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Mordillo: Ein Argentinier in Frankfurt

Freitag war mal Comic der ganz anderen Art zu Gast im Comiczentrum – der argentinische Zeichner Mordillo war da! Allerdings gab es kein Künstlergespräch im normalen, sondern im wörtlichen Sinn: Man sollte Mordillo Fragen stellen, die er dann in einem Mix aus Französisch und Englisch beantwortet hat. Darum war der Gesprächsverlauf auch recht chaotisch und ohne Struktur, und das nehme ich jetzt zum Anlass, einfach nur das wiederzugeben, was dabei an Interessantem erzählt wurde…

Mordillo kommt aus Argentinien. Dort hat er immer Ball in den Straßen gespielt, und Fußball ist für ihn heute noch ein Event. Er war mit fünf Jahren im Kino in Schneewittchen, und sieht seitdem alle Cartoons in Bewegung. Seit er 13 Jahre alt war, wollte er inspiriert durch andere argentinische Zeichner Cartoonzeichner werden, seine Eltern haben nichts dazu gesagt. Mit 23 Jahren wollte er aus Neugier für 3 Monate nach Peru und blieb fünf Jahre dort. Außer zum Urlaub ist er nie wieder nach Argentinien zurückgekehrt, da er mit der Politik dort nicht einverstanden ist.

Um das große Foto zu sehen, bitte hier klicken!
Mordillo
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Mordillo
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Früher hat er Postkarten designed, wobei es wichtig war, dass die Figuren nicht zu maskulin oder zu feminin wirkten, damit sie von einem möglichst breiten Publikum gekauft wurden, und darum hat er Figuren entworfen, die statt dessen eine besonders große Nase haben. Er zeichnet auch viele Giraffen, da er sie elegant und still findet und sie mag, und er würde sie gerne einmal streicheln. Außerdem mag es Mordillo gern grün, tropisch und natürlich. Sein Stil ist rund, friedlich, mit wenigen Kanten, denn er zeichnet für den Frieden und hofft, die Welt friedlicher (peaceful) zu machen, auch wenn sich dieser Traum von ihm als Utopie erweisen sollte. Auch mag Mordillo es gern hoch, sehr viele seiner Szenarien spielen sich auf einem erhöhten Standort ab, denn er will immer so hoch es geht, sagt er.

In seine Bildern fließt auch Mordillos Lebenserfahrung mit ein, aber wenn es darum geht, ein Bild oder einen Strip zu kreieren, folgt er nur seinen Instinkten. Wenn er eine Idee zu einem Comic hat, schreibt er sie auf, um sich zu einem passenden Augenblick damit zu beschäftigen. Manchmal bleiben solche Ideen jahrelang liegen und er befasst sich mit ihnen, wenn ihm gerade danach ist. Er arbeitet immer an vielen Cartoons gleichzeitig. Die Entscheidung, mit welchem genau er sich beschäftigen will, hängt von seiner Laune und Tagesform ab. Er liebt Pastell- und Acrylfarben.

Mittlerweile ist Mordillo 80 Jahre alt, aber er fühlt sich eher wie vier mal 20 Jahre und schreibt ja auch für alle Altersklassen. Momentan ist sein großes Projekt, einen Film aus seinen Comics und Figuren zu machen, bei dem er bei allen Themen Mitspracherecht hat, außer bei Musik und Sprache. Einen Film zu machen war immer sein großer Traum, und er freut sich sehr, dass er jetzt noch die Gelegenheit hat, ihn zu erfüllen. Danach, wenn er 90 ist, will er gucken was er dann als nächstes machen will.

Er findet es überhaupt nicht schlimm, dass es keinen Nobelpreis für Comics gibt, denn nicht die Ehrung des Künstlers ist für ihn das Wichtige, sondern es geht um den Humor, und nicht darum, den besten zu finden.

Das in aller Kürze die Eindrücke aus dem Gespräch. Ihr werdet es noch in Kürze auf Video sehen können.



Daten dieses Berichts
Bericht vom: 14.10.2012 - 01:08
Kategorie: Tagebuch
Autor dieses Berichts: Skrollan Kannengieer
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