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Specials Eventspecials

Ausstellungen auf dem Comic-Salon
Wie jedes Jahr gibt es auf dem Comic-Salon auch eine Vielzahl an Ausstellungen zu den verschiedensten Themen. Hier eine Übersicht laut Programm des Comic-Salons:

Zeichnen für Freiheit und Gerechtigkeit
Comics aus der arabischen Welt

Kongresszentrum Heinrich-Lades-Halle, Großer Saal (Rathausplatz 1)

Der 15. Internationale Comic-Salon Erlangen widmet seine Haupt-Ausstellung in diesem Jahr der grafischen Literatur aus dem arabischen Raum. Zwei Kuratoren haben dafür in enger Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Kairo in den letzten Monaten Nordafrika und den Nahen Osten bereist und rund zwanzig Künstlerinnen und Künstler aus Ägypten, Algerien, Marokko, Tunesien, dem Libanon, Jordanien und den Palästinensischen Gebieten nach Erlangen eingeladen. Eine Graphic Novel über das organisierte Verbrechen im vor-revolutionären Kairo zeichnete Magdy El-Shafee und musste dafür vor Gericht. Bis heute ist „Metro“ in Ägypten verboten, anlässlich des 15. Internationalen Comic-Salons Erlangen erscheint das Buch in deutscher Sprache. Das Goethe-Institut Kairo unterstützt die ägyptische Szene und lud die Berliner Zeichnerin Barbara Yelin zu einem mehrwöchigen Workshop mit ägyptischen Zeichnerinnen und Zeichnern ein. Hautnah erlebten die Teilnehmer die Geschehnisse auf dem nahe gelegenen Tahrir-Platz. Seit letztem Jahr gibt es in Ägypten nun zwei Comic-Magazine, „Tok Tok“ von Mohammed Shennawy und „El Doschma“ von Magdy El-Shafee. Diese Publikationen, genauso wie die libanesische Zeitschrift „Samandal“, wenden sich an ein junges, aufgeklärtes Publikum und genießen hohe Aufmerksamkeit in der ganzen arabischen Welt. Algerische Zeichner stellen ihr Alltagsleben vor und erweisen sich als vielfältige Gemeinschaft. Abdelaziz Mouride erzählte schon in den 80er-Jahren von seinen Erlebnissen als politischer Gefangener in Marokko, gleichzeitig wütete der Krieg im Libanon, das Zeichner-Kollektiv „Jad Workshop“ verarbeitet diese Erfahrungen. Während in Marokko die Migration thematisiert wird, berichtet das „Zan Studio“ vom Leben unter Besatzung in den Palästinensischen Gebieten.

Golo – Landschaft im Verschwinden
Kongresszentrum Heinrich-Lades-Halle, Großer Saal (Rathausplatz 1)

Golo – mit bürgerlichem Namen Guy Nadaud, 1948 in Bayonne geboren – wird in Deutschland gerade entdeckt. Seit den 1970er-Jahren lebt er in Ägypten, zunächst in der Nähe von Kairo, jetzt in einem „verschwundenen“ Dorf mit dem Namen Qurna bei Luxor. Seine Liebeserklärung an seine Wahlheimat erscheint zum 15. Internationalen Comic-Salon Erlangen unter dem Titel „Chronik einer verschwundenen Stadt“. Ägypten ist nicht nur wegen der arabischen Revolution im Umbruch, es war offenbar schon vor diesem Aufstand bereit zur Selbstaufgabe, vielerorts wird Tradition zugunsten der Konjunktur geopfert. Golo ist ein Chronist dieses Prozesses, den er an einem winzigen Ausschnitt der Welt exemplarisch beschreibt.

Winsor McCay (1869–1934): Comics, Filme, Träume
Kongresszentrum Heinrich-Lades-Halle, Großer Saal (Rathausplatz 1)

Winsor McCay gehört zu den wichtigsten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Innovative Bildfindungen, kinematografische Perspektiven und surrealistische Inhalte prägen sein Werk. Nicht zuletzt seine Auseinandersetzung mit menschlichen Manien, Träumen und Albträumen in seinen beiden Hauptserien „Little Nemo in Slumberland“ und „Dream of a Rarebit Fiend“ macht sein Werk der Bildenden Kunst seiner Zeit ebenbürtig. McCay verstand den Comic als die neue Kunst des 20. Jahrhunderts: Mit ihr wollte er die höchsten ästhetischen Ansprüche unter den ökonomischen und technischen Bedingungen der Massenproduktion verwirklichen. Gleichzeitig nahm er entscheidenden Einfluss auf die technische und ästhetische Entwicklung des Films: Die ersten Zeichentrickfilme der Filmgeschichte stammen aus seiner Hand. Die Ausstellung ist eine Koproduktion mit dem Bilderbuchmuseum der Stadt Troisdorf, dem Wilhelm Busch-Museum Hannover, dem Cartoonmuseum Basel, dem Graphik-Kabinett der Stadt Backnang, dem Museum für Kunst und Kulturgeschichte in Kooperation mit der Galerie im RWE Tower Dortmund und dem Internationalen Comic-Salon Erlangen.

Amazing! 50 Jahre Spider-Man
Kongresszentrum Heinrich-Lades-Halle, Großer Saal, Empore (Rathausplatz 1)

Vor genau 50 Jahren, im Sommer 1962, erschien die erste Spider-Man-Geschichte in der Monster-Comic-Reihe „Amazing Fantasy“. Superhelden mit Privatleben – der Kunstgriff, den die beiden Schöpfer Stan Lee und Steve Ditko bei Spider-Man anwendeten, war so einfach wie genial: Sie machten den schmächtigen Teenager Peter Parker durch den Biss einer radioaktiven Spinne zum Helden wider Willen, der fortan mit der großen Verantwortung eines Superhelden umzugehen hat. In den 50 Jahren seines Bestehens ist Spider-Man zur Ikone geworden. Dazu haben großartige Künstler beigetragen, von denen die Ausstellung seltene Originale zeigen wird: von Steve Ditko, der die Grundlagen der Figur geschaffen hat, über John Romita, seinen Sohn John Romita Jr. und Todd McFarlane bis zu Joe Quesada – sie gaben Spider-Man ein unverwechselbares Gesicht und schufen einen Mythos, der heutzutage immer noch Jung und Alt fasziniert.

Charles Burns – Leben und Werk
Altstadtmarkt (Hauptstr. 55)

Charles Burns wurde 1955 in Washington D.C. geboren. Eine Lebensstation war neben Seattle und Philadelphia auch Italien, wo er zeitweise der Gruppe Valvoline um Comic-Zeichner wie Lorenzo Mattotti oder Igort angehörte. In Art Spiegelmans exzeptioneller Comic-Zeitschrift „RAW“ hatte er ein Sprungbrett, mit der Serie „El Borbah“ für das Magazin „Heavy Metal“ wurde er bekannt. Schon in dieser Kriminalgeschichte um einen Detektiv im Wrestling-Kostüm entfaltete sich die abgründige Weltsicht von Burns. In einer Umgebung, die meistens an amerikanisches Kleinstadt-Milieu erinnert, tummeln sich Abnormitäten, die fast normal erscheinen, tritt das Makabre ebenso auf wie das Grausame und wirkt in dieser Gesellschaft nahezu selbstverständlich. Charles Burns beschreibt die Nachtseiten hinter den idyllischen US-Fassaden. Er hält seinem Publikum den Zerrspiegel vor, der es zur Kenntlichkeit entstellt. Das Grauen wohnt um die Ecke ...

David B. – Retrospektive
Kunstmuseum (Loewenichsches Palais, Nürnberger Str. 9)

Unvermittelt taucht er hinter Jean-Christophe auf, in Gestalt eines prächtigen Drachens mit gefräßigem Maul: der epileptische Anfall, der den Jungen wild zuckend zu Boden reißt. Derweil steht der kleine David daneben, erschrocken, staunend oder traurig – hilflos. Jean-Christophes Krankheit versetzt das Leben der Familie Beauchard in einen ständigen Ausnahmezustand. Mit „Die heilige Krankheit“ setzte David B., Gründungsmitglied des legendären französischen Autoren-Verlags L'Association, neue Maßstäbe im autobiografischen Comic. Der Gewalt der Krankheit setzte David B. schon früh – als eine Art „zeichnerische Epilepsie“ – gewalttätige Comics über blutrünstige Mongolenhorden und andere Kriegsgemetzel entgegen. Später saugte er alles auf, was er sah, hörte und las, jede spirituelle Gedankenwelt, jede noch so abstruse esoterische Theorie. Und da keine die Leiden seines Bruders zu lindern vermochte, verhärtete sich sein Skeptizismus. Außerdem schärften die epileptischen Krisen seinen Blick für das Unsichtbare und seinen Sinn für das Unerklärliche. In seinen Zeichnungen bildet er die Realität nie ab, sondern er deutet sie, überhöht sie metaphorisch und findet Bilder selbst für die abstraktesten Gedanken.

CCC2 – Comic Cartoon Caricature. Künstler aus der Schweiz und der Metropolregion
Kunstmuseum (Loewenichsches Palais, Nürnberger Str. 9)

Anlässlich des 15. Internationalen Comic-Salons 2012 arbeitet das Erlanger Kunstmuseum mit dem Cartoonmuseum Basel zusammen und präsentiert in seinen Räumlichkeiten fünf renommierte schweizerische Künstlerinnen und Künstler: Anna Sommer gehört zu den innovativsten Comic-Zeichnerinnen und Illustratorinnen der Schweiz, ihre Geschichten sind durchwoben von autobiografischen Elementen. Noyaus Werk ist inspiriert von Höhlenmalerei, Art Brut und japanischer Kalligrafie. Martial Leiter wurde als Karikaturist verschiedener Zeitungen in Frankreich, Deutschland und der Schweiz bekannt. Auch Anna Hartmann und Magi Wechsler sind mit zahlreichen Publikationen in der schweizerischen Szene keine Unbekannten mehr. Das Kunstmuseum Erlangen stellt ihnen sechs Künstlerinnen und Künstler aus der Region gegenüber: Jeff Chi, Klaus D. Engelke, E. Itta / W. Finsterer, Irma Stolz und Helmut C. Walter.

Die universelle Sprache der Comics – Projekte der Goethe-Institute Moskau, Kairo, Jakarta
Siemens AG – Basement des Hauptverwaltungsgebäudes (Werner-von-Siemens-Str. 50)

Comics und Graphic Novels spielen in der Arbeit der Goethe-Institute eine immer größere Rolle. Weltweit werden deutsche Comic-Zeichnerinnen und -Zeichner eingeladen, um in Ausstellungen, Vorträgen und Workshops deutsche Kultur zu vermitteln, eine umfangreiche Ausstellung zur deutschen Comic-Szene wandert durch die Institute und eine eigene Website informiert über die aktuellen Comic-Trends im deutschsprachigen Raum. Längst haben die Goethe-Institute die Völker verbindenden, interkulturellen und Gesellschaftsschichten übergreifenden Potenziale der grafischen Literatur erkannt und machen sie sich in ungewöhnlichen Projekten zunutze. Drei herausragende Initiativen aus Moskau, Kairo und Jakarta stellt der Internationale Comic-Salon in diesem Jahr vor.

Manuele Fior – Sektionen mit sanftem Skalpell
Kunstverein – Neue Galerie (Hauptstr. 72)

In der Arbeit des 1975 im norditalienischen Cesena geborenen Manuele Fior treffen sich Bewegungen der künstlerischen Moderne mit Entwicklungen der grafischen Narration. In seinem ersten Comic-Roman „Ikarus“ setzte er die Farbe nur als grafisches Element ein. In der Schnitzler-Adaption „Fräulein Else“ werden Aquarelltöne über die grafischen Bildstrukturen der Vorzeichnungen gelegt. In Fiors großer Reflexion über die Metamorphosen von Liebe und Entfernung „Fünftausend Kilometer in der Sekunde“ – 2011 in Angoulême als bestes Comic-Album ausgezeichnet und 2012 für den Max und Moritz-Preis nominiert – ist die Farbe schließlich zum dominanten Stimmungsträger geworden. Die ästhetische Moderne grundiert diese Entfaltung eines Talents mit Verweisen auf Picasso, den Jugendstil, den Expressionismus, Edvard Munch und den unmittelbaren Vorbildcharakter der Comics von Lorenzo Mattotti.

Lorenzo Mattotti: Hänsel und Gretel
Palais Stutterheim, Innenhof (Marktplatz 1)

Wie das Werk vieler Künstler hat die Arbeit von Lorenzo Mattotti, der im Rahmen des 15. Internationalen Comic-Salons 2012 mit dem Max und Moritz-Preis für sein herausragendes Lebenswerk ausgezeichnet wird, eine malerische und eine grafische Seite. Die Verdichtung der Linienführung in Krisensituationen ist seit „Stigmata“ ein Kennzeichen seines grafischen Œuvres. In der (Alb-)Traumfantasie „Schimäre“ kam sie zum ersten Höhepunkt. Für die Illustrationen des dunklen Märchens „Hänsel und Gretel“ wurde die Technik nochmals forciert: Die Schläge mit dem Tuschepinsel sind breiter geworden, die Farbe Schwarz dominiert die Blätter, das Weiß des Lichts hat kaum eine Chance und wird von den Linien zerfetzt. So entsteht eine Schattenwelt, die der Grimm’schen Erzählung von Kinderfeindlichkeit und Kannibalismus angemessen ist.

Reality by Merging Words, Photographs and Drawings – The Black.Light Project
NH-Hotel, Black.Light-Atelier/1. Stock (Beethovenstr. 3)

1998 bis 2007 dokumentierte der portugiesische Journalist Pedro Rosa Mendes zusammen mit dem Hannoveraner Fotografen Wolf Böwig die grauenhaften Kriege Westafrikas. Das Black.Light Project entwickelt zusammen mit Comic-Künstlern aus aller Welt eine Crossover-Version der Reportage, die Text, Foto und Illustration miteinander verschmilzt. In einem Workshop unmittelbar vor dem 15. Internationalen Comic-Salon Erlangen arbeiten David von Bassewitz, Benjamin Flaó, Thierry van Hasselt, Nic Klein, Lorenzo Mattotti, George Pratt, Stefano Ricci und Danijel Žeželj nach den Erzählungen des Zeitzeugen Father Garrick aus Sierra Leone sowie nach den Reportagen von Pedro Rosa Mendes und Wolf Böwig an dem Projekt. Die Ergebnisse dieser Arbeitsphase werden während des 15. Internationalen Comic-Salons in den Workshop-Räumlichkeiten präsentiert.

Vom Leben gezeichnet II – Deutsche Zeitungs-Strips heute
Rathaus, Bürgermeistergang/1. Stock (Rathausplatz 1)

Vor zwei Jahren zeichnete der 14. Internationale Comic-Salon Erlangen erstmals die erstaunliche Renaissance des Zeitungs-Comics in Deutschland nach. Inzwischen gibt es kaum noch ein Blatt von Rang, das nicht „seinen“ selbst in Auftrag gegeben Comic-Strip veröffentlicht. Gute Gründe also, mit der Zeitungs-Comics-Ausstellung in die zweite Runde zu gehen. Besondere Berücksichtigung erfahren dabei in diesem Jahr neben den Strips der großen überregionalen Zeitungen auch Comics, die aus Blättern mit regionaler Verbreitung stammen, oder aus jungen Ablegern für Kinder und Jugendliche wie „Dein Spiegel“ und „Süddeutsche Zeitung für Kinder“.

Weitere Ausstellungen:
  • Untergrund und Die Revolution. 26. und 27. Comic-Zeichner-Seminar 2011 und 2012
    Rathaus, Foyer 1. Stock (Rathausplatz 1)
  • Vorwärts – Na klar! 10 Jahre Tonto-Comics
    Gummi-Wörner, Kellergewölbe (Hauptstr. 90)
  • Heimat 2.0 – Das Ehapa Comic-Stipendium
    Kongresszentrum Heinrich-Lades-Halle, Rangfoyer/1. Stock (Rathausplatz 1)
  • Splitter Verlag präsentiert – Daniel Schreiber: Annas Paradies
    Galerie V-Art (Hauptstr. 33)
  • avant-verlag präsentiert – Felix Pestemer: Der Staub der Ahnen
    Altstadtmarkt (Hauptstr. 55)
  • Gummi-Wörner Kulturzentrale präsentiert: Igor Hofbauer und Komikaze
    Gummi-Wörner (Hauptstr. 90)
  • Glücklicher Montag präsentiert: Das Schwarwel-Universum
    Comic-Bus (Schlossplatz)
  • toonsUp präsentiert – Anjo Haase: Kleine Witze
    Café Beisl (Hauptstr. 59)
  • toonsUp präsentiert: Animal Athletics
    Gaststätte Hinterhaus (Hauptstr. 62)
  • Britannia Store präsentiert: Klaus Cornfield – Eine Schaufenster- und Ladenausstellung
    Britannia Store (Hauptstr. 28)
  • FAU Erlangen-Nürnberg/Abteilung für Nordische Philologie präsentiert:
    Das Leben ist nichts für Amateure – Pacelli Haus (Sieboldstr. 3)


Daten dieses Berichts
Bericht vom: 11.05.2012 - 14:18
Kategorie: Tagebuch
Autor dieses Berichts: Henning Kockerbeck
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