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Comic des Jahres 2005

Wieder einmal hat die Jury sich einen Comic aus den letzten zwölf Monaten ausgeguckt, den sie besonders gelungen fand, und ihn zum "Comic des Jahres 2005" erklärt. Und wieder einmal können sich vermutlich sehr viele Fans ihrem Urteil anschließen, denn der Gewinner ist Craig Thompson für Blankets. Nach einer kurzen Einführung von Wolfgang Strzyz und einigen Worten von Jury-Mitglied Eckard Sackmann beginnt der Comic-Journalist Lutz Göllner mit seiner Laudatio auf den Preisträger. Der steht daneben, und man glaubt sofort, daß der Craig aus Blankets viel mit dem realen Craig zu tun hat, so zurückhaltend und verletzlich wirkt der Zeichner.

Wie gewohnt wird neben dem Zeichner auch sein deutscher Verleger ausgezeichnet. Hier läßt sich Speed-Chef Thomas Tilsner aus persönlichen Gründen entschuldigen. An seiner Stelle ist Sebastian "Sobek" Öhler gekommen. Das ist besonders passend, weil Sebastian Öhler auch an Craig Thompsons neuestem auf Deutsch erschienenen Comic beteiligt war: In "Tagebuch einer Reise", erschienen bei Reprodukt, erzählt Thompson von seinen Promotouren für Blankets durch die halbe Welt.

Diese Promotouren sind auch der Grund dafür, daß Thompsons nächstes großes Projekt nicht recht weiter kommt. Bei alleine sechs internationalen Reisen im Jahr 2005 bleibt nicht viel Zeit und Muße zum Comiczeichnen. Aber 2007 soll "Habibi", das ebenso umfangreich wie das ausgezeichnete Blankets werden soll, dann erscheinen. Interessanterweise arbeiten bereits Übersetzer an Rohfassungen, so daß unter anderem die deutsche Fassung nacht dem Erscheinen des englischen Originals nicht zu lange auf sich warten lassen dürfte. Craig Thompson erzählt, daß er während der Arbeit an Blankets mit mehreren Mitbewohnern in einer Ein-Zimmer-Wohnung lebte. Dort sei er so vom Rest der Welt abgeschlossen gewesen, daß er in Ruhe zeichnen konnte. Obwohl Thompson sich natürlich über den Erfolg seines Comics freut, ist das ein Aspekt, zu dem er bald wieder zurückkehren möchte.

Auch zum Inhalt von "Habibi" verrät Craig Thompson schon etwas: Angesiedelt in einem fiktionalen Nahen Osten soll die Geschichte an Tausendundeine Nacht erinnern, mit Anklägen in Richtung Politik und Umwelt. Und es gibt eine Liebesgeschichte.

Aus dem Publikum kommt die Frage, ob es dem Zeichner etwas ausmache, wenn so viele Menschen überall auf der Welt das doch sehr persönliche Blankets lesen. Craig Thompson verneint das. Beispielsweise mit seinen Eltern hat es wegen des Comics Konflikte gegeben, aber insgesamt lägen die geschilderten Ereignisse schon lange genug zurück. Ob das reale Vorbild für Raina Blankets inzwischen gelesen hat, kann Thompson nicht sagen, aber immerhin hat er durch den Comic Kontakt zu Freunden von ihr bekommen.

Wer sich einen Comic von Craig Thompson signieren lassen wollte, mußte sich übrigens noch etwas gedulden: Seine Signierstunde wurde mit der von Marjane Satrapi (Persepolis, Sticheleien) zusammengelegt. Denn die beiden Comic-Künstler sind gute Freunde.



Daten dieses Berichts
Bericht vom: 19.10.2005 - 21:42
Kategorie: Tagebuch
Autor dieses Berichts: Henning Kockerbeck
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