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Bericht zum 3. Leipziger Comicgarten
logo_2012_300pxHere we go! Am dritten Tag in der sächsischen Metropole stand nun endlich der Leipziger Comicgarten an. Wir wissen nicht, wie die Veranstalter es machen, aber nachdem im letzten Jahr bereits die Sonne ohne Unterlass schien, setzte sich das spätsommerliche Spektakel auch an diesem Wochenende fort.

Als man kurz nach 10 Uhr auf dem Gelände eintraf, waren bereits zahlreiche Besucher und der Großteil der Verlage und Künstler anwesend. Der Rundgang startete beim Tombola-Stand, wo es für die ersten Besucher Gratis-Comictüten gab. Für einen kleinen Obolus konnten Lose gezogen werden, wobei als Hauptpreise zahlreiche Hardcoverausgaben bereit standen. Gleich gegenüber hatte der Berliner JaJa-Verlag seinen Tisch aufgebaut. Dort gab es neben selbstgestalteten Postkarten, Aufklebern und Lesezeichen natürlich auch die Comicveröffentlichungen von Annette Köhn, Maki Shimizu und Michael Beyer, welche an dem Tag auch anwesend waren.jaja

Trotz parallel stattfindender Connichi waren auch einige Mangakleinverlage und Shops zum Comicgarten angereist. So präsentierten der Machtwort Verlag und Delfinium Prints ihre Veröffentlichungen, und der Leipziger Laden Japan Input wartete mit allerlei Manga/Anime Produkten auf.
Wenn der Besucher es bis hier hin geschafft hatte, war er schon am Stand vom Mosaik Steinchen für Steinchen Verlag mit Uli Nitzsche als anwesender Zeichner und am Zelt der Leipziger Comic Combo vorbei. Hier signierten und zeichneten unter anderem Mirko Pierfederici und Schwarwel. Zahlreiche andere Künstler, Verlage und Vereine säumten das Gelände. Letztere vorwiegend aus dem Mosaik-Umfeld, wie beispielsweise die Fanzines mosa-icke, Pascalifax oder Der Lustige Digedon (,wo es eine Neuauflage der 2008er Nullnummer gab).
Ebenfalls dem Mosaik nahe stehend, aber mit eigenen Produktionen waren Jan Suski und Dirk Seliger mit dem zweiten Band der Epsilon-Produktion Luzian Engelhardt anwesend. Gleich nebenan hatte Hagen Flemming mit seiner Remory-Serie Platz genommen. Leider gibt es in diesem Jahr keine neue Ausgabe der Virtonauten, dafür hatte er den Katalog zur vor kurzem beendeten Berliner Ausstellung über sein bisheriges Schaffen im Angebot.

remory_engelhardtNeben diesem Gemeinschaftsstand hatten der Zwerchfell Verlag mit Stefan Dinter und Naomi Fearn ("Zuckerfisch"), sowie Laska Comix und das Epidermophytie -Magazin ihr Lager aufgeschlagen. Neben den verschiedenen Zuckerfisch-Comics, gab es bei Zwerchfell natürlich auch die "Die Toten"-Ausgaben, sowie die neue Publikation "Bettgeflüster" mit vielen sehenswerten Beiträgen zum Thema Erotik.

Am Stand des Veranstalters, dem Leipziger Comicstammtisch, konnten sich die Besucher Stempelkarten abholen, welche im ausgefüllten Zustand die Chance auf einige Comicpreise boten. Hier gab es zudem noch die neue Comix & Beer-Ausgabe, den Jam-Comic vom Vorjahr, sowie die Selbstveröffentlichung "Die kleine Comicwühlbox" von Anja Wilde mit gesammelten Werken aus den letzten fünf Jahren.
Gegen Mittag war der Platz dann sehr gut gefüllt und beispielsweise am UPgrade-Stand von Sascha Wüstefeld, Ulf S. Graupner und Flavia Scuderi war ständig was los. Wüstefeld und Graupner kamen aus dem Knäusel-Zeichnen nicht mehr raus und auch der ein oder andere Ritter Runkel wurde auf dem Papier verewigt.

mosesNebenan in der Gaststätte fand unter anderem ein Gespräch mit dem Israeli Gabriel S. Moses statt, das von Stefan Pannor moderiert wurde. Der Künstler, welcher mittlerweile in Berlin lebt und beim Archiv der Jugendkulturen seine neuen Werke ("Subz") veröffentlicht, erzählte über die israelische Comicszene. Diese sei zwar recht klein, entwickele sich aber dank der neuen Medien zunehmend. Eigenständige Comicverlage gibt es hingegen keine, vielmehr handelt es sich bei den Verlagshäusern durchgehend um Tochterfirmen großer Medienkonzerne. Zur Entstehung des israelischen Comics gab Moses an, dass viele ihren Ursprung im Untergrund haben, und die ersten wirklichen Comics damals von Punks, die beim Militär waren, gezeichnet wurden. Zudem gab es noch Kinderzeitschriften, wo die Comics dazu genutzt wurden, um an die Pflichten der Jugend zu appellieren, also folglich eher in die Propaganda-Richtung wiesen.
Im Anschluss an dieses Gespräch las der Autor Volly Tanner für die jungen Besucher ausdrucksstark aus seinen Kinderbüchern vor.

Ein weiterer Programmhöhepunkt war die Verleihung des goldenen Comicgartenzwergs. In den letzten Monaten hatten die Veranstalter einige Comicpublikationen aus dem deutschsprachigen Raum zur Wahl gestellt. Im Comicforum fand dann die Wahl statt. "Das Upgrade" von Wüstefeld und Graupner setzte sich schnell an die Spitze und behauptete diese Position bis zum Ende. Somit konnten die beiden Künstler beim dritten Comicgarten die Trophäe in die Hand nehmen, was sie auch sichtlich bewegt taten.

ueberblickDen Abschluss des Tages bildete ein Konzert von Klaus Cornfield und Bruno Kolterer. Erstgenannter verweilte übrigens den ganzen Tag beim JaJa-Verlag, wo auch in wenigen Tagen sein neues Comicbuch "Luna & Luno" erscheint.

Es war folglich wieder ein interessanter Comicgarten mit vielen Verlagen, Künstlern und Aktionen. Dank vielen unterschiedlichen Ständen (Indie, Eigenproduktion, Fanzine, Merch) bot sich dem Besucher ein abwechslungsreiches Programm, welches beim Gang über das Gelände für die eine oder andere Überraschung sorgte.
Die Einführung von Gesprächsrunden und Lesungen wurde zwar noch nicht von der Masse der Gäste angenommen, war aber dennoch sehenswert und darf gerne weiter ausgebaut werden.

Ein Openair-Comicfestival mit viel Sonne, netten Künstlern, angenehmer Örtlichkeit und das vor allem noch kostenlos ... was will man mehr?
Der nächste Comicgarten steht am 07.09.2013 an und wir werden wieder dabei sein!

Daten dieses Berichts
Bericht vom: 11.09.2012 - 21:50
Kategorie: Tagebuch
Autor dieses Berichts: Christian Recklies
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