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In der Datenbank befinden sich derzeit 43 Events. Alle Events anzeigen...
Specials Eventspecials

Die Ausstellungen 2013 - Teil 1
Die ersten konkreten Einzelheiten zu den Ausstellungen 2013 sind nun bekannt und wir wollen sie Euch hier zusammenfassen. Zunächst einmal eine Übersicht:
  • Im Künstlerhaus werden unter anderem das Gastland Italien, 75 Jahre Superman, Peer Meter / David von Bassewitz und die Abrafaxe ausgestellt.
  • Im Jagd- und Fischerei-Museum wird mit der Ausstellung "Hägar, Wickie und die Wikinger" der 40. Geburtstag von Hägar und der 50. Geburtstag von Wickie gefeiert.
  • Der Christian Fischbacher Showroom zeigt Originale von Dieter Kalenbach, dessen Serie "Turi und Tolk" 40 Jahre alt wird. 
  • Das Bier- und Oktoberfest-Museum zeigt "Die Ducks in Deutschland".
  • Das Jüdische Museum beschäftigt sich mit Fredric Wertham und dem Comics Code.
  • Im Valentin Karlstadt Musäum findet eine Underground Comix Ausstellung statt, mit Originalen von Robert Crumb, Gilbert Shelton, Denis Kitchen, S.Clay Wilson uvm.
  • Im Amerika Haus zollen über 70 nationale und internationale Zeichner Robert Crumb mit einer Tribut-Ausstellung ihren Respekt.
  • Im Foyer des Kulturreferats präsentiert Baru eine Werkschau.
  • In der Galerie Truk Tschechtarow erfolgt eine Ralf König-Retrospektive.
  • Im Café Kosmos präsentiert Barbara Yelin Highlights ihrer Serie "Riekes Notizen".
  • Die Galerie Gerhard Grabsdorf in der Aventinstraße 10 zeigt Christian Mosers "Kleine Köpfe"-Ausstellung.
Weitere Ausstellungen sind in Planung und wir werden Euch informieren, sobald wir mehr wissen.

75 Jahre Superman
Obwohl er der Urvater aller Superhelden ist, hat Superman noch kein bißchen Rost angesetzt. Das liegt sicherlich auch daran, dass er alle Jubeljahre kräftig durchgestylt wird. Seinen ersten Auftritt hatte Superman 1933 in einer Schülerzeitung. Damals glaubten seine Schöpfer Jerry Siegel und Joe Shuster zwei schüchterne, jüdische Schuljungen, dass Superkräfte garantiert missbraucht werden würden. Daher war der allererste Superman zunächst einmal ein glatzköpfiger Schurke. Doch in einer Nacht im Jahre 1934 fügten sich im Kopf des siebzehnjährige Jerry Siegel plötzlich alle wesentlichen Mythen-Puzzleteile zusammen: Der zerstörten Heimatplaneten Krypton, das Baby in der Rakete und die Geheimidentität als Reporter Clark Kent, der in seine Kollegin Lois Lane verschossen ist, die wiederum Superman anhimmelt. Siegel rannte zu Joe Shuster, der damals in der selben Gegend in Cleveland wohnte, und bat ihn seine Entwürfe in Zeichnungen umzusetzen.

Obwohl Siegel und Shuster bereits Comic-Stories an den DC-Verlag verkauften, hielten sie ihren Superman erst einmal zurück. Sie versuchten ihn erfolglos, sicher auch bedingt durch ihre Schüchternheit, bei diversen Zeitungen als täglichen Strip unterzubringen. Über Umwege landeten ihre Entwürfe dann doch bei DC. Dort zahlte man ihnen 10 Dollar pro Comic-Seite und erwarb damit gleichzeitig die Rechte an der Figur. Im Juni 1938 erfolgte Supermans erster Auftritt in "Action Comics", einem 10 Cent-Comic-Heft, für das heute bis wenn es in Top qualität vorliegt über 2 Millionen Dollar gezahlt werden. Der Stählerne landete gleich auf der Titelseite der ersten Ausgabe. Obwohl er die nächsten Titelbilder nicht mehr schmückte, war es ausschließlich ihm zu verdanken, dass die Auflage von "Action Comics" auf über 500.000 Exemplare anstieg und sich kontinuierlich der Millionengrenze näherte. Die Zeichnungen der ersten Superman-Stories wirken noch etwas primitiv, was hauptsächlich daran lag, dass Shusters, bereits für Zeitungsstrips gefertigten, relativ groben Panels einfach schnell und notdürftig auf Heftformat ummontiert und ergänzt wurden. Die Geschichten waren jedoch alles andere als primitiv. In seinen ersten Stories setzt sich Superman mit sozialen Problemen, korrupten Politikern oder etwa einem Lynchmob auseinander. Dem Erfolg tat dies keinen Abbruch, ganz im Gegenteil: Bereits im Sommer 1939 erhielt Superman ein eigenes Heft.

Mehr zur Ausstellung und zu Superman könnt Ihr auf der Website des Comicfestivals nachlesen...

Ergänzend dazu gibt es die Ausstellung Superman im Film, TV und Radio, zu der man näheres ebenfalls auf der Website des Comicfestivals erfahren kann...

Abrafaxe
In der DDR hießen Comics Bildergeschichten und bei dem Comic-Magazin Mosaik, das seit 1955 eine durchgehende Comicgeschichte erzählt, handelte es sich folglich auch um eine Bilderzeitschrift. Die Helden dieser Geschichte waren die Digedags. 1975 kam es zu einer großen Krise innerhalb der ostdeutschen Comicsgeschichte, denn der Digedag-Schöpfer Hannes Hegen zerstritt sich seinerzeit mit dem Verlag Junge Welt. Da Hegen die Rechte an seinen Figuren hatte, musste schnell für Ersatz gesorgt werden. Lothar Dräger erfand den Namen Abrafaxe und die gelernte Trickfilmzeichnerin Lona Rietschel sorgte für das koboldhafte Aussehen der Figuren Abrax, Brabax und Califax. Ihre ersten Auftritte hatte das Trio zunächst auf der Rückseite von Mosaik und im ebenfalls Comics enthaltenden DDR-Jugendmagazin Atze, das die Wende nicht überstanden hat.

Mehr zur Ausstellung und den Abrafaxen könnt Ihr auf der Website des Comicfestivals nachlesen...

A Tribute to Robert Crumb

Erstmals kann eine Comicveranstaltung Robert Crumb in Deutschland begrüßen. Dieser Anlass wird gebührend gefeiert mit einer Underground-Comix-Ausstellung im Valentin-Karlstadt-Musäum und Künstlergesprächen mit Crumb. Diese Gespräche wird er gemeinsam mit seinen Kollegen Gilbert Shelton und Gerhard Seyfried sowie seiner Gattin Aline im Jüdischen Museum (29.05.2013) und im Amerikahaus (30.05.2013) führen. Beim Comicfestival München hat es sich als erfolgreiche Tradition erwiesen, einflussreiche Künstler mit Tribut-Bänden zu würdigen. Dazu gibt es in diesem Jahr eine Ausstellung und einen Comic-Katalog dazu in dem nationale und internationale Comickünstler Robert Crumb ihren Tribut erweisen. Der circa 100-seitige Katalog wird Zusammenarbeit mit der Edition 52 realisiert.

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Das vorläufige Cover. Charles Burns hat seine Zeichnung exklusiv für diesen Band coloriert.

Mehr zur Ausstellung und Robert Crumb kann man auf der Website des Comicfestivals lesen...

Comicgastland Italien
Bereits zu Beginn des letzten Jahrhunderts waren Comics in Italien sehr viel fester innerhalb der Kultur verankert als in Deutschland. Der Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera" lag seit dem 27. Dezember 1908 der "Corriere del Piccoli" bei. Diese "Zeitung für Kinder" enthielt neben Importen aus den USA, wie etwa den “Katzenjammer Kids”, auch erste Comicversuche aus Italien etwa von Antonio Rubino. Allerdings waren die Comics in dieser wöchentlichen Zeitungsbeilage gegenüber den Textbeiträgen noch deutlich in der Minderheit und nur 4 der 18 Seiten der ersten Ausgabe des "Corriere del Piccoli" enthielten Bildergeschichten.

Die in den USA damals bereits zum Standart gehörenden Sprechblasen galten zunächst noch als "würdelos" und wurden durch gereimte Texte unterhalb der Bilder ersetzt. Teilweise wurden die Bilder auch ergänzt um das Fehlen der Sprechblasen zu kaschieren. Dieses hatte allerdings den nicht zu unterschätzenden Vorteil, dass Kinderbuchillustratoren sich mühelos in das zwar neue aber durch das Fehlen von Sprechblasen nicht völlig fremde Medium einarbeiten konnten. "So findet ein nahezu ungeschmälertes Erbe graphischer Gestaltungsmöglichkeiten und heimischer Vorstellungswelten ohne Reibungsverluste Eingang in die früheste zeichnerische Produktion Italiens" (Hannes Grote in der Reddition # 41).

Mehr zur Ausstellung und dem Gastland Italien findet sich auf der Website des Comicfestivals...

Die Ducks in Deutschland
Auch die am 24. August 2012 erschienene Ausgabe des Micky Maus Magazin verzichtete nicht auf einen Gimmick und dem diesmal etwas dickeren Comicheft wurde (nicht zum ersten Mal) eine ziemlich wuchtige "elektrische Soundmaschine" beigelegt. Die Hauptattraktion dürfte jedoch ausnahmsweise mal nicht das beigepackte Spielzeug, sondern "Eine Comic-Reise in 8 Teilen" sein. In den nächsten Wochen reisten die Ducks durch Deutschland und Teile der Geschichten wurden auch samstags in der Bild-Zeitung veröffentlicht.

"Die Ducks in Deutschland" ist kein Lizenzmaterial sondern wurde eigens für die deutsche "Micky Maus" produziert. Als Zeichner fungierte Jan Gulbransson, der bereits in Ehapas leider eingestellter Reihe "Disneys Hall of Fame" mit einem Band geehrt wurde. Die Geschichte erzählt davon, dass sich Onkel Dagobert und Klaas Klever im Milliardärsclub darüber streiten, wer der bessere Schatzsucher ist. Um dies herauszufinden versuchen sie den sagenhaften Schatz der Gräfin Tusnelda von Tarn und Tuxis zu finden. Die erste Spur führt nach Berlin...

In den nächsten Wochen verschlug es die Ducks nach Hamburg, ins Ruhrgebiet, nach München, Frankfurt, Köln, Stuttgart und Dresden. Bemerkenswert sind die Geschichten, die zum Comicfestival auch gebündelt als Album erscheinen, nicht nur dadurch, dass hier altvertraute Disney-Charaktere in der deutschen Gegenwart agieren, sondern auch durch die Beigabe von allerlei Lokalkolorit. So hat Donald mit einer extrem scharfen Currywurst zu kämpfen, während Klaas Klever perfekt berlinert. Knorke!

Zu den Ducks in Deutschland hatten wir im Oktober 2012 auf der Frankfurter Buchmesse ein ausführliches Interview mit Micky Maus-Chefredakteur Peter Höpfner geführt. Ihr könnt es Euch in der dazu passenden Eventberichterstattung ansehen...

Hägar, Wickie und die Wikinger
Die Ausstellung wird sich mit Wickie beschäftigen, die dieses Jahr ihren 50. Geburtstag feiert, sowie mit Hägar, DEM Comedy-Wikinger aus den USA, der ebenfalls einen runden Geburtstag, nämlich den 40., feiern wird. Zu der Ausstellung hat Mike Perkins ein exklusives Plakat gestaltet:

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Mehr zu der Ausstellung lässt sich auf der Website des Comicfestivals nachlesen...

Dieter Kalenbach
Dieter Kalenbach arbeitete zuvor als Bühnenmaler für TV- und Film-Produktionen im Studio Hamburg. Dort setzte er sein beachtliches künstlerisches Talent auch für das Kopieren bekannter Gemälde ein. Eines Tages zeigte ihm Horst Tappert einige Comichefte und Kalenbach meinte nur: "Das kann ich auch!" Er spazierte zur Redaktion von Zack und schlug eine im hohen Norden angesiedelte Abenteuerserie vor. Turi & Tolk wurde zu einem Erfolg. Kalenbach war der erste deutsche Zeichner dem eine Serie auf internationalem Niveau gelang, die auch erfolgreich im Ausland (u. a. Frankreich, Italien, Belgien und Dänemark) veröffentlicht wurde.

Mehr zu Dieter Kalenbach und dessen Ausstellung kann man auf der Website des Comicfestivals nachlesen...


Daten dieses Berichts
Bericht vom: 22.02.2013 - 10:34
Kategorie: Tagebuch
Autor dieses Berichts: Bernd Glasstetter
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