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Comic Solidarity präsentiert - Webcomics im Fokus: Webmanga

Zum Abschluss des zweiten Panels, das die Comic Solidarity auf dem Comic-Salon Erlangen organisiert hatte, gab Michael Decomain einen Überblick über die Webmanga-Szene.

Nicht nur die Comic-Szene hat die gelegentlich unselige Tendenz, sich in immer kleinere Gruppen, Untergruppen und Unter-Untergruppen auseinanderzudefinieren. Dabei kann man oft Faszinierendes entdecken, wenn man mal den Blick über den Rand des eigenen kleinen Tellers richtet. Ein Beispiel ist die deutsche Webmanga-Szene.

Zunächst gab Michael Decomain einen kurzen Abriss der Geschichte des Manga, die mit jahrhunderalten Holzschnitten begann. Die US-Comics, die die amerikanischen Besatzer nach dem Zweiten Weltkrieg mit nach Japan brachten, wurden zur Inspiration für das, was wir heute als Manga kennen. Neben der künstlerischen spielt bei Manga auch die kulturelle Praxis eine große Rolle. Manga-Fans konsumieren nicht "nur" passiv, sondern werden mit Fanart, Cosplays, Conventions und vielem mehr selbst aktiv. Daneben gibt es noch viele weitere Aspekte, die aber hier den Rahmen sprengen würden.

Eine weitere Form der "Eigeninitiative" sind Doujinshis. Das sind im Prinzip Fanzines, die ohne einen Verlag produziert werden. Sie werden also nicht professionell hergestellt, wollen (und können) oft aber durchaus professionellen Qualitätsansprüchen genügen.

In Japan ist die Doujinshi-Kultur zu enormen Ausmaßen herangewachsen. Zwei Mal pro Jahr findet die Comiket statt. Auf diesem "Comic Market" werden ausschließlich Doujinshi angeboten - und das in großem Maßstab. Was Mitte der Siebziger mit rund 30 Zeichnergruppen (sogenannten "Circles") und geschätzten 600 Besuchern begann, hat inzwischen mehr als 30.000 Aussteller und über eine halbe Million Besucher erreicht. Man könnte sagen, auf der Comiket stellen alle sechs Monate mehr Anbieter aus, als der Comic-Salon Erlangen alle zwei Jahre an Besuchern erreicht. Das nur, um die Dimensionen zu verdeutlichen.

In Deutschland hat die Szene noch längst nicht diese Größenordnungen erreicht, wächst aber seit dem Ende der 1990er Jahre ebenfalls stark. Das Internet mit Portalen wie der Website des Animexx oder zunehmend "allgemeinen" sozialen Netzwerken wie Facebook ist damit eng verbunden. Es gibt "Sonderfälle" wie "Gott Gaus" oder "Stupid Story", die aus der Doujinshi-Szene heraus von einem Verlag veröffentlicht werden, aber das sind laut Decomain die absoluten Ausnahmen. Das Self Publishing ist in der Webmanga-Szene extrem im Kommen, die Zahl der angebotenen Titel sei regelrecht explodiert. Dazu tragen nicht zuletzt die technischen Verbesserungen wie der Digitaldruck bei.

Als Abschluss stellte Michael Decomain noch einige seiner persönlichen Perlen aus der Doushinji-Szene vor, die seiner Meinung nach mehr Beachtung verdient hätten. Der kurze Einblick in die einzelnen Werke, der meist aus einer präsentierten Seite bestand, war schon einmal sehr vielversprechend. Vielleicht war ja ein Vertreter der "klassischen" Manga-Verlage im Publikum, und in einigen Jahren erinnert sich der Künstler hinter einem neuen Megaseller, wie damals alles angefangen hat, mit einem Vortrag beim Comic-Salon 2014...

Die beiden vorhergehenden Teile dieses Panels findet Ihr der besseren Übersicht wegen in eigenen Berichten, nämlich Lukas Wildes Überlegungen zum Comic-Begriff sowie Johannes Kretzschmars Ausführungen zu Internet-Memen.



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Bericht vom: 29.06.2014 - 14:25
Kategorie: Filmmitschnitte
Autor dieses Berichts: Henning Kockerbeck
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