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Interview mit Michael Kompa und Heiner Lünstedt
Vom 29.5. bis 2.6. findet dieses Jahr wieder das Comicfestival in München statt. Um Euch einen ersten Überblick zu geben, haben wir uns mit Michael Kompa und Heiner Lünstedt unterhalten.

Ihr habt 2013 als Gastland Italien gewinnen können. Was wird dies für Auswirkungen auf den Veranstaltungsplan und die Ausstellungen haben?

Wir werden im Künstlerhaus eine Werkschau mit sehr schönen Originalzeichnungen von großen italienischen Künstlern wie Milo Manara, Toppi und Crepax haben und zusätzlich einige spektakuläre Newcomer der italiensichen Comicszene wie Laura Zuccheri, Federico Bertolucci oder Giovanni Rigano präsentieren. Außerdem werden wir neben Milo Manara viele italienische Künstler zu Gast haben, die im 3. Obergeschoß des Künstlerhauses Gespräche führen werden. Die italienischen Künstler und die Gastland-Italien-Ausstellung sind ein zentrales Thema beim diesjährigen Festival, aber auch unsere Kontakte zur spanischen Comicszene und die sehr gute Zusammenarbeit mit dem Instituto Cervantes wird weiter gepflegt. Es werden uns zwar mehr italienische als spanische Künstler besuchen, trotzdem wird es wieder eine spanische Comic-Ausstellung und Künstlergespräche im Instituto Cervantes geben.

Zu den wichtigsten Künstlern, die 2013 beim Comicfestival vertreten sein werden, gehören sicherlich Robert Crumb und Baru. Was werden wir von ihnen (auch persönlich) zu sehen bekommen?

Mit Robert Crumb wird es Künstler-Gespräche im Jüdischen Museum und im Amerika Haus (zusammen mit Gilbert Shelton) geben. Einige von Crumbs Originalzeichnungen werden im Rahmen einer Underground-Comix-Austellung im Valentin Karlstadt Musäum gezeigt, während prominente Comickünstler im Amerika Haus dem Altmeister mit einer Ausstellung von Tribut-Zeichnungen ehren. Hierzu erscheint in der Edition 52 auch ein Comic-Album.

Im Foyer des Kultureferats zeigt Baru seine neuesten Arbeiten. Er wird dort auch ein Künstlergespräch durchführen und signieren.

Crumb und Baru überstrahlen zwar viel, trotzdem sind wir auf die Gesamtheit unserer Gäste und Themen stolz. Es freut uns sehr, dass Lona Rietschel, die graphische Mutter der Abrafaxe, mit ihren fast 80 Jahren nach München kommt. Dies wird auch mit einer Abrafaxe-Ausstellung besonders gefeiert. Außerdem wird der 75. Geburtstag von Superman ein sehr großes Thema, mit einer sehr schönen Ausstellung mit vielen herausragenden Comicoriginalen. Dazu möchte auch der aktuelle Superman-Zeichner Rags Morales nach München kommen. Weitere Jubiläen gibt es bei „Turi & Tolk“, „Hägar“ und „Wickie“.

Auf Eurer Website habt Ihr bereits eine beeindruckende Liste aus anwesenden Künstlern gepostet. Gibt es noch Künstler, die dort noch nicht zu sehen sind?

Wir haben schon einige weitere Zusagen und werden nächste Woche in Angoulême noch weitere Gespräche führen. Lasst Euch überraschen, wir aktualisieren demnächst www.comicfestival-muenchen.de und informieren regelmäßig auf Facebook.

Was hat sich gegenüber dem Festival von 2011 geändert?


Hauptsächlich die Tatsache, dass wir jetzt zwei Hauptlocations und damit mehr Platz für die Verlage haben. Dadurch werden wir auch direkt im Künstlerhaus Künstlergespräche durchführen.

Die Comicbörse wird auch nicht mehr im Innenhof vom Künstlerhaus stattfinden, sondern in naher Umgebung im Kolpinghaus, so dass die Anbieter antiquarischer Comichefte nicht vom Wetter abhängig sind. Stattdessen wird der Innenhof des Künstlerhauses zu einer Mischung aus Comic-Oase und Biergarten, ideal zum entspannten Abhängen und Gesprächen mit Freunden und Bekannten.

Da man an vielen Veranstaltungsorten mit dem Comicfestival sehr zufrieden war, konnten wir die Zusammenarbeit ausweiten. So wird es im Amerika Haus neben der Crumb-Tribut-Ausstellung auch in einem Theatersaal mit 500 Plätzen ein Künstlergespräch mit Robert Crumb, Gilbert Shelton und Denis Kitchen geben. Die PENG!-Preis-Verleihung findet auch in diesem Saal im Amerika Haus statt. Zusätzlich konnten wir mit dem Maxforum eine außergewöhnliche Party-Location im Herzen von München gewinnen, wo wir am Samstag den 01.06. eine Verlagsparty für alle Festivalbesucher veranstalten werden.

Wir konnten auch gute Kontakte zu der Schwabinger Kulturszene aufbauen, so dass in der Schwabinger Galerie Truk Tschechtarow eine Ralf König-Ausstellung stattfindet und Ralf im benachbarten Vereinsheim eine seiner legendären Vorlesungen veranstalten wird.

Insgesamt sind wir sehr froh, dass wir fast alle Veranstaltungsorte von 2011 (sowie einige schöne neue Örtlichkeiten) wieder für interessante Ausstellungen und Veranstaltungen nutzen können.  

Gibt es bereits einen Veranstaltungsplan? Und was wird uns dort geboten?

Auf alle Fälle werden wieder der PENG!-  und der ICOM Independent Comic Preis verliehen. Natürlich wird es auch wieder thematisch zu den Ausstellungen passende Vorträge und Podiumsgespräche sowie Partys geben. Auch ein Cosplay-Wettbewerb wird wieder stattfinden. Es gibt natürlich zahlreiche Podiumsgespräche und Vorlesungen mit den anwesenden Künstlern, Zeichenkurse und weitere Events, die wir erstmal in einen Programmverlauf ordnen müssen.  

Es gibt 15 Veranstaltungsorte, die auf die gesamte Innenstadt von München verteilt sind. Wie sieht deren Verteilung aus und was wird dort ganz konkret zu sehen sein?

Im Künstlerhaus werden das Gastland Italien, 75 Jahre Superman , Peer Meter / David von Bassewitz und die Abrafaxe ausgestellt. Zusätzlich haben wir dort noch einige Ecken für weitere Ausstellungen freigehalten. Der Christian Fischbacher Showroom zeigt Originale von Dieter Kalenbach, dessen „Turi und Tolk“ 40 Jahre alt wird. Im Jagd- und Fischerei-Museum feiern wir mit der Ausstellung “Hägar, Wickie und die Wikinger“ den 40. Geburtstag von Hägar und den 50. Geburtstag von Wickie. Das Bier- und Oktoberfest-Museum zeigt “Die Ducks in Deutschland“.  Das Jüdische Museum beschäftigt sich mit Fredric Wertham und dem Comics Code. Im Valentin Karlstadt Musäum findet eine Underground Comix Ausstellung statt, mit Originalen von Robert Crumb, Gilbert Shelton, Denis Kitchen, S.Clay Wilson uvm. Im Amerika Haus zollen über 60 nationale und internationale Zeichner Robert Crumb mit einer Tribut-Ausstellung ihren Respekt. In der Galerie Truk Tschechtarow erfolgt eine Ralf König-Retrospektive.

Es werden aber noch weitere Ausstellungen an anderen Veranstaltungsorten stattfinden, Infos dazu gibt es demnächst auf www.comicfestival-muenchen.de

Die Verlagsmesse wird diesmal aufgeteilt auf das Künstlerhaus und das alte Rathaus. Wie kam es dazu? Und wie wollt Ihr Besucher auf beide Veranstaltungsorte hinweisen?

Von den Verlagen, die im letzten Jahr im dritten Stock des Künstlerhauses untergebracht wurden, kam immer wieder der Wunsch ins Alte Rathaus zurückzukehren. Dort fand das Comicfestival 2007 und 2009 statt. Die größeren Verlage im ersten Stock wollten hingegen wieder ihre Plätze im Künstlerhaus von 2011 haben.

Die Nachfrage nach Ständen beim Comicfestival ist mittlerweile so gestiegen, dass wir nicht mehr alle Verlage an einem zentralen Standort in der Münchner Innenstadt unterbringen können. Daher haben wir uns entschlossen in diesem Jahr zusätzlich neben dem Künstlerhaus das Alte Rathaus anzumieten. Zwei Wochen vor Beginn des Festivals wird unser Programmheft mit Lageplan vorliegen. Dieses wird der kompletten Auflage des Gratis-Magazins IN MÜNCHEN beiliegen, von dem mehr als 80.000 Exemplare an alle wichtigen kulturellen Münchner Standorten wie Szene-Kneipen, Kinos, Konzerthallen oder Theater verteilt werden. Natürlich wird es weitere Werbemaßnahmen und eine aktive Pressearbeit geben, wir werden auch im Künstlerhaus und im Alten Rathaus auf das Angebot in den anderen Locations verweisen.      

Die Independent-Verlage scheinen nicht sehr glücklich mit dieser Zweiteilung zu sein. Zwerchfell beispielsweise schrieb per Twitter: "#cfm13 ist diesmal im künstlerhaus (majors) und im rathaus (indies). die szene schön spalten. 1km auseinander." Was sagt Ihr dazu?

Wir möchten die Szene nicht spalten sondern die Vielfalt der Comicszene abbilden. Auf dem Comicfestival in Angoulême gibt es schon seit langer Zeit zwei große und viel weiter auseinander liegende Zelte. Im Zelt „Le monde de bulles“ werden die französischen Großverlage ausgestellt, in „Le nouveau monde“ können sich kleinere nationale und internationale Verlage präsentieren.

Leider gibt es in der Münchner Innenstadt keine zentral gelegene Örtlichkeit, in die die Ausstellungsfläche aller Verlage hineinpassen würde. Wenn wir eine Örtlichkeit außerhalb des Stadtzentrums anmieten würden, wäre die Verlagsmesse mangels Besucher für alle Aussteller uninteressant. Daher haben wir uns für zwei sehr zentral gelegene Hauptlocations entschieden, die zusätzlich zur Comicszene auch Laufkundschaft anlocken und dadurch neue Leser generieren. Das Alte Rathaus am Marienplatz ist nicht unattraktiver als das Künstlerhaus, zumal wir dort keinen Eintritt verlangen werden. Die beiden Veranstaltungsorte sind fußläufig nur 10 Minuten voneinander entfernt und dazwischen liegt das Jagd- & Fischereimuseum mit einer großen Comic-Ausstellung, die auf dem Weg besichtigt werden kann.

Die bisherige Resonanz bei den Stand-Reservierungen ist sehr positiv, genauso wie die Tatsache, dass das Comicfestival immer weiter wächst. 

Daten dieses Berichts
Bericht vom: 22.02.2013 - 10:26
Kategorie: Interviews
Autor dieses Berichts: Bernd Glasstetter
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