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Nach dem Salon ist vor dem Salon - Die große Abschlussrunde
Der Titel der Veranstaltung gibt das Motto vor: Nach dem Salon ist vor dem Salon. Der Comic-Journalist Lutz Göllner blickte mit Festivalleiter Bodo Birk und Verlagsvertretern zurück und in die Zukunft. Wie war dieser Comic-Salon und was könnte man in zwei Jahren noch besser machen? Die Verlage waren in Gestalt von Sabine Witkowski (Carlsen Comics), Alexandra Germann (Egmont), Jutta Harms (Reprodukt), Dirk Schulz (Splitter) und Joachim Kaps (Reprodukt) vertreten.

Bodo Birk zeigte sich sehr zufrieden mit der fünfzehnten Ausgabe des Comic-Salons. Die Besucherzahlen waren in den vergangenen Jahren insgesamt erfreulich stabil, und auch wenn es noch keine endgültigen Zahlen gibt, die angestrebte Schwelle von mindestens 25.000 Besuchern ist überschritten. Auch sein subjektiver Eindruck war, dass der Salon sehr gut besucht war. Die "gefährlichen" Zeiten im Lauf der vier Tage, an denen sich früher schon einmal nur wenige Leute auf das Festival verirrt hatten, wurden diesmal gut überbrückt, es gab keine "Zeitlöcher". Aber Bodo Birk ist ist vor allem dann zufrieden, wenn die Verlage zufrieden sind.

Und die sind zufrieden, wie das einhellige Echo auf dem Podium bestätigte. Die Formulierungen reichten von "rundum sehr zufrieden" (Sabine Witkowski) bis "super zufrieden" (Alexandra Germann). Egmont zeigte sich erfreut, dass die Umsetzung des neuen Standkonzepts, die ja einiges an Umorganisation und Umbau erforderte, gelungen ist. Die Künstler, die der Verlag eingeladen hatte, äußerten sich durchweg begeistert vom Comic-Salon Erlangen. Jutta Harms waren insbesondere zwei Dinge positiv aufgefallen: Das Publikum war, wie schon 2010, auf gute Weise gemischt. Zu den üblichen "Comic-Nerds" hatten sich viele Familien, insgesamt "ganz normale Menschen" gesellt. Außerdem hatte sie beim Jungen Forum, wo sich die einschlägigen Bereiche einiger Hochschulen präsentieren, nachgefragt. Dort war man ebenfalls sehr zufrieden und fühlte sich gut in das Festival eingebunden. Die Zufriedenheit erstreckte sich auch das Monetäre: Wie Alexandra Germann es formulierte, die Verkäufe waren die besten in Euro-Zeiten.

Nach einer Pause wieder in Erlangen vertreten war Tokyopop. Joachim Kaps ist sich darüber klar, dass der Comic-Salon nicht unbedingt die zentrale Veranstaltung im Jahr für das Mangapublikum ist. Aber das meinte er ausdrücklich nicht als Schelte an den Salon, sondern eher als Auftrag an das eigene Haus und die einschlägigen Kollegen, mehr Angebote für dieses Klientel zu schaffen. Das schließt durchaus auch die Möglichkeit ein, einen japanischen Zeichner nach Erlangen einzuladen. Alexandra Germann ist grundsätzlich für Gespräche dazu offen.

Dirk Schulz zeigte sich ebenfalls sehr zufrieden. Schon am Eröffnungs-Donnerstag war unglaublich viel los, konnte der Splitter-Mann berichten. Besonders positiv hob er hervor, wie viele und wie vielversprechende deutsche Künstler sich mit ihren Mappen am Verlagsstand vorgestellt haben. Einen Verbesserungsvorschlag hatte er ebenfalls: Dirk Schulz wünschte sich eine noch breitere Themenvielfalt im kulturellen Programm, beispielsweise Panels zu Alben- oder Mangathemen. Alexandra Germann wünschte sich bei dieser Gelegenheit, dass die Jury des Max- und Moritzpreises Alben stärker in ihre Überlegungen einbeziehen könnte. Außerdem regte sie eine Wiederholung des Comic-Clashs an, den sie auch der finanziellen Unterstützung durch den Salon anempfahl.

Bodo Birk will die Veranstalter des Comic Clash auf jeden Fall fragen, ob sie in zwei Jahren wieder dabei sein wollen. Der Salon hatte bereits die diesjährige Auflage unterstützt, etwa mit dem Zirkuszelt als Lokation und verschiedenen Bauten nach Wunsch der Clasher. Innerhalb der Max und Moritz-Jury gibt es bereits Überlegungen, Themenbereiche wie Alben oder Manga besser einzubinden. Eigene thematische Kategorien sind jedoch bisher nicht angedacht. Allerdings stehen diese Überlegungen noch ziemlich am Anfang.

Zum Abschluss konnte das Publikum noch eine Fragen stellen. Auf die Anregung, dass doch mehr Frauen in der Max und Moritz-Jury eine gute Sache wären, bestätigte Bodo Birk, dass man bei anstehenden Umbesetzungen weibliche Juroren im Auge habe. Allerdings wolle man nicht die Besetzung der Jury nur deshalb ändern, um mehr Frauen dabeizuhaben. Wichtig findet er außerdem, eine gewisse Kontinuität bei den Juroren zu wahren, um auch langfristige Entwicklungen im Auge zu behalten.

Die Beobachtung, dass das Echo in der allgemeinen, nicht comicspezifischen Presse in diesem Jahr geringer gewesen wäre als gewohnt, konnte das Podium nicht teilen. Zu einer Frage nach eComics verwies Alexandra Germann auf die Elefantenrunde, in der das Thema ausführlich behandelt worden war.

Auch der Max und Moritz-Publikumspreis kam zur Sprache. Mit dem genauen Prozedere ist man auch beim Salon nicht nicht völlig zufrieden, es gibt aber auch noch keine spruchreifen Alternativpläne. Bodo Birk ist sicher, dass der Publikumspreis als solcher nicht einfach wieder abgeschafft wird, aber die technischen Modalitäten können durchaus weiter verbessert werden.

Eine technische Neuerung waren die iPads, die an den Eingängen einer Ausstellung zur Verfügung gestellt wurden und die sich die Besucher ausleihen konnten, um zusätzliche Informationen zu den Exponaten zu erhalten. Dieses Angebot war ein Experiment des Salons, das sich als sehr erfolgreich erwiesen hat und das gute Chancen darauf hat, weiter ausgebaut zu werden. Was die Präsenz des Comic-Salons in den sozialen Netzwerken angeht, stellt sich das Problem, dass das Salon-Team schlicht nicht die Zeit dazu hat, auch diese Kanäle zu "bespielen". Außerdem könnten schnell geschriebene Äußerungen, wie sie auf Twitter & Co die Regel sind, als offizielle Aussagen der Stadt Erlangen missverstanden werden, was zu Problemen führen kann. Wen liked die Stadt Erlangen auf Facebook?

Auf die geringe Mannstärke des Salon-Teams ist auch zurückzuführen, dass die Details des geplanten Programms nicht noch frühzeitiger erscheinen können. Bodo Birk sieht aber eindeutig eine Verbesserung zu den alten Tagen, als die Veranstaltungen teilweise erst auf dem Salon selbst endgültig vereinbart wurden.

Mit den Besucherzahlen der Ausstellungen außerhalb von Heinrich-Lades-Halle und Rathaus zeigte sich der Festivalleiter ebenfalls zufrieden. Die Befürchtung, viele Leute würden sich nur die Aufkleber für das Stickeralbum abholen und wieder verschwinden, hat sich nicht bestätigt. Jutta Harms konnte die interessante Beobachtung beisteuern, dass so einige Besucher nach dem Besuch einer Ausstellung beim Verlag nach den dazugehörigen Comics fragten.

Was das versammelte Podium genau zu sagen hatte und ob tatsächlich alle mit fast allem sehr zufrieden waren, könnt Ihr in unserem Filmmitschnitt sehen.


Der Filmmitschnitt direkt zum Anschauen
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Daten dieses Berichts
Bericht vom: 17.06.2012 - 11:50
Kategorie: Filmmitschnitte
Autor dieses Berichts: Henning Kockerbeck
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