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Tim un die dreggische Dreckwätz - Tim und Struppi auf Hessisch

Erbarme! Zu spät! Tim und Struppi komme!

Oder so ähnlich.

Asterix babbelt ja schon lange Hessisch und kennt sich auch in diversen anderen deutschen Dialekten aus - inzwischen sind bald doppelt so viele Mundart-Übersetzungen der Abenteuer des kleinen Galliers erschienen wie es "Originalbände" gibt, nämlich knapp 70. Auch Donald, Onkel Dagobert & Co. haben bereits Ausflüge ins Schwäbische, Plattdeutsche und natürlich Hessische gemacht.

Neu im Club ist Tintin, oder wie er hierzulande auf Hochdeutsch heißt, Tim mit seinem ständigen Begleiter Struppi. Der trägt auch in "Tim un die Picaros" den gewohnten Namen, aber sonst wimmelt es nur so von Hannebambels, Brunneputzer, babbische Babbas und allgemein hessischen Messerstechern, auch im wohlbekannten südamerikanischen Hammaakalabbe. Und "Kabitän" Haddock vergeht fast die Lust auf sein geliebtes "Stöffche" (für Nicht-Hessen: Apfelwein).

Auf der Frankfurter Buchmesse hat Übersetzer Jürgen Leber den ersten Tim und Struppi-Mundartband präsentiert und natürlich die Gelegenheit genutzt, einige Seiten darauf vorzutragen. Mancher mag ja noch Zweifel gehabt haben, ob der doch etwas spießige, pullundertragende Tim sich so gut mit Mundart verträgt wie die eher anarchisch angehauchten Gallier und Enten. Aber schon nach den ersten hessischen Sprechblasen wurde deutlich, das geht sehr wohl und sehr gut.

Eigentlich kein Wunder, ist gerade Kabitän Haddock, wie Jürgen Leber nicht müde wird zu betonen, im Grunde eine urhessische Figur. Schließlich trägt er sein Herz auf der Zunge und flucht gerne und oft, wie man es auch dem einen oder anderen Hessen nachsagt. Und was seine Vorliebe fürs Stöffche betrifft, da brauche mir gar nicht drübber redde.

Und wenn man genau hinsieht, könnte man auf die Idee kommen, dass Hergé persönlich die Übertragung ins Hessische antizipiert und gut geheißen hat. Denn die Trinkgefäße, die man im Comic sieht, sind nicht etwa für die Mundartausgabe hineinretuschiert. Nein, schon im Original von 1976 trinken Haddock & Co. ausm Gerippte. Das kann doch kein Zufall sein!

Gut für die Besucher der Frankfurter Buchmesse, schlecht für die Daheimgebliebenen: Jürgen Leber hat es bei der Veranstaltung so gut gemeint und so viel aus dem Band vorgelesen, dass wir den Filmmitschnitt leider nicht veröffentlichen dürfen. Urheberrechte, zu viel für ein Zitat und sowas alles. Schade, oder wie die Hessen sagen würden: Was e Gefuddel!



Daten dieses Berichts
Bericht vom: 10.10.2013 - 09:28
Kategorie: Tagebuch
Autor dieses Berichts: Henning Kockerbeck
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