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Das kleine Volk mit blauen Haaren

Luke Pearson und Lars von ToeneMan wirft der britischen Comicszene gelegentlich vor, dass sie über die Rolle eines Anhängsels an die amerikanische nicht hinaus kommt. Dass es sich bei dieser Ansicht um ein reines Vorurteil handelt, zeigt gerade ein kleines Mädchen mit blauen Haaren namens Hilda, gemeinsam mit ihren Schöpfer Luke Pearson. Der Brite war am Donnerstag zum Künstlergespräch mit Lars von Törne nach München gekommen.

Die Ursprünge von Hilda liegen in der nordischen Folklore und Mythologie, womit sich Pearson schon auf der Universität beschäftigte. Diese Ansätze hat der Künstler mit eigenen Ideen und Charakteren verbunden und damit etwas ganz Eigenes geschaffen. Wobei, geschaffen hat sich Hilda ein Stück weit selbst. Denn wie viele Zeichner arbeitet auch Luke Pearson oft mit Skizzenbüchern. In diesen Skizzen begann, zunächst ohne Absicht oder großen Hintersinn, ein kleines Mädchen mit blauen Haaren, öfter aufzutauchen. Die (zu Beginn) dezidiert spitze Nase, die die endgültige Fassung erhielt, ist übrigens ein kleine Hommage an Snuffkin aus dem Mumin-Strips.

Den ersten "richtigen" Auftritt hatte das kleine Mädchen im Band "Hildafolk". Der Titel war angelehnt an das isländische Wort für das "kleine Volk", die Elfen, Feen, Naturgeister und andere Gestalten vor allem des keltischen Kulturkreises. Und so hatte die Heldin ihren Namen weg, eben Hilda.

Luke Pearson"Hildafolk" war ein großer Erfolg, was dazu führte, dass Pearson zwei weitere Bände um das kleine Mädchen folgen ließ. Der erste davon ist mittlerweile auch auf Deutsch erhältlich unter dem Titel "Hilda und der Mitternachtsriese". SPIEGEL online nennt den Comic "eines der schönsten Comics der vergangenen Jahre. Weitere Abenteuer des kleinen Mädchens sollen folgen. Allerdings will Pearson nicht für den Rest seines Lebens Hilda zeichnen: Sein Spektrum ist erheblich breiter. Im Gespräch wurde unter anderem die düstere, klar an erwachsene Leser gerichtete Geschichte "Everything we miss" vorgestellt. Ganz anders als Hilda, aber ebenfalls sehr interessant. Auf der Website von Luke Pearson gibt es eine ganze Reihe von weiteren, höchst abwechslungsreichen kleinen Comics zu sehen. Hilda betrachtet der Künstler als eine Art sehr erfreuliche Ablenkung von der Art Comics, wie er sie zuvor gemacht hatte.

Wir haben auch dieses Künstlergespräch mit der Kamera begleitet, und sobald die Kollegen das Rohmaterial aufgearbeitet haben, werdet Ihr den Film hier angehängt finden.

Update: Und hier ist der Film.



Daten dieses Berichts
Bericht vom: 31.05.2013 - 13:18
Kategorie: Tagebuch
Autor dieses Berichts: Henning Kockerbeck
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