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Vorgestellt: Kaze

KAZÉ ist das jüngste Manga-Label im deutschen Buchhandel und erlebt seine Premiere zur Leipziger Buchmesse 2012. Doch KAZÉ ist schon längst in der Welt der japanischen Zeichen- und Erzählkunst zuhause.

Viele Manga-Helden erleben ihre Abenteuer auch in Filmen und TV-Serien. Bei KAZÉ sind viele dieser Zeichentrick-Ableger auf DVD und Blu-ray erschienen. Die Filme zu Dragonball, One Piece und Detektiv Conan sind nur einige der Titel, die KAZÉ zum führenden Label für Anime-DVDs in Europa machen.

KAZÉ ist Teil der internationalen VIZ Media Gruppe, die auf fast allen Erdteilen aktiv ist. VIZ unterhält Büros und Redaktionen in San Francisco, Shanghai, Paris und Lausanne und ist nebenbei auch einer der größten Manga-Verlage der USA.

Hinter VIZ Media steht die ShoPro-Shogakukan-Shueisha Group. Diese japanischen Großverlage veröffentlichen in Japan wegbereitende Magazine wie z.B. Weekly Shonen Jump, das Manga-Magazin mit der größten Auflage, in dem Dragonball, Naruto, Bleach und One Piece erschienen sind. Die Gruppe ist damit die Talent- und Ideenschmiede, die viele der weltweit erfolgreichsten Manga- und Anime-Figuren hervorgebracht hat.

Deutsche Manga-Fans können sich also auf tolle neue Serien freuen, die – soweit möglich – bei KAZÉ in verschiedenen Medien erscheinen werden: als Manga, als DVD oder Blu-ray, als Video on Demand.

Den Anfang macht in diesem Sommer die DVD-Serie Blue Exorcist, einer der Gratis-Comic-Tag-Titel.

Die nachfolgenden Fragen hat uns Dirk Remmecke, zuständig für Marketing & PR bei Kazé Deutschland, beantwortet.

Kazé Deutschland war auf dem deutschen Markt bis vor kurzem nur für die Veröffentlichung von Anime, als japanischen Zeichentrickfilmen bekannt. Ihr werdet nun auch mit Mangaveröffentlichungen starten. Wie ist es dazu gekommen?

Wo fange ich da an? Die japanischen Medienkonzerne Shogakukan, Shueisha und ShoPro haben sich zusammengetan, um ihre Lizenzen im Ausland selbst zu verwerten. Das Anime- und Mangalabel VIZ Media ist daraus entstanden, heute der größte Mangaverlag der USA. Was in Amerika geklappt hat, kann man in Europa wiederholen, dachte man sich, und gründete mit VIZ Media Europe einen Ableger in Paris. Nach dem Sondieren des Marktes hat VIZ zwei starke, etablierte Unternehmen gekauft, die schon europaweit agierten und in den Vertriebsstrukturen ihrer jeweiligen Regionen verwurzelt waren.

In Frankreich war Kazé schon im DVD- und Buchmarkt aktiv, da hat sich also wenig geändert, aber für uns bedeutete das den Aufbruch in ein neues Abenteuer – des Büchermachens.



Werdet Ihr Euch vor allen Dingen auf die Veröffentlichung von Manga konzentrieren, die zu Animeserien gehören, die Ihr ohnehin schon im Portfolio habt?

Einer unserer Vorteile ist sicherlich, dass wir Animes und Mangas aus einer Hand veröffentlichen und die damit verbundenen Synergieeffekte für Marketing und Vertrieb nutzen können. Ob wir jetzt nachträglich Mangas ins Programm nehmen, zu denen wir vor 5 Jahren den Anime gemacht haben, müssen wir im Einzelfall prüfen. Da stellen wir uns auch die Frage, warum nicht schon einer der etablierten Verlage den Manga damals gemacht hat, als das jeweilige Thema aktuell war.

Und ob wir bei neuen Mangaserien, die wir starten und die in Japan einen Anime-Ableger bekommen haben, diesen automatisch mit übernehmen, ist auch nicht gesagt. Beim Anime sind Produktion und Vertrieb viel aufwändiger als beim Buch, und wir sind gerade bei langen Serien darauf angewiesen, dass wir TV-Partner mit ins Boot holen. Beispielsweise gibt es zu Toriko eine Animeserie, aber ohne einen deutschen TV-Sender werden wir diese Serie nicht übersetzen können. Bei Blue Exorcist sieht das anders aus.

Es ist also eine Fall-zu-Fall-Entscheidung.



Nach welchen Kriterien wählt Ihr die Manga aus, die Ihr publiziert?

Nach den gleichen Kriterien wie alle Comic-Verlage, nehme ich an: Tolles Artwork, tolle Geschichten, tolle Autoren.

Wir gehören zwar einer japanischen Verlagsgruppe, aber wir sind nicht darauf festgelegt, nur Titel aus dem Katalog dieser Verlage zu wählen. Wir arbeiten autark, so wie wir auch auf der Filmseite Animes von anderen Lizenzgebern einkaufen.

Mit unserem Realfilmlabel Eye See Movies veröffentlichen wir sogar junges deutsches Kino und Dokumentationen auf DVD (Distanz, Heimatkunde, Ed Hardy), das hat überhaupt nichts mit Japan zu tun.



Ihr seid quasi der europäische Ableger einer japanischen Verlagsgruppe. Seht Ihr das eher als Vorteil, weil Ihr damit einen direkten Draht nach Japan habt, oder als Nachteil, weil dadurch Lizenzverhandlungen mit anderen japanischen Partnern schwieriger werden könnten?

Das wird die Zeit zeigen. Momentan können wir so etwas noch nicht beobachten, wir stehen mit vielen Verlagen und Agenturen in Kontakt. Aber wir fangen ja auch nicht bei Null an. Wir haben aus unserer Musik- und DVD-Tätigkeit schon langjährige, enge Beziehungen in der japanischen Medienlandschaft.

Mit Blue Exorcist habt Ihr sowohl beim Gratis Comic Tag, als auch in Eurem regulären Verlagsprogramm einen Megaseller im Programm, der selbst die sehr beliebte Serie "Detektiv Conan" in Japan 2011 auf die Plätze verwiesen hat. Wie seht Ihr das Potential dieser Serie in Deutschland und was macht sie zu etwas Besonderem?

Klar, wir wollten Blue Exorcist machen, weil die Serie klasse ist und wir auch den Anime schon in Vorbereitung hatten. Aber dass die Serie etwas Besonderes wird, haben wir erst so richtig begriffen, als wir die Reaktionen auf die Pressemeldung unseres Start-Lineups ausgewertet haben. Der Überschwang in den Foren kannte teilweise keine Grenzen. Jetzt hoffen wir, dass die Serie diese Erwartungen auch an der Ladenkasse erfüllt. Aber es sieht gut aus: Einige Comicläden haben schon am Erstverkaufstag eine Nachbestellung getätigt…



Welche weiteren Serien sind zum Start, der auf der Leipziger Buchmesse stattfindet, geplant?
  • Midnight Secretary ist eine Variante des Bestseller-Genres Vampirromanze, aber fern dem üblichen High-School-Umfeld. Die Heldin ist eine moderne Angestellte in der Tokioter Businesswelt und fällt aus allen Wolken, als sie das Geheimnis ihres Konzernchefs entdeckt: Er ist ein Vampir. Midnight Secretary dürfte vor allem Leserinnen ansprechen, die so langsam aus dem Twilight-Alter herauswachsen.
  • Toriko ist eine klassische Abenteuerserie für Jungen. Der Held ist ein Großwildjäger, der sich auf seinen Reisen immer größeren und gefährlicheren Tieren stellt. Da er im Auftrag von den besten Gourmet-Restaurants der Welt unterwegs ist, wird er auch „Delikatessenjäger“ genannt. In Japan wurde diese Serie in einem Anime-Crossover mit One Piece vorgestellt.
  • Nura – Herr der Yokai ist eine Fantasy-Abenteuer-Comedy, die man grob als asiatische Antwort auf Percy Jackson beschreiben kann. Ein Junge, der zu einem Viertel Mensch und zu drei Vierteln Yokai – japanisches Geisterwesen – ist, wird von seinem Großvater erzogen, die Nachfolge als Anführer eines Clans von Geistern anzutreten. Nur ihn hat niemand gefragt, ob er das überhaupt will. Eigentlich möchte er ein ganz normaler Schüler sein. Und er hat alle Hände voll zu tun, seine wahre Natur vor seinen Schulfreunden zu verbergen.
  • Und Akuma to Love Song schließlich ist ein High School Drama um eine Schülerin, die von einer Eliteschule an eine staatliche Schule „strafversetzt“ wird, weil sie angeblich einen Lehrer geschlagen haben soll. Da sie kein Blatt vor den Mund nimmt und ihre Meinung immer ehrlich äußert, macht sie sich nicht nur Freunde an der neuen Schule. Und natürlich tauchen zwei Jungs auf, die für romantische Verwicklungen sorgen. Fans von Gossip Girl oder Glee könnten an Akuma Gefallen finden.
Welche weiteren Höhepunkte, können wir von Kazé 2012 erwarten?

Wir werten jetzt erst einmal die Reaktionen auf unseren Start aus und werden es mit neuen Lizenzen ruhig angehen. Es werden neue Titel kommen, aber wir werden uns hüten, den Markt mit einer Serienflut zu überschwemmen.

Aber es gibt da einen Titel, auf den wir uns sehr freuen und zu dem wir leider noch nichts sagen dürfen… Mal sehen, ob wir auf dem Comic-Salon Erlangen mehr verraten können!

Ansonsten sind wir auch an der Anime-Front nicht untätig: Die TV-Serie zu One Piece kommt (eine von den Fans heiß erwartete Serie) im Frühsommer. Und bemühen uns gerade, einen japanischen Regisseur nach Deutschland zu holen und seinen neuen Film, der bei Kazé erscheint, mit einer Premiere in einem Kino zu feiern. Wenn das klappt, wird das für uns sicherlich ein Höhepunkt.

Das Interview führte Bernd Glasstetter.

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Daten dieses Berichts
Bericht vom: 26.03.2012 - 12:35
Kategorie: Tagebuch
Autor dieses Berichts: Bernd Glasstetter
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