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Der sieht aber doch gar nicht so aus! Don Camillo und Peppone als Comic

Update: In der ursprünglichen Version dieses Berichts stand, dass der erste Band der Serie zum Comicfestival erscheine. Tatsächlich erscheint in diesem Tagen bereits der zweite Band.

Don Camillo und Peppone? Das sind doch diese Filme mit Fernandel? Ja, auch, aber hier geht es um etwas anderes. Denn bereits die bekannten Filme waren Adaptionen der originalen Geschichten, die der italienische Autor Giovannino Guareschi zwischen 1946 und 1966 schrieb. Insgesamt hat Guareschi unter dem Titel "Mondo Piccolo" (übersetzt etwa "Kleine Welt") mehr als 300 Erzählungen verfasst, in denen meist, aber nicht immer, das streitlustige Paar im Mittelpunkt steht.

Und eben diese Erzählungen sind die Basis für ein aufwendiges Comicprojekt, dessen erste beiden Bände bereits auf Deutsch bei Salleck Publications erschienen sind. In Italien ist man bereits bei Band 6, geplant sind bisher neun Bände. Allerdings enthält ein Band jeweils 9 der Originalgeschichten plus zwei Extraepisoden, die an Mondo Piccolo angelehnt sind. Diese Zusatzgeschichten sollen die Welt der damaligen Zeit besser nachvollziehbar machen und einigen Charakteren, die "eigentlich" eher Nebenfiguren sind, den ihnen gebührenden Raum geben. Um alle Erzählungen von Guareschi zu veröffentlichen, müsste der Comic es demzufolge auf über 35 Bände schaffen.

Die Macher haben sich vorgenommen, dieses Mammutprojekt auch durchzuziehen - den entsprechenden Zuspruch der Leser vorausgesetzt. Und in Italien sieht es bisher sehr gut dafür aus. Das berichteten zwei der beteiligten Zeichner, Werner Maresta und Elena Pianta, in einem Künstlergespräch am Samstag. Die Erzählungen werden entlang der erzählerischen Chronologie umgesetzt, so dass wir im ersten Band Don Camillo und Peppone als kleine Kinder erleben.

Die beiden streiten sich im fiktiven Örtchen Boscaccio, aber Guareschi ließ sich von Gebäuden, Straßenzügen und Personen in verschiedenen Orten inspirieren. Das Team des Comics hat sich nun nicht von der Optik der Filme inspirieren lassen und etwa "seinem" Don Camillo das Gesicht Fernandels aufgesetzt. Stattdessen wurde aufwendig recherchiert, welche Vorbilder Guareschi seinerzeit verwendet hat. Don Camillos Kirche im Comic ist bespielsweise genau nach der Kirche gestaltet, von der sich Guareschi hat inspirieren lassen. Das geht manchmal sogar soweit, dass die anderen Zeichner es Werner Maresta etwas "übelgenommen" haben. Denn Maresta war dafür verantwortlich, die Vorgaben für das restliche Team zu erarbeiten, was Architektur und Ortschaften angeht. Die anderen Zeichner mussten seine sehr detailreichen Vorgaben dann in ihren Zeichnungen nachvollziehen. Elena Pianta wiederum war dafür zuständig, dass die Charaktere nicht bei jedem Zeichner anders aussehen. Auch in ihre Aufgabe hat sie viel Zeit und Recherche investiert. Das bedeutet, es ist alles andere als ein Zufall, dass einer der Charaktere das Gesicht von Guareschi persönlich trägt.

Was die beiden Zeichner noch über den Comic zu erzählen hatte, könnt Ihr in unserem Filmmitschnitt sehen. Denn auch bei dieser Veranstaltung arbeiten die Kollegen gerade das Rohmaterial auf, und sobald der Film fertig ist, werden wir ihn hier anfügen. Das Gespräch wurde übrigens unterstützt von derselben jungen Dame, die auch beim Gespräch mit Milo Manara gut übersetzt hatte.

Wir haben mit Werner Maresta ein Interview geführt. Dieses wird nach dem Comicfestival online gehen, da wir es auf Italienisch geführt haben und es erst noch übersetzt werden muss.



Daten dieses Berichts
Bericht vom: 01.06.2013 - 18:07
Kategorie: Tagebuch
Autor dieses Berichts: Henning Kockerbeck
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