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The Wormworld Saga: Daniel Lieske und der Schaffensprozess

Auch am Samstag war Daniel Lieske mal wieder zu Gast, diesmal im Künstlergespräch auf der Comicbühne, um über seinen erfolgreichen Webcomic  „The Wormworld Saga“ zu sprechen, von dem die ersten drei Kapitel gerade als gebundenes Buch bei Tokyopop erschienen sind. Im Gespräch ging es hauptsächlich nicht um den Inhalt, sondern eher um den Entstehungsprozess des Comics, und Daniel Lieske hatte keine Probleme, vor Publikum ausführlich und interessant darüber zu sprechen.

Wormworld begann für ihn als Hobbyprojekt, neben seiner Arbeit als Grafiker für Videospiele. Schon im Jahr 2003 kam ihm die Idee zu einer Welt mit großen gottähnlichen Wesen mit mythisch-spirituellem Hintergrund. Der Protagonist Jonas kam allerdings erst Jahre später dazu: Daniel Lieske hat für einen Malwettbewerb ein Bild eines kleinen Jungen gemalt, der vor einer Öffnung in eine andere Welt sitzt, ähnlich wie Jonas im Comic. Dies ist wohl auch der Grund, warum Wormworld manchmal mit Michael Ende und seiner unendlichen Geschichte verglichen wird: Dort kommt Bastian ja auch durch eine Art Portal in diese fantastische Welt, um dort Abenteuer zu erleben… allerdings findet Daniel Lieske, dass die Ähnlichkeit damit auch mehr oder weniger endet (auch wenn er eine kleine Hommage an ihn macht, denn Jonas verlässt im ersten Kapitel die Michael Ende Grundschule).

Als der Comic schließlich anfing Form anzunehmen hat Daniel Lieske begonnen sich nach einer Möglichkeit umzuschauen, wie er seine Kunst am besten veröffentlichen könnte. Im Internet ist er dann auf die Veröffentlichungsform des Webcomics gestoßen und zu dem Schluss gekommen, dass dies die einfachste Art der Präsentation ist. An Weihnachten 2010 hat er das erste Kapitel der Wormworld Saga online gestellt, und zwar zuerst auf Englisch, in der Annahme, so einen größeren Lesekreis zu finden. Bald war aber auch die deutsche Übersetzung online, und mittlerweile ist das erste Kapitel in 20 Sprachen verfügbar.
Am ersten Kapitel hat Daniel Lieske ungefähr ein Jahr gearbeitet, und der überwältigende Erfolg hat ihn dazu bewogen darüber nachzudenken, ob er seinen Job aufgeben und mit Wormworld Geld verdienen kann. Dazu musste er natürlich genau überlegen, wie viel er in welcher Zeit schaffen kann zu zeichnen und was für einen Zeitrahmen er dann einhalten müsste.

Im April 2011 hat er eine Kickstarter-Kampagne gestartet mit dem Ziel, 8.000 € (bzw. 12.000 $) für die Entwicklung einer App zu sammeln. Am Ende ist fast der doppelte Betrag zusammen gekommen, woraufhin die App erfolgreich entwickelt wurde und bei den Publishing Innovation Awards 2012 Gewinner der Kategorie „Best Comic App“ wurde. (Läuft auf Android nur ab Version 3.1, sonst hätte ich sie auch schon. Fies!)

Für das zweite Kapitel hatte Daniel Lieske drei Monate gebraucht, für das dritte vier Monate, und er rechnet jetzt auch mit vier Monaten pro Kapitel, so dass er drei Kapitel pro Jahr hochladen kann. Pro Kapitel schreibt er einen Monat lang die Story, die restlichen drei Monate zeichnet er. Dieser Zeitraum wird auch komplett ausgenutzt, weil er die Daten ja mit einem Mausklick und ohne großen Aufwand hochladen kann. Da er sich praktisch um alles selbst kümmert, um den Comic, die Website, und Social Media etc., hat er sich gut organisiert und einen Stundenplan entwickelt, an den er sich sehr genau hält. Aufgrund seines alten Jobs kennt er gute Techniken um Szenarien zu entwerfen, und das lässt sich auch für diesen Zweck gut und schnell integrieren. Die Zeit die er durch diese Art zu Arbeiten einspart, steckt er allerdings wieder in die detailreichen Hintergründe der Bilder.

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Die Wormworld-Saga - Daniel Lieske
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Die Wormworld-Saga - Daniel Lieske
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Die Wormworld-Saga - Jo Kaps
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Die Wormworld-Saga - Jo Kaps und Daniel Lieske
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Die Wormworld-Saga - Daniel Lieske


Ein zweites mal hat Daniel Lieske Crowdfunding betrieben um Fanartikel produzieren zu können, und hat tatsächlich mit der Beteiligung von nur 480 Leuten das Ziel von 15.000 $ deutlich überschritten. Crowdfunding ist allerdings auch harte Arbeit, denn man muss sich jeden Tag „zeigen“ und Updates machen, und steht 30 Tage unter Strom, da sich meist ja erst gegen Ende der Zeit klärt ob man erfolgreich war und das Ziel erreicht hat. (Bei Kickstarter.com funktioniert es so, dass man einen finanziellen Betrag als Ziel vorgeben muss. Erst wenn genügend Geld zusammengekommen ist, wird das Geld auch tatsächlich von den Spendern eingezogen. Das bedeutet, wenn man das Ziel nicht erreicht, bekommt man gar kein Geld.)

The Wormworld Saga hat nun einen weiteren Meilenstein erreicht mit der Veröffentlichung als Buch, und es werden permanent weitere Projekte und Vorschläge an Daniel Lieske herangetragen, was man noch alles machen könnte. Natürlich hängt der Vorschlag im Raum, Wormworld zu verfilmen, aber Daniel sagt, dass die Story ab dem 4. Kapitel „erst so richtig los geht“ und es darum müßig ist, jetzt schon über eine Verfilmung nachzudenken. Es gibt allerdings schon einen kleinen Film, der auf der Website zu finden ist, den er als Dankeschön für die erfolgreiche Sammelaktion auf kickstarter.com für seine Fans gedreht hat. Es hat sich um ein richtiges Familienprojekt gehandelt, auf dem Dachboden seines Bruders und mit seinem Neffen als Jonas gedreht.

Die meisten Vorschläge, was sich mit Wormworld noch so alles anstellen ließe, werden allerdings vorerst nicht verwirklicht werden, da Daniel keine Kapazitäten mehr frei hat, um sich um noch mehr Sachen zu kümmern. Wenn eine Idee allerdings mit wenig Arbeit für ihn verbunden ist und bereits  bestehendes Material und Ressourcen nutzt, dann ist er dafür immer offen.

Ich denke man darf gespannt sein, wie sich die Wormworld im Laufe der Zeit noch entwickeln wird.



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Bericht vom: 18.10.2012 - 14:09
Kategorie: Tagebuch
Autor dieses Berichts: Skrollan Kannengieer
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