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Malcolm Max

Malcolm Max

Malcolm Max gibt in dem Album „Body Snatchers“ sein Comic-Debüt. Mit ihrer zart hingetupften Gruselatmosphäre, ihren labyrinthischen Verwicklungen, geheimnisvollen Verbrechen und unheimlichen Hintergründen zollt die Erzählung stilistisch dem gotischen Schauerroman Rechnung. Gekoppelt ist das Geschehen mit Hexenzauber, Totenauferstehung und mechanischen Erfindungen, die wie Wunder erscheinen. Einen mit der Anziehungskraft eines Insekts gesegneten und von wollüstigen Sexphantasien beherrschten Triebtäter gibt es darin selbstverständlich auch.

Überdies machen zwei ebenso unerschrockene wie liebreizende Ladies die Geschichte lesenswert: Charisma Myskina, die Tochter einer Hexe und eines Vampirs, und die emanzipatorisch angehauchte Journalistin Fiona Pankhurst. In Bezug auf Persönlichkeit und Charakter unterscheiden sich die beiden Schönheiten höchst bemerkenswert von den Grazien, mit denen Malcolm Max ansonsten – nun ja – gesellschaftlichen Umgang pflegt. Die von ihm bevorzugten Sirenen für eine Nacht besitzen für gewöhnlich kaum mehr Tiefgang als ein Luftkissenboot.

Trotz des zugegeben skurrilen Sujets hätte „Body Snatchers“ durchaus eine beschauliche Comic-Erzählung sein können, wäre da nicht dieser unsubtile Serienmörder, der die nebeldurchtränkten Nächte im viktorianischen London mit seiner todbringenden Gegenwart beehrt. Dieser Irre unterscheidet sich vom normalen Irren durch den sicherlich erwähnenswerten Umstand, dass er eigentlich seit einem Jahr tot ist. Er verlor sozusagen seinen Kopf unter Beihilfe des königlichen Scharfrichters und dessen Henkersbeil.

Deshalb akkumulieren die Leichen in „Body Snatchers“ auf höchst unerfreuliche Weise. An dieser Stelle sei der Hinweis gestattet, dass das Malcolm-Max-Abenteuer kein versöhnliches Ende auf Lager hat. Wer also Geschichten mit einem gängigen Anfang, soliden Mittelteil und glücklichen Ausgang bevorzugt, sollte besser auf ein anderes Werk der Kioskliteratur zurückgreifen.

Dass die Geschichte auch noch mit einer „Totenbeschwörung“ und einer „Nackttänzerin“ aufwartet, stimmt Freunde gefälliger Unterhaltung vermutlich auch nicht versöhnlicher. Ganz zu schweigen von einem schrulligen Inspector von Scotland Yard, der die Kombinationsfähigkeit eines bemoosten Ziegelsteins besitzt.

So fliegt die Handlung dahin, in deren Verlauf der Vampirjäger und seine Begleiterin (die kurioserweise eine Halbvampirin ist) aufrechten Hauptes den Bedrohungen begegnen, die hinter jeder Ecke zu lauern scheinen. Ausgehend von einem verstörenden Leichenhandel nimmt das Treiben in diesem Comic-Album Dimensionen an, die jedes Maß an Normalität überschreiten. Kopfüber stürzen sich unser tapferer Held und seine nicht minder unerschrockene Gefährtin von einem gefährlichen Abenteuer ins nächste. Wobei ihnen Rätsel wie die personifizierte Unergiebigkeit einer Sphinx im Verbund mit grotesken Bedrohungen nur so um die Ohren schwirren. Mithin schweben schließlich beide in Lebensgefahr (als hätte der geneigte Leser etwas anderes erwartet).

Dieses Opus um makabere Abwegigkeiten wurde von den beiden deutschen Künstlern Peter Mennigen (Autor) und Ingo Römling (Zeichner) geschaffen. Peter Mennigen wuchs in Meckenheim bei Bonn und Ingo Römling in Frankfurt am Main auf. Vermutlich werden beide an ihren Wohnorten auch zu Grabe getragen, sollten sie zuvor nicht Opfer unvorhersehbarer Begebenheiten werden, beispielsweise in Form einer Entführung durch experimentierfreudige Aliens. Im Jahre 2011 führte sie das Schicksal, möglicherweise auch bloß ein launischer Zufall, im Internet zusammen. Als hätten die beiden zu diesem Zeitpunkt nicht schon genug Arbeit um die Ohren gehabt, beschlossen sie Malcolm Max zu seinem ersten Auftritt auf der großen Bühne der Comics zu verhelfen. Bis dahin war der exzentrische Dämonen- und Vampirjäger allerdings kein Unbekannter in der Medienwelt. Er erlebte seine Abenteuer jedoch exklusiv in Hörspielen.

Nichtsdestotrotz schmiedete der Autor aus transzendenter Phantasie und düsteren Worten und der Zeichner mit kühnem Strich diese Schauergeschichte, die im März 2013 im Splitter Verlag erschien.

Mag das Comic-Abenteuer „Body Snatchers“ vielleicht keine zwingende, so möglicherweise dennoch höchst unterhaltsame Alternative zu der eher lahmen Wirklichkeit darstellen, in der unser Leben gemeinhin dahinplätschert.

Der Autor: Peter Mennigen

Peter Mennigen studierte Mitte der Siebziger Jahre Kunst/Design in Köln. Seine ersten Comic-Szenarien verfasste er im Frühjahr 1977 für „Fix und Foxi“ aus dem Kauka Verlag. Vom Herbst desselben Jahres bis Mitte der 90er schrieb er für den Bastei Verlag zahlreiche Comic-Serien wie „Gespenster Geschichten“, „Phantom“, „Bessy“, „Vanessa“, „Biggi“, „Felix“, „Lasso“, „Silberpfeil“, „Conny“ u.v.m. Vor und nach dem Jahrtausendwechsel war er als Comic-Autor für Egmont bzw. den Ehapa Verlag und Panini tätig.

In den vergangenen Jahrzehnten arbeitete Peter Mennigen dabei mit führenden europäischen Comic-Zeichnern zusammen, wie Esteban Maroto („Manos“), Morris („Lucky Luke“) und Jean Tabary („Isnogud“).

Neben Büchern und Hörspielen verfasst(e) er Skripte für TV-Reihen im Auftrag von RTL, RTV und Nickelodeon. Aus seiner Tätigkeit für den WWF und dem WDR ging eine Vielzahl „Käpt’n Blaubär“-Geschichten hervor.

Im Jahr 2002 produzierte Peter Mennigen erstmals einen Film, der auf dem „Münchener Filmfestival“ uraufgeführt und mehrfach im deutschen Fernsehen ausgestrahlt wurde.

Das Szenario für den Malcolm Max Comic „Body Snatchers“ fertigte er im Jahr 2011 an. Parallel dazu begann er die Arbeit an Büchern der neu konzipierten E-Book-Reihe „Cotton reloaded“ für den Bastei Verlag.

Der Zeichner: Ingo Römling

Ingo Römling ist als freiberuflicher Illustrator, Comic- Zeichner und Grafiker in Frankfurt am Main tätig. Neben der Schule arbeitete er bereits mit 15 Jahren als Illustrator für Verlage und Werbeagenturen.

In den frühen 90ern begann er Illustrationen am Computer zu kolorieren und zu bearbeiten. Seine Tätigkeit weitete sich schnell auf die Bereiche Character-Design und 3D-Grafik, aber auch Reinzeichnung und Druckvorstufe aus.

Im Jahre 2003 machte er sich selbstständig. Er fertigte zahlreiche Cover-Designs für Bands aus dem Gothic- und Metal-Bereich an. Wie zum Beispiel für „Strict Confidence“, „Diary Of Dreams“, „Letzte Instanz“, „Samsas Traum“, „Alestorm“, „ASP“, „L’Ame Immortelle“, „Atrocity“, „Lacrimosa“. Unter seinen Kunden waren auch internationale Größen wie der US-Filmkomponist Charlie Clouser (der über 10 Jahre Live-Keyboarder bei „Nine Inch Nails“ war und mit „Marilyn Manson“, „Rob Zombie“, „Jamiroquai“, „Atari Teenage Riot“ und „David Bowie“ zusammenarbeitete).

Heute zählen neben zahlreichen Bands unter anderem auch „Der Spiegel“, der „Westermann Verlag“, „Leo Burnett“, „Saatchi“, „Ogilvy & Mather“, „Jung von Matt“, „Sony Music“, „BMG“, „EMi“, „Tupperware“, „Deutsche Bank“ und „Related Designs/Ubisoft“ zu seinen Auftraggebern. Seit 2009 zeichnete er diverse Cover und auch Stories für die erfolgreiche Serie „Die Toten“, erschienen im Zwerchfell-Verlag. „Malcolm Max“ ist sein erstes Comic-Album.



Daten dieses Berichts
Bericht vom: 11.04.2013 - 00:14
Kategorie: Tagebuch
Autor dieses Berichts: Bernd Glasstetter
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