SplashpagesSplashbooksSplashcomicsSplashgamesComicforumImpressumEntertainweb


In der Datenbank befinden sich derzeit 43 Events. Alle Events anzeigen...
Specials Eventspecials

Osmose – Projekt (Goethe-Institut Porto Alegre)

Passend zum Gastland Brasilien auf der Buchmesse gibt es natürlich auch Events zu brasilianischen Comics, und mit in diese Kategorie passt auf jeden Fall das Osmose-Projekt. Hier handelt es sich um ein Projekt des Goethe-Institutes von Porto Alegre in Brasilien, in dem drei deutsche und drei brasilianische Comiczeichner für 4 Wochen jeweils in das andere Land gereist sind und ihre Erlebnisse in einem gemeinsamen, zweisprachigen Comic veröffentlicht haben.

Bei dem Künstlergespräch dabei waren die Comiczeichner Birgit Weyhe, Mawil und Paula Mastroberti, sowie Marina Ludemann vom Goethe-Institut, der Kurator Augusto Paim, und Filipe Tavares von Cross Cult als Übersetzer. Die Auswahl der Comiczeichner hat Herr Paim übernommen, nach den Kriterien, dass die Zeichner sowohl zeichnen, schreiben und kolorieren können, dass sie den eigenen Stil repräsentieren, und noch nie zuvor im neuen Gastland waren. Bei Birgit Weyhe hat die Adaption an Brasilien gut funktioniert, da sie in Südafrika aufgewachsen ist und sich sofort aufgrund der Farben und Gerüche wie zu Hause gefühlt hat - allerdings hat sie von einem der brasilianischen Künstler erzählt, Amaral, der im August in Hamburg zu Gast war und es aufgrund der kühlen Art der Norddeutschen und des grässlichen Wetters sehr schwer hatte, sich dort einzuleben. Auch Mawil aus Berlin ist es leicht gefallen, in Porto Alegre Fuß zu fassen, da der Süden von Brasilien wohl recht europäisch geprägt ist und es ihn eher schockiert hat festzustellen, dass es dort auch Oktoberfeste gibt.

Ihren eigenen Stil hat es nicht unbedingt verändert, sich in dem fremden Land aufzuhalten, haben die Zeichner übereinstimmend berichtet - obwohl Birgit Weyhe sich fest vorgenommen hat, in Brasilien endlich mit Farbe zu zeichnen, und in ihrem neuen Werk tatsächlich zum Schwarz und Weiß noch ein freundliches, gedecktes Ocker hinzukommen wird. Paula Mastroberti hat ihren Stil, den sie in Brasilien oft verteidigen musste, in Berlin viel öfter wiedererkannt als zu Hause, und geht gestärkt aus dieser Begegnung hervor. Sie wurde in Berlin von den Damen von SPRING unter die Fittiche genommen, die die Sichtbarkeit von Comiczeichnerinnen fördern wollen. Mawil wurde in Porto Alegre von diversen Zeichnern direkt mit einem brasilianischen Barbecue empfangen und revanchierte sich, in dem er den 24-Stunden-Comictag dort bekannt machte und es schaffte, einen solchen Tag mit sieben Zeichnern anzufangen und immerhin mit einem weiteren Zeichner auch durchzuhalten.

Abzuwarten bleibt jetzt, wie viel Erfolg einem Comic beschieden sein mag, der zur Hälfte auf portugiesisch ist und vermutlich von allen Lesern jeweils nur zur Hälfte verstanden wird - wobei ich es persönlich spannender fände, die Comics der brasilianischen Zeichner zu lesen und ihre Wahrnehmung der deutschen Kultur zu sehen als die der Deutschen in Brasilien…

Zum Weiterlesen: Der Blog des Osmose-Projektes unter blog.goethe.de/osmose



Daten dieses Berichts
Bericht vom: 09.10.2013 - 18:42
Kategorie: Tagebuch
Autor dieses Berichts: Skrollan Kannengieer
«« Der vorhergehende Bericht
Volker Reiche: Kiesgrubennacht (Graphic Novel, Suhrkamp)
Der nächste Bericht »»
Und es ist doch (auch) für Kinder - Comicfrühstück für Buchhändler und Bibliothekare