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Ewiger Himmel - Ein Schweizer in Amerika. David Boller im Gespräch
Eben war ich beim Gespräch unseres Bernds mit David Boller, dem Comiczeichner aus der Schweiz, der seine Ausbildung in den USA gemacht und dort 16 Jahre gelebt hat. Über diese Zeit hat David einen Comic gemacht, "Ewiger Himmel", über den wir letztes Jahr schon von der Buchmesse berichtet hatten. Dieses Jahr wurde daran angeknüpft, heute haben wir also von Davids Leben erfahren ab dem Ende seines zweiten Jahres in der Joe Kubert School of Arts in Dover, in der Nähe von New York.

Zunächst ging es für David darum, eine Verlängerung für sein Visum zu bekommen, um im Land bleiben zu können. Zufällig fand er eine Anwältin (nach ihrem Namen im Telefonbuch ausgesucht), die ein X-Men-Fan war und ihm geholfen hat. So hat er dann mit einem Kollegen eine Firma gegründet um damit ein Arbeitsvisum zu bekommen. Früher ging das noch so einfach…

Die Zeichenschule von David, die Kubert School, ist eine sehr renommierte Künstlerschule. Aber das Problem ist, sagt David, dass man dort eben nur ein Diplom bekommt, was aber nicht zum Studium an einem College befähigt, so dass man mit so einem Abschluss nicht unbedingt einen guten Job bekommen kann.

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David hatte zunächst Glück, was einen Job anging, und hat schnell, noch während seines dritten und letzten Jahres an der Zeichenschule, einen Job bei Marvel für ein "regular issue" bekommen hat. Das heißt, dass er also jeden Monat ein ganzes Heft abliefern musste und dafür dann einen regelmäßigen Lohn bekommen hat. Das Problem daran war allerdings, dass es sich dabei im Endeffekt um einen Vollzeitjob handelt, aber da David ja noch zur Schule gegangen ist, hatte er also viel zu wenig Zeit dafür. Eine Weile ging es gut, er hat dann jede zweite Woche eine Nacht und die Folgewoche zwei Nächte durchgearbeitet, aber irgendwann ging es so nicht weiter, weil seine Leistungen in der Schule dann sehr darunter gelitten haben.

David hat anhand von einigen Seiten aus seinem Comic ein paar Anekdoten aus seinem Leben erzählt, wie zum Beispiel die Geschichte von seinem Friseurbesuch bei einem alten Italiener, der noch nie einen langhaarigen Mann gesehen hatte, der ihm dann einen Vokuhila verpasst hat, oder die Geschichte vom Atelier eines bekannten Zeichners und seines Bruders, die immer Erdnüsse gegessen und die Schalen einfach fallen gelassen haben, und als das Atelier dann Jahre später ausgemistet wurde, wurden tatsächlich zwei tote Ratten unter all dem Müll gefunden…

Der Schwerpunkt von Davids Erzählungen war aber Rachel. Sie ist die Nichte dieses bekannten Malers, und so haben sie sich kennen gelernt. Wir erfuhren, wie Rachel bei ihrem ersten Date das Essen bezahlen musste weil David vergessen hatte, Geld mitzunehmen, wie sie dann zusammen gekommen sind, und dass sie ihm daraufhin erzählt hat, dass sie an schlimmer Diabetes leidet. Das ging dann direkt in die Erzählung über von Rachels Diabetes-Anfall bei einem Familienessen, und wir erfuhren auch, dass sie zu Wutausbrüchen leidet, wenn sie z.B. einen Bad Hair Day hat.

David und Rachel sind dann relativ schnell zusammen gezogen. Nach einer Weile begann es ihr sehr schlecht zu gehen, und ihre Diabetes hat sich sehr verschlimmert. Es gab die beiden Alternativen, entweder zur Dialyse zu gehen, wobei die Lebenserwartung dann im Schnitt nur noch 6 Monate beträgt, oder eine Spenderniere zu bekommen, wofür die Wartezeit um die drei Jahre beträgt. David hat sich dann dazu entschlossen, ihr eine seiner Nieren zu spenden, und zu dem Zeitpunkt ging es ihr auch schon so schlecht, dass es höchste Zeit war. Aber glücklicherweise ist ja alles gut gegangen! David und Rachel leben jetzt seit ein paar Jahren wieder in der Schweiz, und es gefällt ihnen von der Politik, von den Menschen und vom Lebensstandard her viel besser dort. Tja, Amerikas Verlust ist Europas Gewinn, würde ich sagen :)



Daten dieses Berichts
Bericht vom: 12.10.2012 - 14:42
Kategorie: Tagebuch
Autor dieses Berichts: Skrollan Kannengieer
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