weiter entwickelt hat. Da die Familie Kompa jetzt Zuwachs namens Peter bekommen hat, ist es hingegen nicht überraschend, dass Michael die Leitung des Festivals abgegeben hat. Mit dem international renommierten Münchner Comic-Experten Wolfgang J. Fuchs (“Comics – Anatomie eines Massenmediums“) schließt sich ein Kreis. Ein Jahr nach dem ersten Comic Salon in Erlangen hat Wolfgang 1985 im Veranstaltungszentrum Gasteig die “Münchner Comic-Tage“ organisiert. Seitdem gab es in München – immer mit Unterstützung des städtischen Kulturreferats - mindestens alle zwei Jahre Comic-Veranstaltungen und so soll es auch bleiben!

Wir bedanken uns ganz herzlich und werden sicher noch einmal vor dem Festival mit Heiner sprechen.


Daten dieses Berichts
Bericht vom: 27.03.2015 - 19:10
Kategorie: Tagebuch
Autor dieses Berichts: Bernd Glasstetter
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