SplashpagesSplashbooksSplashcomicsSplashgamesComicforumImpressumEntertainweb


In der Datenbank befinden sich derzeit 43 Events. Alle Events anzeigen...
Specials Eventspecials

Splitter präsentiert: Made in Germany 3.0

Da hat sich man gerade mal an das vielzitierte Web 2.0 gewöhnt, und nun kommt der Splitter Verlag mit "Made in Germany 3.0"? Was sich dahinter verbirgt, konnte man am Samstag im Comiczentrum der Frankfurter Buchmesse erfahren, wo sich Klaus Schikowski mit einer ganzen Riege von Gesprächspartnern unterhielt. Verleger Horst Gotta erklärte die Zählweise: Als der Splitter Verlag vor einigen Jahren an den Start ging, konzentrierte man sich auf die Übersetzung von existierenden Comics aus dem Ausland. Selbst Projekte mit deutschen Künstlern zu realisieren, was einen erheblich größeren Arbeitsaufwand bedeutet, war in dieser Phase, die Gotta als 1.0 bezeichnete, noch nicht zu schaffen. Das änderte sich in Phase 2.0, die den Fans unter anderem die Comicadaptionen verschiedener Fantasyromane von Kai Meyer bescherte. Nun arbeiten Verlag, Künstler und Romanautoren an neuen Projekten, also 3.0.

Der Begriff "Romanautoren" steht bewusst im Plural, denn zu Kai Meyer gesellen sich weitere große Namen, deren Werke als Comic adaptiert werden. Einer davon ist Markus Heitz ("Die Zwerge", "Die Legenden der Albae"), der auch zu dem Gespräch ins Comiczentrum gekommen war. Begleitet wurde er vom Zeichner Che Rossié, der die Comicumsetzung der "Zwerge" zeichnet. Auf der Bühne leistete ihm Peter Mennigen ("Malcom Max", "Alf") Gesellschaft, ebenso wie Ingo Röhmling ("Die Toten"), der die Comicadaption von Malcom Max zeichnet. Kai Meyer konnte leider nicht wie ursprünglich geplant ebenfalls teilnehmen, wurde aber von Zeichnerin Marie Sann ("Frostfeuer", "Krähen") und Szenarist Yann Krehl ("Das Wolkenvolk", "Frostfeuer") würdig vertreten. Denn auch der zweite Band der Comicversion von "Frostfeuer" war Thema.

Darum ging es dann auch gleich. Marie Sann bestätigte, dass sie durch die Arbeit am ersten Band nicht zuletzt zeichnerisch viel dazugelernt habe. Bei der Qualität, die der erste Teil bereits hatte, lässt das für den zweiten einiges erhoffen. Yann Krehl erklärte anschließend, wie er einen Roman, der schon mal ziemlich umfangreich ausfallen kann, auf die in einem Comicalbum üblichen rund 22 bis 48 Seiten umsetzt. Interessant ist auch, dass der "Frostfeuer"-Comic fast vollständig auf Erzähltext verzichtet. Das war eine bewusste Entscheidung, und auch eine Herausforderung, weil die Zeichnungen so natürlich erheblich mehr von der Geschichte erzählen müssen.

Als nächstes wandte die Runde sich den Zwergen zu. Che Rossié ist nicht mit festen Vorgaben von Markus Heitz in das Projekt gestartet, aber man stimmt sich häufig miteinander ab, beispielsweise über Emails. Heitz hat aber auch kein Problem damit, wenn seine Geschichten für eine andere Form umgearbeitet und dabei verändert oder gekürzt werden. Das ist er beispielsweise von den Hörbuchausgaben her gewohnt. Eine interessante Erfahrung war es für ihn, die Figuren, die bisher nur in seinem Kopf und in den Texten existierten, erstmals "lebendig" zu sehen. Rossié traf auch direkt mit den ersten Entwürfen den Look, den Heitze sich vorgestellt hatte. Eigentlich hatte der Zeichner ihm nur einige Scribbles, also Grobskizzen, geschickt, aber Heitzes Antwort war in etwa: "Wieso Skizzen? Das sind doch praktisch fertige Zeichnungen, und zwar genau so, wie sie werden sollen." Rossié kam übrigens auf Vorschlag des Autors zu dem Projekt, weil der den Zeichner schon von Artwork für das "Justifiers"-Rollenspiel kannte. Die Comicadaption der Zwerge soll auch nicht die letzte Zusammenarbeit mit dem Splitter Verlag gewesen sein, man hat noch einiges zusammen vor.

Die Geschichten um "Malcom Max" waren ursprünglich ein Hörspiel, das der bislang letzten Inkarnation der "Gespenster Geschichten" aus dem Tigerpress Verlag beilagen. Nachdem das Magazin eingestellt werden musste, kam es zu einem regelrechten Aufschrei in den Foren und anderen Online-Plattformen, weil die Fans das Ende des viktorianischen Geisterjägers und seiner vampirischen Begleiterin nicht so einfach hinnehmen wollten. Das veranlasste Autor Peter Menningen, nach einer Möglichkeit zu suchen, weitere Geschichten zu erzählen. Als Zeichner gewann er Ingo Röhmling, der vor nicht allzu langer Zeit mit "Die Toten" wieder in die Comicszene zurückgekehrt war. Zuvor konnte er sich bestenfalls nebenbei mit Comics befassen, seinen Lebensunterhalt verdiente er vor allem mit Illustrationen für Plattencover. Auch nach dem Erfolg mit den "Toten" kann er noch nicht von Comics alleine leben, aber vielleicht ändert sich das mit "Malcom Max". Die aktuelle Geschichte ist auf zwei Bände angelegt, insgesamt ist für die "Malcom Max"-Comics aber noch kein Ende eingeplant.

Was die auf der Bühne versammelten Künstler noch alles zu erzählen hatten, könnt Ihr bald in unserem Filmmitschnitt erfahren. Denn wir haben natürlich auch diese Veranstaltung im Comiczentrum mit der Kamera begleitet, und die Kollegen sind gerade damit beschäftigt, aus dem "Rohmaterial" einen schönen Film zu machen.



Der Filmmitschnitt direkt zum Anschauen
Code zum Einbetten dieses Videos in Eure Website:
Daten dieses Berichts
Bericht vom: 16.10.2012 - 11:18
Kategorie: Tagebuch
Autor dieses Berichts: Henning Kockerbeck
«« Der vorhergehende Bericht
Bilder von Cosplayern
Der nächste Bericht »»
Verleihung des deutschen Cartoonpreises